Zwischen bürgerlicher Identität und musikalischer Profession

Die Geschichte der Philharmonischen Gesellschaft Bremen im 19. Jahrhundert

1825 geschieht in Bremen etwas Erstaunliches: In der Hansestadt schließt sich ein kleiner Kreis des Stadtbürgertums zusammen, um ein professionelles Orchester zu gründen. Es entsteht der Verein für Privat-Concerte – u. a. Vorgänger der heutigen Bremer Philharmoniker. Unter welchen sozialen und städtischen Voraussetzungen fand die Vereinsgründung statt? Wer war beteiligt und welche musikalischen Institutionen standen in Wechselwirkung zum Privat-Concert? Katrin Bock stellt die Konzertdirektoren und Dirigenten vor und fragt nach dem »hanseatischen Geschmack«.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Einleitung

    Vorwort

    Seiten 7 - 17
  4. Die berufsständische Gliederung des Bremer Stadtbürgertums um 1800 und die Anfänge bürgerlicher Bildung

    Seiten 17 - 23
  5. Zu den Anfängen musikalischer Bildung und eines öffentlichen Musiklebens in Bremen ab 1800

    Seiten 23 - 38
  6. I. Genese einer bürgerlichen Konzertgesellschaft – Der Verein für Privat-Concerte im Jahr 1825

    Gründungsgedanken und Zielsetzung

    Seiten 39 - 44
  7. Der Aufbau des Vereins und seine Mitglieder

    Seiten 44 - 82
  8. Zwischenfazit

    Seiten 83 - 85
  9. Exkurs: »Aufschwung des Gemüths durch den Zauber des Gesanges« - Zur Konzeption der Bremer Singakademie

    Seiten 85 - 94
  10. II. Profession und kulturelle Identität – Zur bremischen Idee einer Poetik der Instrumentalmusik (1825-1857)

    Wilhelm Friedrich Riem: Ein Vorbild aus Leipzig in der Hansestadt

    Seiten 95 - 107
  11. Konzertaufbau und Werkbegriff der Bremer Privat-Concerte

    Seiten 107 - 116
  12. Den schönen, wahren Künsten: Manifestation einer bürgerlichen Kultur und Entstehung eines musikalischen Kanons

    Seiten 116 - 134
  13. Musikkultur im Vormärz und die Dichotomie des Konzerts

    Seiten 134 - 146
  14. III. Tradition und Affirmation – Sonderweg einer bürgerlichen Musikstadt (1857-1886)

    Ein bürgerlicher Weg der Professionalisierung: Staatliche Beteiligung und musikalische Vereine (1855-1877)

    Seiten 147 - 157
  15. Bürgerliche Werte und kulturelle Praxis: Der Konservatismus unter der Ägide Karl Martin Reinthalers

    Seiten 157 - 170
  16. IV. Bürgertum und Avantgarde – Zur Kritik eines bürgerlichen Konzerts (1887-1914)

    Stardirigent statt Musikdirektor: Hans von Bülow

    Seiten 171 - 179
  17. Widerstreit der bürgerlichen Kultur und die Kritik an den Institutionen (1878-1895)

    Seiten 180 - 192
  18. Musik und Bürgerstolz: Die Gründung der Philharmonischen Gesellschaft Bremen

    Seiten 192 - 200
  19. Schlussbetrachtung

    Seiten 201 - 204
  20. Literatur

    Quellen

    Seiten 205 - 213
  21. Sekundärliteratur

    Seiten 213 - 236
  22. Anhang

    Transkription der Subskribentenliste der Bremer Privat-Concerte aus dem Jahr 1825

    Seiten 237 - 239
  23. Transkription der Statuten der Singakademie Bremen, 1816

    Seiten 239 - 243
  24. Unionsgesang

    Seiten 244 - 245
  25. Transkription des Gründungsstatuts der Philharmonischen Gesellschaft Bremen, 1895

    Seiten 245 - 248
  26. Das Programm der Privat-Concerte der Saisons 1825/26-1851/52 part 1

    Seiten 248 - 300
  27. Das Programm der Privat-Concerte der Saisons 1825/26-1851/52 part 2

    Seiten 300 - 350
  28. Dank

    Seiten 351 - 354
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0,00 € *

9. Juni 2021, 354 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5829-7
Dateigröße: 10.22 MB

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Katrin Bock

Katrin Bock, Universität Bremen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Vor über 45 Jahren hat sich zuletzt ein Musikwissenschaftler umfassend mit dem Bremer Musikleben im 19. Jahrhundert auseinandergesetzt. Das war Klaus Blum. Damals gab es allerdings kaum musikwissenschaftliche Forschung zu musikalischen Vereinen. Auch die allgemeine Bürgertumsforschung war wenig ausgereift; das alles sind Forschungserfolge der letzten 25 Jahre. Deshalb standen die Erkenntnisse von Blum nicht in dem Kontext, der dazu befähigt hätte die Besonderheiten des Bremer Musiklebens zu erkennen und zu beschreiben. Noch dazu waren zahlreiche Quellen von ihm unsauber oder einfach untransparent bearbeitet worden. Über das Bremer Musikleben werden in vielen Lexika o.ä. falsche Angaben angeführt. Das wird nun aufgeholt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Buch wird an vielen Stellen beschrieben, welche Rolle die verschiedenen musikalischen Institutionen Bremens im 19. Jahrhundert übernommen hatten. Wer war Teil von ihnen, worum ging es und was waren die musikalischen Ziele? Im Kern des Buches steht natürlich der Verein für Privat-Concerte, die heutige Philharmonische Gesellschaft Bremen. Aber warum Bremen bis heute so eine Gesellschaft hat, das wird erst durch das Miteinander der verschiedenen Institutionen deutlich. Diese Tradition zu erkennen ist interessant – auch in Bezug auf das aktuelle Konzertwesen.

3.Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Um das übergeordnete Phänomen musikalischer Vereine begreifen zu können, braucht es noch zahlreiche musikwissenschaftliche Regionalstudien, die das Thema anschlussfähig erforschen. Das gleiche gilt für die weitere Ausdifferenzierung der Erforschung von kultureller Praxis des Stadtbürgertums im 19. Jahrhundert. Letztlich brauchen wir die Details, um das Große zu deuten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die ein gutes Philharmonisches Konzert lieben. Und natürlich mit allen, die sich für Hansestädte im 19. Jahrhundert und für die Lebensart und den Geschmack des hanseatischen Stadtbürgertums interessieren. Und wenn ich mir so ganz frei einen Gesprächspartner wünschen dürfte, wäre das womöglich Johannes Brahms.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Gründungsgeschichte des Philharmonischen Konzerts in Bremen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und politischer Besonderheiten in der Hansestadt.

Autor_in(nen)
Katrin Bock
Buchtitel
Zwischen bürgerlicher Identität und musikalischer Profession Die Geschichte der Philharmonischen Gesellschaft Bremen im 19. Jahrhundert
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
354
Ausstattung
12 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5829-7
DOI
10.14361/9783839458297
Warengruppe
1593
BIC-Code
AVA AVGC HBTB
BISAC-Code
MUS020000 HIS054000
THEMA-Code
AVM AVA NHTB
Erscheinungsdatum
9. Juni 2021
Themen
Musik, Kulturgeschichte
Adressaten
(Historische) Musikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Bürgertumsforschung mit Schwerpunkt bürgerliche Kultur, regionale Musikredaktionen und Musikkritik sowie historisch interessierte Musikliebhaber*innen und Mitglieder der Philharmonischen Gesellschaft Bremen bzw. Abonnent*innen/Stammkund*innen der Bremer Philharmoniker
Schlagworte
19. Jahrhundert, Konzertgesellschaft, Musik, Klassische Musik, Philharmonische Gesellschaft Bremen, Bremen, Musikgeschichte, Orchester, Musikkultur, Bürgertum, Bürgerliche Musikkultur, Profession, Kulturgeschichte, Musikwissenschaft, Kulturwissenschaft

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