Care trans_formieren

Eine ethnographische Studie zu trans und nicht-binärer Sorgearbeit

Wie wird Care jenseits heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit entworfen? Wie werden Fürsorge und Selbstsorge in nicht-binären und trans Räumen organisiert und gelebt – abseits medizinischer und familiärer Versorgungskontexte? Dazu gibt es bislang kaum Forschung. Francis Seeck wendet sich dieser Leerstelle zu und interviewte und begleitete Personen, die Sorgearbeit für andere trans und nicht-binäre Personen leisten. Die ethnographische Studie vertieft das Verständnis des komplexen Verhältnisses von Gender und Care. Zudem macht sie auf die Bedeutung der Kategorie Klasse in Sorgebeziehungen aufmerksam. Sie zeigt, wie Klassenunterschiede und Klassismus den Zugang zu Für_Sorge erschweren, dass in den Zonen der Prekarität aber auch neue Formen der Fürsorge entstehen. Die hier entwickelte Forschungsstrategie der Sorgenden Ethnographie ermöglicht, Care-Praktiken als zentralen Bestandteil ethnographischer Forschung produktiv zu machen.

25,00 € *

4. Juni 2021, 250 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5835-4

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Francis Seeck

Francis Seeck, Hochschule Neubrandenburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Angesichts der Corona-Pandemie wird das Thema Fürsorge aktuell breit in der Öffentlichkeit diskutiert. Die Debatte zu Care ist jedoch häufig von Cis- und Heteronormativität durchzogen. So wird meist ausschließlich von Männern und Frauen gesprochen und von heterosexuellen Beziehungen ausgegangen. Es gibt kaum Forschungen zur Verteilung von Sorgearbeit über das binäre Geschlechtersystem hinaus. Die Studie wendet sich dieser Forschungslücke zu.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Rahmen der Dissertation forschte ich zu trans- und nicht-binärer Sorgearbeit: ob in Selbsthilfegruppen, bei Transitionsbegleitungen, in Aktivist*innennetzwerken oder in gender-nicht-konformen Friseursalons. Im Fokus der ethnographischen Studie steht Sorgearbeit, die über privatisierte Familienverantwortung und medizinische Versorgungskontexte hinausweist. Es wird deutlich: Geschlecht wird interaktiv und in sorgenden Beziehungen hergestellt und ist in Klassenverhältnisse eingebunden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Meine Studie lenkt die Aufmerksamkeit darauf, wie Care jenseits von Zweigeschlechtlichkeit gedacht und praktiziert werden kann. Damit verkompliziert sie Annahmen von Gender und Fürsorge und wendet sich einer Leerstelle in der kulturanthropologischen und geschlechtertheoretischen Care-Forschung zu. Zudem zeige ich, dass die Verteilung von Sorgearbeit auch in trans und nicht-binären Räumen eine Klassenfrage ist. Klassismusforschung muss jedoch Klasse intersektional denken.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Gerne würde ich das Buch mit der Queer-Theoretikerin Jane Ward diskutieren, mit deren Konzept der Gender Labor ich mich im Rahmen der Studie kritisch affirmativ auseinandergesetzt habe.

Ich freue mich zudem auf Diskussionen mit Care- und Klassismus- Forscher*innen, Europäischen Ethnolog*innen, Soziolog*innen und Trans Studies-Theoretiker*innen, trans*, nicht-binären und queeren Care-Aktivist*innen, Fachkräften aus der Sozialen Arbeit und Pflege und allen anderen Interessierten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Care muss jenseits von Zweigeschlechtlichkeit gedacht und praktiziert werden; und Annahmen von Gender und Für_Sorge komplexer gedacht werden.

O-Ton: »Die Angst ist groß, dass Kürzungen queere
Orte treffen könnten« – Francis Seeck im Interview bei Supernova am 26.05.2021.
Supernova
Autor_in(nen)
Francis Seeck
Buchtitel
Care trans_formieren Eine ethnographische Studie zu trans und nicht-binärer Sorgearbeit
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
250
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5835-4
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ JFSK JHMC
BISAC-Code
SOC032000 SOC012000 SOC002010
THEMA-Code
JBSF JBSJ JHMC
Erscheinungsdatum
4. Juni 2021
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Körper, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Gender Studies, Queer Studies, Europäische Ethnologie, Soziale Arbeit, Soziologie, sowie Praktiker*innen im Bereich Antidiskriminierung und geschlechtliche Vielfalt
Schlagworte
Care, Trans Studies, Queer Studies, Engagierte Ethnographie, Prekarität, Geschlecht, Soziale Ungleichheit, Körper, Gender Studies, Queer Theory, Kulturanthropologie, Pflege

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