Der Körper als Vermittler zwischen Musik und (all)täglicher Lebenswelt

Distanzauslotungen am Beispiel ausgewählter Werke der Neuen Musik

Die künstlerische Hinwendung zu Phänomenen des täglichen Lebens in Verbindung mit der aufkommenden Ästhetisierung des Alltagslebens hat seit den 1960er Jahren zu einer Neubetrachtung des Verhältnisses zwischen Kunst und Nicht-Kunst geführt. In diesem Zusammenhang kommt dem spezifischen Einsatz des Musikerkörpers eine Schlüsselfunktion zu. Karolin Schmitt-Weidmann leitet aus ihm Distanzauslotungen zwischen Kunst und Nicht-Kunst ab und eruiert diese anhand von konkreten Werkbeispielen. Dafür greift sie zurück auf hier erstmalig veröffentlichte Interviews mit Annesley Black, Cathy van Eck, Dieter Schnebel, Vinko Globokar, Hans-Joachim Hespos, Robin Hoffmann und Heinz Holliger zum Verhältnis von Kunst und Lebenswelt.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Vorwort

    Seiten 7 - 12
  4. I. Einleitung: Kunst versus (all)tägliche Lebenswelt – Betrachtungen einer Schwelle

    1. Der Begriff der ästhetischen Erfahrung im Fokus von Kunstdefinitionen

    Seiten 13 - 23
  5. 2. Ästhetische Erfahrung versus alltägliche Erfahrung?

    Seiten 23 - 27
  6. 3. Ästhetische Erfahrung in außerkünstlerischen Bereichen

    Seiten 27 - 30
  7. 4. Ästhetisches Erleben als »Versunkenheit in fokussierte Intensität« – Hans Ulrich Gumbrecht

    Seiten 30 - 35
  8. 5. Das »Erscheinen« als Brennpunkt ästhetischer Wahrnehmung – Martin Seel

    Seiten 35 - 37
  9. 6. Kunst jenseits ästhetischer Erfahrungen?

    Seiten 38 - 39
  10. 7. Das »Reale« in der Kunst

    Seiten 40 - 50
  11. 8. Institutionelle Rahmungen als kunstdefinitorische Grundlage

    Seiten 50 - 53
  12. 9. »Kunst als menschliche Praxis« – Georg W. Bertram

    Seiten 53 - 54
  13. 10. Ästhetische Erfahrung als Schwellenerfahrung

    Seiten 54 - 60
  14. II. Komponieren als »Ausloten unterschiedlicher Distanzqualitäten« im künstlerischen Umgang mit dem Körper

    1. Exposition am Beispiel der kompositorischen Poetik Robin Hoffmanns

    Seiten 61 - 65
  15. 2. Der Begriff der künstlerischen Verkörperung

    Seiten 66 - 70
  16. 3. Werk und Körper – Körper als Werk?

    Seiten 70 - 75
  17. 4. Präsenz und Gegenwärtigkeit

    Seiten 75 - 79
  18. 5. Zu einer Ästhetik des Erscheinens – Martin Seel

    Seiten 79 - 83
  19. 6. Bezugsebenen und Projektionsflächen körperlicher und lebensweltlicher Betrachtungen zwischen Natur und Kultur

    Seiten 83 - 86
  20. 7. Wahrnehmungsprozesse im Rahmen einer Präsenzkultur

    Seiten 86 - 98
  21. 8. Facetten des Alltags

    Seiten 98 - 107
  22. 9. Körperwahrnehmungen in performativen Räumen

    Seiten 107 - 110
  23. 10. Körperwahrnehmungen in der Zeit

    Seiten 110 - 116
  24. III. Bühnenkörper und Körperprozesse in Aufführungsereignissen

    1. Sport im Konzertsaal – Musik in der Turnhalle Erwartungsbrüche und Transformationsprozesse in Annesley Blacks Smooche de la Rooche II (2007), Schlägermusik (2010), Flowers of Carnage (2013/2014) sowie Annesley Black/ Margit Sade-Lehni: score symposium (2018)

    Seiten 117 - 133
  25. 2. Auf dem eigenen Körper Aktive und passive Körperwahrnehmungen am Beispiel der Bodypercussion-Stücke ?Corporel (1985) von Vinko Globokar, An-Sprache (2000) von Robin Hoffmann und Hirn & Ei (2010/2011) von Carola Bauckholt

    Seiten 134 - 159
  26. 3. Komponierte Bewegungen als ästhetischer Forschungsprozess am Beispiel der Organkomposition Körper-Sprache (1979/1980) von Dieter Schnebel

    Seiten 159 - 187
  27. 4. »Mit letztem Atem…« Körperliche Grenzerfahrungen am Beispiel von »(t)air(e)« für Flöte solo (1980/1983) von Heinz Holliger

    Seiten 187 - 199
  28. 5. Der Herzschlag als Dirigent Heinz Holligers Cardiophonie für Oboe und drei Magnetophone (1971) und Cathy van Ecks Double Beat – a performance for plastic bags, breath, two heart beats and electronics (2013)

    Seiten 200 - 208
  29. 6. »kunst ist eine schlimme sache« Körperliche Grenzerfahrungen und Behinderungen in Seiltanz (1982) und anderen Werken von Hans-Joachim Hespos

    Seiten 208 - 248
  30. IV. Fazit: Der Körper als Vermittler

    Seiten 249 - 266
  31. Literaturverzeichnis

    Print

    Seiten 267 - 286
  32. Online

    Seiten 286 - 288
  33. Aufführungsmaterialien

    Seiten 288 - 290
  34. Anhang

    1. Interview mit Dieter Schnebel vom 9. Juli 2016 in Hofgeismar

    Seiten 291 - 298
  35. 2. Interview mit Robin Hoffmann vom 15. Oktober 2016 in Frankfurt a.M.

    Seiten 298 - 304
  36. 3. Interview mit Annesley Black vom 15. Oktober 2016 in Frankfurt a.M.

    Seiten 304 - 315
  37. 4. Interview mit Vinko Globokar vom 10. Februar 2017 in Paris

    Seiten 315 - 321
  38. 5. Interview mit Heinz Holliger vom 16. Dezember 2017 in Basel

    Seiten 322 - 330
  39. 6. Interview mit Hans-Joachim Hespos vom 16. September 2018 in Ganderkesee

    Seiten 330 - 338
  40. 7. Interview mit Cathy van Eck vom 12. November 2018 per Skype

    Seiten 338 - 343
  41. 8. Telefoninterview mit Annesley Black vom 13. Mai 2019

    Seiten 344 - 350
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15. Juli 2021, 350 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5845-3

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Karolin Schmitt-Weidmann

Karolin Schmitt-Weidmann, Universität Kassel, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Als Pianistin und Flötistin habe ich mich künstlerisch mit dem Einsatz des Körpers auf der Bühne auseinandergesetzt und disziplinübergreifende Ansätze entwickelt, die die Bereiche der Musikwissenschaft, Aufführungspraxis, Musikvermittlung und Komposition zusammenführen. Aus diesen Überlegungen heraus entstand die Idee, ein Buch zum Einsatz des Körpers in Neuer Musik zu schreiben, in dem dieser aus multidimensionalen musikalischen Perspektiven betrachtet wird.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Obwohl der Körper sowie der Kunstdiskurs seit jeher im Zentrum jeglicher Musikaufführung und Musikwahrnehmung stehen, leistet diese Arbeit erstmalig eine fundierte interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Rolle des Körpers im Rahmen künstlerischer Distanzauslotungen zwischen Kunst und der alltäglichen Lebenswelt im Hinblick auf zeitgenössische Musik. Dabei steht der Moment der Aufführung mitsamt dem Potential, ästhetische Erfahrungsprozesse zu evozieren, stets im Mittelpunkt der Betrachtung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Wo immer Musik praktiziert wird, sind Körper im Spiel. Wo immer Menschen Kunst wahrnehmen, wird sich darüber ausgetauscht, was diese einerseits als Kunst auszeichnet und andererseits besonders wertvoll für den lebensweltlichen Bereich macht. Das Zusammenwirken von Körper, Raum und Zeit im Rahmen von musikalischen Aufführungen wird aktuell in musikästhetischen Diskursen sowie angrenzenden Bereichen ausgiebig diskutiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich freue mich über jeden interessierten Austausch, insbesondere auch aus angrenzenden Disziplinen wie beispielsweise der bildenden Kunst, der Theaterwissenschaft, der Philosophie, Soziologie und insbesondere der ästhetischen Bildung, welche in meinem Buch miteinbezogen werden und für die ähnliche übergeordnete Fragestellungen zur Rolle des Körpers in der Kunst und der alltäglichen Lebenswelt relevant sind.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Durch Körpererfahrungen können alle an einer Aufführung Beteiligten in alltäglichen Sphären Ungewohntes und in ungewohnten Bereichen Gewohntes entdecken.

Autor_in(nen)
Karolin Schmitt-Weidmann
Buchtitel
Der Körper als Vermittler zwischen Musik und (all)täglicher Lebenswelt Distanzauslotungen am Beispiel ausgewählter Werke der Neuen Musik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
350
Ausstattung
kart., Klebebindung, 9 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5845-3
DOI
10.14361/9783839458457
Warengruppe
1591
BIC-Code
AVA JHB
BISAC-Code
MUS020000 SOC022000
THEMA-Code
AVA JHB
Erscheinungsdatum
15. Juli 2021
Auflage
1
Themen
Kultur, Körper, Klang, Musik
Adressaten
Musikwissenschaft, Kunstwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Ästhetische Bildung
Schlagworte
Neue Musik, Körper, Performativität, Ästhetik, Kunstbegriff, Musik, Klang, Musikwissenschaft

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