Gott, Gaia und eine neue Gesellschaft

Theologie anders denken mit Bruno Latour

Wie lesen und deuten wir die Welt, in der wir leben? Wer ist der Mensch in

Relation zu Natur und Technik? Welche Pointe liegt in den Selbstzuschreibungen »religiös« oder »gläubig«? Mit der Akteur-Netzwerk-Theorie und einer Auflösung der klassischen Gegenüberstellung von Natur und Kultur ist das Denken Bruno Latours zu einer gefragten Ressource in gegenwärtigen Debatten geworden. Die Beiträger*innen des Bandes gehen seinem Anspruch nach, eine »symmetrische« Anthropologie zu entwerfen, in der Materiellem ein mitentscheidender Platz für die Theorie-, Wert- und Urteilsbildung zukommt — denn dieses Denken gibt auch der Theologie wertvolle Impulse für ihre intellektuelle Zeitgenossenschaft.

0,00 € *

25. Oktober 2021, 286 Seiten
ISBN: 978-3-7328-5869-9
Dateigröße: 0.81 MB

Weiterempfehlen

Daniel Bogner

Daniel Bogner, Université de Fribourg, Schweiz

Michael Schüßler

Michael Schüßler, Universität Tübingen, Deutschland

Christian Bauer

Christian Bauer, Universität Innsbruck, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Akteur-Netzwerk-Theorie wird heute in vielen Wissenschaften als methodisches und hermeneutisches Tool genutzt. Die religionsbezogenen Wissenschaften sind aber bisher sehr zurückhaltend. Es gibt kaum einen Versuch, das Phänomen ›Religion‹ mit dem denkerischen Angebot, das Latour macht, zu verstehen. Dabei liegt es auf der Hand, denn Latour selbst stellt die Religion immer wieder prominent in den Fokus seiner Theorie.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch entfaltet Latours Anliegen, die Religion als eine ganz und gar legitime Existenzweise zu betrachten. Damit wird Religion aus der erkenntnistheoretischen ›Schmuddelecke‹ herausgeholt, in der sie die Moderne untergebracht hatte. Religion und religiöse Gläubigkeit werden als Ressourcen der Selbst- und Wirklichkeitsdeutung wieder ernstgenommen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Aus der ernsthaften Konfrontation des Religionsthemas mit dem Denken Latour ergeben sich zahlreiche neue Perspektiven: Wie lassen sich ›Vermittlung‹ und ›Überlieferung‹ denken? Was bedeutet der Akteur-Netzwerk-Ansatz für den Verantwortungsbegriff in der Ethik? Wie kann man ›Schöpfung‹ begreifen, wenn mit Latour der Anthropozentrismus in Frage gestellt wird? Damit sind Diskussionsfelder eröffnet, die schon lange auf eine vertiefte Bearbeitung warten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Gerne würde ich mit Papst Franziskus über die Thesen dieses Buches reden. Sein ganzheitlich ökologisches Denken scheint mir – vielleicht ohne es zu wissen – zentrale Einsichten Latours aufzugreifen. Auch die amerikanische Prozess-Theologin Catherine Keller wäre eine spannende Gesprächspartnerin. Ihr Buch »Über das Geheimnis. Gott erkennen im Werden der Welt« hat mich sehr inspiriert und auch zu Latour geführt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wenn man sich mit Latour aufmacht, Natur und Kultur nicht in ein Korsett des starren Gegenüber zu pressen, wird es möglich, Religion neu zu denken und damit auch religiöse Praxis und Glaubensüberzeugungen in ihrer lebenspraktischen Wirksamkeit auf innovative Weise zu verstehen.

Buchtitel
Gott, Gaia und eine neue Gesellschaft Theologie anders denken mit Bruno Latour
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
286
Ausstattung
2 Farbabbildungen
ISBN
978-3-7328-5869-9
DOI
10.14361/9783839458693
Warengruppe
1541
BIC-Code
HRA
BISAC-Code
REL000000
THEMA-Code
QRA
Erscheinungsdatum
25. Oktober 2021
Themen
Gesellschaft, Religion
Adressaten
Religionswissenschaft, Sozialwissenschaften, Theologie, Sozialphilosophie
Schlagworte
Religion, Moderne, Anthropologie, Bruno Latour, Säkularität, Akteur-Netzwerk-Theorie, Praxistheorie, Natur, Kultur, Technik, Glaube, Neuer Materialismus, Gesellschaft, Religionswissenschaft, Religionssoziologie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung