Preußische Phantasmen

Imaginationen nationaler Identität in der deutschen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts

Spätestens seit Germaine de Staëls Diktum von Preußens militärisch-philosophischem »Januskopf« ist Preußen eine Projektionsfläche für die unterschiedlichsten Fiktionen nationaler Identität. Das preußische Phantasma setzt sich aus einem Gewirr von Motiven und Narrativen zusammen, die sich verschieben und verzweigen, kombiniert und neuinszeniert werden. Hannelore Roth verfolgt die diskursive Vielfalt dieses Phänomens im 20. und 21. Jahrhundert. Anhand von bekannten und weniger bekannten Texten sowie der Debatte um das Berliner Schloss erkundet sie die performativen Strategien, mittels derer die Illusion einer geschlossenen Identität konstruiert wird und zugleich untergraben werden kann.

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26. November 2021, 340 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5881-1

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Hannelore Roth

Hannelore Roth, Katholieke Universiteit Leuven, Belgien

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Preußen ist im 20. und 21. Jahrhundert eine Projektionsfläche für die unterschiedlichsten Fiktionen nationaler Identität. Kunst und Literatur sind – als spielerische Experimentierfelder – die Orte, wo diese Fiktionalisierungsprozesse im Herzen des Politischen in ihrer produktiven Ambivalenz am besten lesbar werden. In Zeiten, in denen illusorische Fixierung und Schließung in Bezug auf Identitäten immer salonfähiger werden, ist es unerlässlich, die phantasmatischen Verdichtungen und rhetorischen Komplexitätsreduktionen in ihrer kontingenten Performativität zu entwirren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das preußische Phantasma hat ein verzwicktes, geisterhaftes Nachleben. Obwohl es sich als ein mit sich selbst identisches Ganzes präsentiert, ist es ein heterogenes Knäuel von Motiven, Narrativen und Ideologemen, die sich in immer neuen Konstellationen und mit neuen Akzenten zusammentun. Im preußischen Thesaurus findet jeder – links wie rechts – historische Versatzstücke, mit denen man sich ein maßgeschneidertes Preußen zusammenbasteln kann. Als Nicht-Deutsche hat es mich überrascht, welche große Rolle Preußen als nationales Identifikationsmuster immer noch spielt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mein Buch spürt der diskursiven Vielfalt des preußischen Phantasmas nicht nur in bekannten und weniger bekannten literarischen Texten nach, sondern macht auch Kunstwerke, popkulturelle Phänomene und die Berliner Stadtschlossdebatte zum Gegenstand der Analyse. Diese multidisziplinäre Vielfalt wirft immer wieder neue Schlaglichter auf ein in der Germanistik augenscheinlich bereits gründlichst erforschtes Thema. Das Buch entfaltet zudem eine breitere gesellschaftliche Relevanz, indem es sich in aktuelle Diskussionen über Nation, Gender und Macht einmischt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit meinen Kollegen Bart Philipsen und Arne De Winde, die mir die Kunst der Multi-Interpretierbarkeit von Texten und kulturellen Artefakten beigebracht haben. Weiter mit all jenen Oswald Spengler-Adepten, die meine dekonstruktiven Spengler-Lektüren als eine nahezu blasphemische Tat betrachtet haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ghostbusters!

Autor_in(nen)
Hannelore Roth
Buchtitel
Preußische Phantasmen Imaginationen nationaler Identität in der deutschen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
340
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 1 SW-Abbildung, 8 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5881-1
DOI
10.14361/9783839458815
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB HBTB JFC
BISAC-Code
LIT004170 HIS054000 SOC022000
THEMA-Code
DSB NHTB JBCC
Erscheinungsdatum
26. November 2021
Auflage
1
Themen
Bild, Kulturgeschichte, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Gender Studies, Geschichtswissenschaft
Schlagworte
Preußen, Deutschland, Literatur, Imagination, Kultur, Gender, Identität, Berlin, Phantasma, Ideologie, Deutsche Geschichte, Kulturgeschichte, Bild, Germanistik, Erinnerungskultur, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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