Geschichte der Sklaverei in der niederländischen Republik

Recht, Rassismus und die Handlungsmacht Schwarzer Menschen und People of Color, 1680–1863

1776 wurde in der niederländischen Republik ein Gesetz erlassen, das ausschließlich für Schwarze Menschen und People of Color gelten sollte, die als Sklav*innen in die Niederlande kamen. Wie und warum geschah das? Was bedeutete das für die betroffenen Menschen und deren Lebensalltag? Anhand eines großen und in weiten Teilen bisher unerforschten Quellenkorpus geht Julia Holzmann diesen Fragen interdisziplinär und intersektional nach. Sie* untersucht die enge Verflechtung zwischen Kolonien und Metropole sowie rechtlichen, sprachlichen und sozialen Praktiken, darunter auch Rassismus. Ihre* biografischen Mikrostudien geben Einblick in die Geschichte Schwarzer Menschen und People of Color in den Niederlanden.

49,00 € *

6. Mai 2022, 324 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5886-6

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Julia Holzmann

Julia Holzmann, Anthropologin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Bisher gibt es wenig Forschung über Versklavung und versklavte Menschen in den frühneuzeitlichen Niederlanden, das Interesse an diesem Thema ist jedoch groß. Zugleich blüht die internationale Sklavereiforschung und es werden neue Perspektiven und Impulse einbezogen. Die Fragen nach den Praktiken der Versklavung, Rechtsnormen und den Lebenswelten der von Versklavung Betroffenen schließt eine Forschungslücke und setzt neue Impulse.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es erläutert rechtliche Konstruktionen, die den Transfer versklavter Menschen aus den niederländischen Kolonien in die Metropole und die Aufrechterhaltung des Sklavenstatus ermöglichten. In biografischen Studien wird zudem die Perspektive der Menschen eingenommen, die davon betroffen waren. Ihre Lebenswelten in der niederländischen Republik, ihre Handlungsmacht wird im Detail in den Blick genommen. Form und Funktion vorgefundener Rassifizierungen werden bei der Analyse einbezogen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Verflechtung von Kolonie und Metropole wird in der Forschung immer wieder gefordert. Diese Verflechtung wird zusammen mit den Praktiken der Sklaverei in den jeweiligen Räumen und deren gegenseitige Beeinflussung untersucht. Die Versklavung und die Lebenswelten von Schwarzen Menschen und People of Color sowie Rassifizierungen werden in der Forschung selten einbezogen, hierauf liegt ein besonderes Augenmerk. Somit werden Impulse aufgegriffen, weiterentwickelt und neue Perspektiven vorgestellt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Grundsätzlich bin ich am Gespräch mit allen interessiert, die sich konstruktiv und offen mit diesem Thema auseinandersetzen möchten. Die Arbeiten von Dienke Hondius, Rosemarie Brana Shute, Alex van Stipriaan, Gert Oostindie, Matthias van Rossum, Wulf D. Hund, Max Sebastián Hering Torres und Natalie Zemon Davis waren für mich Forschungsbasis, Impuls und Reibungsfläche zugleich, daher wüsste ich sehr gerne, was sie über mein Buch denken.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Kolonialismus und Versklavung sind ein Teil der Geschichte der Niederlande, sie prägten die Menschen und waren in das gesellschaftliche und rechtliche System der Republik integriert.

Autor*in(nen)
Julia Holzmann
Buchtitel
Geschichte der Sklaverei in der niederländischen Republik Recht, Rassismus und die Handlungsmacht Schwarzer Menschen und People of Color, 1680–1863
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
324
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 3 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5886-6
DOI
10.14361/9783839458860
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBTQ HBG
BISAC-Code
HIS010000 HIS037000
THEMA-Code
NHD NHTQ NHB
Erscheinungsdatum
6. Mai 2022
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Postkolonialismus, Migration, Rassismus, Gewalt, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Sozialwissenschaft, Sprachwissenschaft, Niederlandistik
Schlagworte
Globalgeschichte, Mikrogeschichte, Sklaverei, Frühe Neuzeit, Niederlande, Kolonialismus, Rassismus, Migration, Zwangsmigration, Intersektionalität, Gesellschaft, Gewalt, Kulturgeschichte, Europäische Geschichte, Kolonialgeschichte, Geschichte der Frühen Neuzeit, Geschichtswissenschaft

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