Feminismus in der frühen Gewerkschaftsbewegung (1890-1914)

Die Strategien der Buchdruckerei-HilfsarbeiterInnen um Paula Thiede

Paula Thiede war die erste Frau, die die Leitung einer Gewerkschaft übernahm. Möglich wurde dies durch die Handlungsmacht der gut organisierten Hilfsarbeiterinnen im Druckgewerbe. Gemeinsam mit solidarischen Kollegen entwickelten sie Strategien, um die Anliegen von Gleichberechtigung und Gewerkschaftsarbeit zu verbinden und ihre Interessen erfolgreich zu vertreten. Uwe Fuhrmann geht dieser bislang unbekannten Geschichte einer außergewöhnlichen Gewerkschaft im Deutschen Kaiserreich nach.

Die Buchdruckerei-HilfsarbeiterInnen um Paula Thiede demonstrieren die vergessenen Möglichkeiten einer ganzen Epoche – eine Geschichte, die auch heute erstaunlich aktuell ist, wenn es um die Frage nach Gleich- und Ungleichbehandlung im Sinne der Emanzipation geht.

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2. Juli 2021, 216 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5922-5
Dateigröße: 2.02 MB

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Uwe Fuhrmann

Uwe Fuhrmann, »AutorInnenkollektiv Loukanikos«, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Feminismus und Gewerkschaftsbewegung erscheinen oft als getrennte Welten oder gar als Gegensätze – obwohl das Geschlechterverhältnis eng mit den Arbeits- und Reproduktionsbedingungen verknüpft ist. Ein zwischen 1890 und 1919 aktiver Verband demonstriert erfolgreiche Strategien, wie Geschlechterverhältnisse und Klasseninteressen in der konkreten Gewerkschaftsarbeit miteinander vereinbart werden können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es zeigt, wie Emanzipation unter den Bedingungen kapitalistischer Lohnarbeit vorangebracht werden kann. Die Hilfsarbeiterinnen hatten sich um 1900 eine Machtbasis erarbeitet, die es ermöglichte, verschiedene Instrumente der Emanzipation zu entwickeln. Einige – wie die Wöchnerinnenunterstützung – sind heute die Norm, andere – wie etwa die Arbeitsnachweise – sind in Vergessenheit geraten. Aus der Beschäftigung mit ihnen kann viel Inspiration für heute gewonnen werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es schließt bewusst an die Intersektionalitätsforschung und die Labour History an. Allerdings wird im Buch auf theoretische Ausführungen verzichtet, stattdessen wird die konkrete Geschichte ausbuchstabiert – ein Bereich, der meines Erachtens oft zu kurz kommt. Zudem wurde die bemerkenswerte Geschichte dieser Frauen bislang noch nie erzählt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit aktiven Gewerkschafter*innen, die Feminismus für eine gute Sache halten. Ich denke, ich würde dabei eine Menge über das Heute lernen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›In jeder Epoche muss versucht werden, die Überlieferung von Neuem dem Konformismus abzugewinnen.‹ (nach Walter Benjamin)

Besprochen in:
https://www.frauenruhrgeschichte.de, 10.08.2021
https://oxiblog.de, 28.08.2021
Autor_in(nen)
Uwe Fuhrmann
Buchtitel
Feminismus in der frühen Gewerkschaftsbewegung (1890-1914) Die Strategien der Buchdruckerei-HilfsarbeiterInnen um Paula Thiede
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
216
ISBN
978-3-8394-5922-5
DOI
10.14361/9783839459225
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFSJ HBJD
BISAC-Code
HIS054000 HIS014000
THEMA-Code
NHTB JBSF NHD
Erscheinungsdatum
2. Juli 2021
Themen
Gesellschaft, Geschlecht, Arbeit
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Frauenforschung, Politikwissenschaft
Schlagworte
Gewerkschaft, Feminismus, Arbeitskampf, Geschichte, Deutschland, Deutsches Kaiserreich, Druckerei, Emanzipation, Geschlecht, Arbeit, Gesellschaft, Geschlechtergeschichte, Deutsche Geschichte, Sozialgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Geschichtswissenschaft

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