Wider die Geschichtsvergessenheit

Inszenierte Geschichte – historische Differenz – kritisches Bewusstsein

Angesichts des wachsenden Populismus und Rechtsradikalismus ist der Kampf gegen Geschichtsvergessenheit im Denken und Handeln wieder höchst aktuell. Auf den ersten Blick scheint Geschichtsvergessenheit – zumindest in Bezug auf die Vormoderne – aber kaum vorzuliegen: Mittelalter, Renaissance und Frühe Neuzeit erfahren in Romanen, Dramen und populären Medien einen Boom. Doch auch und gerade hier ist ein aktives An-Denken gegen Simplifizierungen, Mythisierungen und Verfälschungen dringend nötig. Die Beiträger*innen des Bandes zeigen, dass es für ein kritisches Bewusstsein unumgänglich ist, historische Differenz und mediale Filter wahrzunehmen und deren Effekte zu reflektieren.

45,00 € *

27. Juni 2022, ca. 284 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5929-0

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Juni 2022

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Gisela Febel

Gisela Febel, Universität Bremen, Deutschland

Sonja Kerth

Sonja Kerth, Universität Bremen, Deutschland

Elisabeth Lienert

Elisabeth Lienert, Universität Bremen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wir erleben gerade in Osteuropa den Versuch, Machtansprüche mit geschichtlichen Argumenten zu stützen, die man aus wissenschaftlicher Sicht als reine Propaganda entlarven kann. Nicht immer geschieht so etwas in einem so unheilvollen Kontext wie momentan im Ukrainekrieg, aber immer ist es wichtig, Geschichtsdeutungen und -aktualisierungen einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Das gilt auch für Mittelalter und Frühe Neuzeit, aus denen ja viele gegenwärtige Probleme herrühren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Mittelalterrezeption hat seit längerem Hochkonjunktur, sowohl in der breiten Öffentlichkeit als auch in den historisch arbeitenden Fachwissenschaften. Der Band verlängert die Perspektive in die Frühe Neuzeit und legt stärker als bisher den Schwerpunkt auf Aneignungsmechanismen und Versuche der Funktionalisierung. Diese können harmlos-spielerisch sein, aber auch gefährliche Tendenzen aufweisen, wenn sie politisch-ideologisch gebraucht oder gar missbraucht werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Band diskutiert in besonderem Maß mediale Filter, Inszenierungsstrategien und Funktionen von Geschichtsbildern, die im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit wurzeln. Geschichtsdenken und Geschichtsvergessenheit werden in den Beiträgen als übergreifende Analysegegenstände behandelt. Im Mittelpunkt stehen daher historisch argumentierende Denkmuster und Deutungen der Vormoderne mit Blick auf ihre gesellschaftlichen und kulturellen Kontexte.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Unser Wunsch wäre es, das Buch mit allen historisch interessierten Menschen zu diskutieren, da das Thema wirklich alle angeht. Dies umfasst professionelle Kulturschaffende, Wissenschaftler*innen und Lehrende, Studierende und Schüler*innen sowie die breite Öffentlichkeit von jung bis alt. Wir würden besonders gerne diejenigen erreichen, die glauben, dass Geschichtsdenken und Geschichtsvergessenheit mit ihrer Lebenswirklichkeit nichts zu tun haben. Denn diesen Irrtum auszuräumen, ist unser Anliegen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Geschichtsvergessenheit kann sich mit Blick auf die vielfältigen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft niemand leisten – das Buch diskutiert diese These mit Blick auf die Vormoderne.

Autor*in(nen)
Gisela Febel / Sonja Kerth / Elisabeth Lienert (Hg.)
Buchtitel
Wider die Geschichtsvergessenheit Inszenierte Geschichte – historische Differenz – kritisches Bewusstsein
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 284
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 18 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5929-0
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBTB JFC
BISAC-Code
HIS010000 HIS054000 SOC022000
THEMA-Code
NHD NHTB JBCC
Erscheinungsdatum
27. Juni 2022
Auflage
1
Themen
Kultur, Gesellschaft, Popkultur, Kulturgeschichte, Erinnerungskultur
Adressaten
Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft sowie historisch interessierte Praktiker*innen im Bereich Bildung und Kultur
Schlagworte
Geschichtsdenken, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Kulturwissenschaft, Mediale Repräsentation, Erinnerungskultur, Gesellschaft, Kultur, Europäische Geschichte, Kulturgeschichte, Public History, Geschichtswissenschaft

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