Post/pandemisches Leben

Eine neue Theorie der Fragilität

Die Corona-Pandemie und der damit einhergehende »Ausnahmezustand« bieten die Gelegenheit, Normativitäten infrage zu stellen, aber auch einen Blick in die Zukunft zu werfen. Mit ihrer neuen Theorie der Fragilität verdeutlichen Yener Bayramoglu und María do Mar Castro Varela, dass es im Sinne sozialer Gerechtigkeit weniger um eine Akzeptanz heterogener Lebensweisen gehen sollte als vielmehr um die Beachtung und Akzeptanz von Vulnerabilitäten, die strukturell befördert und stabilisiert werden. Ihr Ansatz bringt unterschiedliche Perspektiven aus Ethik, Politik und Kunst zusammen und bietet – u.a. im Kontext von Digitalität, Rassismus und Solidarität – die Möglichkeit, die Pandemie anders zu evaluieren.

Stimmen zum Buch
»Dieses bemerkenswerte Buch bietet eine neue Theorie der Fragilität, die sich durch Ambiguität, Ambivalenz und ein erweitertes Verständnis des prekären Charakters sozialen Lebens auszeichnet. Auf Nekropolitik bezugnehmend, betrachten María do Mar Castro Varela und Yener Bayramoglu die Unbeständigkeiten des pandemischen Lebens und argumentieren, dass die Pandemie ein neues Licht auf globale Ungleichheiten, Formen rassistischer Ungerechtigkeit, sowie die ambivalente Rolle digitaler Technologien wirft, die sowohl verbindend als auch zerstörerisch wirken. Mit Hilfe einer beeindruckenden Reihe politischer Denker*innen und Kultur-Analytiker*innen entwerfen diese Autor*innen eine umfassende Vision von Zwängen und Möglichkeiten pandemischer Bedingungen. Für sie ist das Leben nicht zerbrechlicher geworden als zuvor, wir sind, so argumentieren sie, uns dieser Zerbrechlichkeit lediglich stärker bewusst. Einer ›Politik der Stärke‹, die auf den Tod ausgerichtet ist, setzen sie eine queere Politik entgegen, die das ›gute Leben‹ neu überdenkt und den ultimativen Wert des gemeinsamen Denkens und Handelns in unserer gegenseitigen Abhängigkeit bekräftigt. Die Hoffnung, die dieses Buch bietet, ist eine zerbrechliche Hoffnung, eine Hoffnung, die auf die Zerbrechlichkeit unseres Lebens abgestimmt ist, eine Hoffnung, die uns auffordert, als zerbrechliche und denkende Geschöpfe weiterzuleben, die die Chance haben, ein neues Denken der Zukunft zu eröffnen.«
(Judith Butler)

»Bayramoglu und Castro Varela schlagen den Weg eines offen suchenden Denkens ein und finden so einiges: Sie zeigen, dass wir das fragile post/pandemische Leben, das Zeitalter der Unbestimmtheiten und technologischen, ökologischen, sozialen, ökonomischen und politischen Transformationen mit bestehenden theoretischen Zugängen nicht ausreichend verstehen können. Was wir aber können, steht in der Theorie der Fragilität: Denken wagen, unsere Imaginationen erweitern und unsere ethischen Reflexe ausbilden. Must read.«
(Hayat Erdogan, Direktorin & Dramaturgin, Theater Neumarkt, Zürich)

19,50 € *

27. Oktober 2021, 208 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5938-2

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Yener Bayramoglu

Yener Bayramoglu, Alice Salomon Hochschule Berlin, Deutschland

María do Mar Castro Varela

María do Mar Castro Varela, Alice Salomon Hochschule Berlin, Deutschland

Buchtitel
Post/pandemisches Leben Eine neue Theorie der Fragilität
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
208
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 6 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5938-2
DOI
10.14361/9783839459386
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSK JFFM
BISAC-Code
SOC012000 SOC050000 SOC041000
THEMA-Code
JBSJ JBFQ
Erscheinungsdatum
27. Oktober 2021
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Sozialwissenschaft, Philosophie, Migrationsforschung, Rassismusforschung, Medienwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Pädagogik, Kulturwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Ethik, Pandemie, Covid-19, Corona, Digitalität, Affekt, Queer, Rassismus, Solidarität, Vulnerabilität, Kunst, Geschlecht, Soziale Ungleichheit, Queer Theory, Gender Studies

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