Widerständiges Wissen

Herbert Marcuses Protesttheorie in Diskussion mit Intellektuellen der Refugee-Bewegung der 2010er Jahre

In den 2010er Jahren gewann die selbstorganisierte Refugee-Bewegung mit Protestmärschen, Besetzungen und der Verhinderung von Abschiebungen an Sichtbarkeit. Eine radikale Kritik wurde ebenso formuliert wie Utopien gesellschaftlicher Transformation. Worauf zielt dieses Bedürfnis nach Befreiung? Welche Organisationsformen schaffen echte Solidarität? Und welcher Protest wird wie in dieser Gesellschaft (re)integriert? Diese Fragen haben auch Herbert Marcuse beschäftigt. Lisa Doppler diskutiert seine Protesttheorie mit organischen Intellektuellen der Refugee-Bewegung. Dabei geht es um die Deutung der Bewegung und darum, Kritische Theorie in der Praxis mit feministischem und dekolonialem Anspruch neu zu erkunden.

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15. Dezember 2021, 364 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5941-2

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Lisa Doppler

Lisa Doppler, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Anhand von Flucht und der Unterdrückung Geflüchteter lassen sich viele Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft aufzeigen, die bereits die frühe Kritische Theorie analysierte. Hieran knüpft das Buch an. Zudem setzte die Refugee-Bewegung in den 2010er Jahre dem lautstark etwas entgegen. Daran hatten intellektuelle Refugees einen großen Beitrag – dieser muss gezeigt und gewürdigt werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Kritische Theorie muss praktisch sein! Dazu trägt das Buch bei, auch in dem es feministische und dekoloniale Kritiken in die Theorieentwicklung aufnimmt. Das Buch belebt somit auch alte Perspektiven der Kritischen Theorie wieder, die leider verdrängt wurden, und ergänzt sie um notwendige aktuelle Perspektiven. Die Perspektive intellektueller Geflüchteter erweitert die Theorie.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Insbesondere die Methode des Buches ist neu und originell. Ich diskutiere mit meinen Forschungspartner*innen über die Theorien Herbert Marcuses. Wirklich zu diskutieren, gemeinsam an Theorie zu arbeiten, sie zu kritisieren und weiter zu denken – ist ein innovativer Forschungsansatz, der mir so noch nicht begegnet ist. Dass ich nicht Interviews führe und dann mit einer Theorie analysiere, sondern auch die Theorie selbst zur Diskussion stelle, ist Teil meiner Auslegung eines dekolonialen Forschens.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Herbert Marcuse. Da das nicht möglich ist, mit seiner Schülerin Angela Davis, die sowohl immer wieder betont hat, wie wichtig es wäre, sich Herbert Marcuse neu anzueignen, als auch bei einem Besuch der kämpfenden Geflüchteten in Berlin 2015 sagte, die Refugee-Bewegung sei die Bewegung des 21. Jahrhunderts.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Herbert Marcuses Protesttheorie in Diskussion mit Intellektuellen der Refugee-Bewegung der 2010er Jahre.

Autor*in(nen)
Lisa Doppler
Buchtitel
Widerständiges Wissen Herbert Marcuses Protesttheorie in Diskussion mit Intellektuellen der Refugee-Bewegung der 2010er Jahre
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
364
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5941-2
DOI
10.14361/9783839459416
Warengruppe
1722
BIC-Code
JHBA JFFD HPCF
BISAC-Code
SOC026000 SOC007000 PHI040000
THEMA-Code
JHBA JBFG QDHR
Erscheinungsdatum
15. Dezember 2021
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Flucht, Migration
Adressaten
Soziologie, Sozialpsychologie, Anthropologie, Philosophie, Politikwissenschaft, Migrationsforschung
Schlagworte
Kritische Theorie, Geflüchtete, Refugee-Bewegung, Antirassismus, Dekoloniale Theorie, Solidarität, Herbert Marcuse, Soziale Bewegung, Flucht, Gesellschaft, Migration, Soziologische Theorie, Flüchtlingsforschung, Soziale Bewegungen, Soziologie

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