Die Friedliche Revolution 1989 und die Soziale Arbeit

Rückblicke und Ausblicke auf einen Epochenbruch: Zivilgesellschaft – Mitgestaltung – Hochschule

Auch 30 Jahre nach 1989 bleibt es für die Soziale Arbeit geboten, den zivilgesellschaftlichen Gehalt dieses Epochenbruchs zu bewahren. Die Beiträger*innen des Bandes laden zur Auseinandersetzung mit der Revolution und dem bildungspolitischen Erbe der DDR sowie den aktuellen Maßstäben ziviler Entwicklung, Emanzipation, Wirken gegen Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz ein. Ihre Zusammenschau von historischem Rückblick und aktuellen Aufgaben lotet neue Perspektiven für die Soziale Arbeit im Allgemeinen, die politische Bildung im Speziellen und die Zivilgesellschaftsforschung im weiteren Sinne aus.

45,00 € *

27. Dezember 2021, ca. 322 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5955-9

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Dezember 2021

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Júlia Wéber

Júlia Wéber, Hochschule Neubrandenburg, Deutschland

Kai Brauer

Kai Brauer, Hochschule Neubrandenburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

1989 wurde, auch in Bezug auf die Praxis der Sozialen Arbeit in Ostdeutschland, meist als Zäsur verstanden und kaum das revolutionäre Potenzial dieses Einschnittes beachtet. Nicht nur für die ostdeutschen Hochschulstandorte ist aber Wissen und Erinnerung an eine Revolution essentiell, die den Neuanfang ab 1990 erst ermöglichte: Für das Fallverständnis von Wendebiographien und deren Familiendynamiken, für die Entwicklungsgeschichte der Profession und nicht zuletzt für die zivilgesellschaftliche Basis der Demokratie. Studierende und Lehrende der Hochschule Neubrandenburg haben mit Fachkräften aus der Praxis, Zeitzeug*innen und Partner*innen aus der organisierten Zivilgesellschaft zum 30. Jahrestag der Revolution eine Vortragsreihe und eine Themenwoche ›Friedliche Revolution – Quo vadis Demokratie?‹ veranstaltet, deren Essentials mit immerhin 21 Beiträgen hier vorliegen und zur weiteren Diskussion anregen sollen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Band geht es um neue Sichtweisen zu den alltagsweltlichen Bedingungen, die das bislang wichtigste historische Ereignis nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa auszeichnen. Durch dokumentierte Diskussionsrunden und Einzelbeiträge werden im Band unterschiedliche Zugänge zur Friedlichen Revolution und der von dieser ausgehende gesellschaftliche Wandel in Ostdeutschland präsentiert. Kritisch beleuchtet werden z.B. die Wege und Umsetzungen der Transformation in der Ausbildung, die Erinnerungskultur nach 1990, Identitätsdiskussionen und offene Fragen zum Alltagsrassismus und der Stellung der Frauen in der Gesellschaft. Neu ist auch, dass hiermit ein Buchprojekt vorliegt, welches als Ergebnis einer vertieften gemeinsamen Auseinandersetzung von Studierenden, Lehrenden und Forschenden der Hochschule mit den Einwohnenden der Stadt Neubrandenburg und seiner Umgebung im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg Vorpommern, gelten kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Sowohl die Debatte um bürgerschaftliches Engagement, zur Entwicklung der Zivilgesellschaft und Demokratie in Deutschland seit 1990, als auch die Forschungen zur Ausbildung von Fachkräften in der Sozialen Arbeit, der Forschungen zu Rassismus und Anforderungen der Inklusion werden durch die Diskussionen und Einzelbeiträge bereichert. Es wird eine institutionelle Anerkennung der migrationsgesellschaftlichen Realität in Mecklenburg-Vorpommern eingefordert. Zudem wird für eine stärkere Kooperation bei der Erinnerungsarbeit von Hochschulangehörigen und den Vertreter*innen der Städte und Landkreise mit der organisierten Zivilgesellschaft geworben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Revolutionären von 1989 - also Menschen, die sich für die Friedliche Revolution in der Region Mecklenburgischen Seenplatte und darüber hinaus engagiert haben und bislang kaum für ihren Mut und Courage gewürdigt wurden. Ebenso sind Menschen, die vor 1990 sozialisiert wurden und jetzt in Sozialen Berufen tätig sind, wichtige Diskussionspartner*innen. Nicht zuletzt könnten Studierende der Sozialen Arbeit, der Gesundheitswissenschaften und Sozialpsychologie und -geographie, die die DDR nicht mehr selbst erlebt haben, sondern sie nur noch aus Erzählungen und Medienberichten kennen, durch Beiträge des Bandes zur Diskussion angeregt werden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Beiträge des Bandes stellen heraus, welche Potenziale im Erinnern an 1989 liegen und in welchen Handlungsfeldern Sozialer Berufe der Aufbau und die Stärkung zivilgesellschaftlicher Grundlagen auch in Zukunft erforderlich ist.

Autor_in(nen)
Júlia Wéber / Kai Brauer (Hg.)
Buchtitel
Die Friedliche Revolution 1989 und die Soziale Arbeit Rückblicke und Ausblicke auf einen Epochenbruch: Zivilgesellschaft – Mitgestaltung – Hochschule
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 322
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 38 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5955-9
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBLW3 HBTB
BISAC-Code
HIS014000 HIS037070 HIS054000
THEMA-Code
NHD NHTB
Erscheinungsdatum
27. Dezember 2021
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Politik, Wissenschaft, Bildung, Erinnerungskultur, Kulturgeschichte
Adressaten
Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaft, Soziologie, Beratung, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft sowie Hochschulangehörige und Akteur*innen der organisierten Zivilgesellschaft in den Bereichen Erinnerungsarbeit und Demokratieförderung
Schlagworte
Friedliche Revolution, Mecklenburgische Seenplatte, Hochschule, Zivilgesellschaft, 1989, Demokratie, Diskriminierung, Ostdeutschland, Bildung, Erinnerungskultur, Gesellschaft, Deutsche Geschichte, Zeitgeschichte, Sozialgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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