Paradoxa über Politik und Theater

Zur Bedeutung der Gegenmeinung bei Denis Diderot und Bertolt Brecht

Paradoxa als »Gegenmeinungen« sind zentrales Gestaltungsmerkmal der Texte von Denis Diderot und Bertolt Brecht. Beide gehören nicht nur zu den bekanntesten Theaterdichtern, sondern sind auch politische Autoren. Dies zeigt sich sowohl in der Wahl ihrer Themen als auch in ihrer Formsprache. Susanne Schmiedens ausführliche Lektüre ausgewählter Texte im Zusammenspiel mit zeitgenössischen theoretischen Diskursen demonstriert, dass Theater, Wissenschaft und Demokratie gleichermaßen Gegenmeinungen als ihre Möglichkeitsbedingung betrachten müssen. Für eine demokratische Gesellschaft gilt, diese nicht nur zuzulassen, sondern zum gemeinsamen Tanz aufzufordern.

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17. September 2021, 252 Seiten
ISBN: 978-3-7328-5963-4
Dateigröße: 0.87 MB

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Susanne Schmieden

Susanne Schmieden, Universität Luzern, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Frage, wie Politik und Theater im weitesten Sinne zusammenhängen, historisch und systematisch, beschäftigt mich schon seit langem und sie ist meines Erachtens momentan brisanter denn je. Mit meiner Doppelperspektive als Literaturwissenschaftlerin und Philosophin weiß ich seit Studientagen, dass sich die klügsten und ästhetisch anspruchsvollen Antworten auf zunächst einmal abstrakte Fragestellungen häufig in Literatur und Theater finden lassen. So auch hier.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die von mir mit Bedacht ausgewählten Texte zeigen auf, wie ein demokratischer Umgang mit Gegenmeinungen und Widerspruch aussehen kann. Die Formen eines solchen Umgangs sind mittlerweile in einer so umfassenden Weise abhanden gekommen, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Der exemplarische Blick in die Geistesgeschichte, wie ich ihn in meinem Buch wage, ermöglicht eine Reflexion dieser Entwicklungen und erinnert an mögliche Alternativen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Bedeutung eines Themas kann streng genommen erst im Nachhinein festgestellt werden und liegt auch in der Hand der Rezipienten. Dies ist mein Verständnis von Wissenschaft.

Mein Buch sollte über Einzeldebatten hinausgehend jedoch aufzeigen, dass Forschungsdebatten selbst ihre Form dahingehend in Frage stellen (lassen) müssen, ob sie ergebnisoffen, frei und demokratisch sind oder lediglich ›Wissenschaftstheater‹. So betrachtet liegt die Bedeutung des Themas in seiner überzeitlichen Gültigkeit.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Hannah Arendt, Günter Gaus und Marlon Brando.

5. Ihr Buch in einem Satz:

It takes two to tango.

Autor_in(nen)
Susanne Schmieden
Buchtitel
Paradoxa über Politik und Theater Zur Bedeutung der Gegenmeinung bei Denis Diderot und Bertolt Brecht
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
252
ISBN
978-3-7328-5963-4
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN DSB
BISAC-Code
PER011020 LIT004170
THEMA-Code
ATD DSB
Erscheinungsdatum
17. September 2021
Themen
Theater
Adressaten
Philosophie, Theaterwissenschaft, Literaturtheorie, Politische Theorie, Psychologie, Germanistik
Schlagworte
Denis Diderot, Bertolt Brecht, Demokratie, Theater, Paradox, Kommunikation, Wissenschaft, Theaterwissenschaft, Germanistik, Kulturtheorie

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