Einführung in die Wissenschaften

Wissenschaftstypen – Deutungskämpfe – Interdisziplinäre Kooperation

Pluralistische Wissenschaftstheorie ist kein etabliertes Format. Herkömmliche Darstellungen nehmen meist die Perspektive einer einzelnen Ausprägung von Wissenschaft ein, verbunden mit impliziten Wertungen und unbefragten Präferenzen. So belasten Kämpfe um Deutungshoheit notorisch die kooperative Forschung. Werner Kogge entfaltet demgegenüber einen neuen Ansatz: Er zeichnet nach, wie sich aus mehreren historischen Quellen verschiedene Typen wissenschaftlicher Forschung ausprägten, und wie diese Typen heute praktiziert werden. So entsteht ein Bild unterschiedlicher, aber gleichberechtigter Formen wissenschaftlicher Forschungspraxis, ohne hierarchische Staffelung oder eine evolutionäre Entwicklungslinie. Mit dieser Pluralität kommt auch eine neue Form von Interdisziplinarität in den Blick: strukturell, modular und praxisbezogen.

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5. Januar 2022, ca. 236 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5970-6
Dateigröße: ca. 10.68 MB

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Werner Kogge

Werner Kogge, Freie Universität Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wer die falschen Freunde hat, braucht keine Feinde mehr, sagt man. Die Wissenschaften haben beides. Wissenschaftsfeinde, die für diszipliniertes Denken und selbstkritisches Forschen nichts übrig haben und Wissenschaftsfreunde, die ein Bild von Wissenschaft propagieren als eine Art Maschine des Rechthabens. Wie dagegen Wissenschaften als historisch gewachsene, unterschiedliche, jeweils in sich motivierte Praxisformen entstanden und wie sie interdisziplinär zusammenarbeiten können, dies aufzuzeigen, ist das Ziel dieses Buchs.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dass wir auf interdisziplinäre Zusammenarbeit angewiesen sind, zeigt sich aktuell in der Pandemie, ist aber ein grundsätzliches gesellschaftliches Bedürfnis. Doch die Frage, wie Interdisziplinarität tatsächlich fruchtbar werden kann, ist alles andere als klar. Erst, wenn wir die Strukturen unterschiedlicher Wissenschaftstypen klar vor Augen haben, können wir sehen und konzeptualisieren, wie unterschiedliche Formen von Forschung ineinander greifen. Diese Perspektive will das Buch aufzeigen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Wissenschaftlichkeit gab immer wieder Anlass zu Kontroversen, die über die Wissenschaften hinaus strahlten. Denken Sie an C.P Snows ›Two Cultures‹ aus den 1950ern oder an die Debatten um Konstruktivismus aus den 1980er Jahren. Seitdem sich nun Politik auch in demokratischen Ländern vermehrt anti-wissenschaftlich positioniert, zeigt sich Wissenschaftlichkeit als ein verletzlichen Gut. Doch wie dieses Gut verteidigen? Szientistische Reflexe laufen letztlich darauf hinaus, GLAUBEN an Wissenschaft einzufordern. Das kann die Lösung nicht sein.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich dafür interessieren, was es strukturell mit Wissenschaften auf sich hat: Mit der Vielfalt der Disziplinen, die so unterschiedlich in Erscheinung treten und mit den Begründungen für wissenschaftliche Validität, die so verschiedenartig ausfallen. Wer interdisziplinär forscht, Forschung organisiert oder auch nur sich selbst in der unübersichtlichen Landschaft der Wissenschaften verorten will, wird in diesem Buch Hintergründe, Anregungen und Diskussionspunkte finden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wissenschaft im Singular ist eine Fiktion; nur wer die Vielfalt wissenschaftlicher Forschungspraxis anerkennt, kann mit ihr rechnen und mit ihr arbeiten.

Autor_in(nen)
Werner Kogge
Buchtitel
Einführung in die Wissenschaften Wissenschaftstypen – Deutungskämpfe – Interdisziplinäre Kooperation
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 236
Ausstattung
19 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5970-6
DOI
10.14361/9783839459706
Warengruppe
1521
BIC-Code
PDA PDR PDX
BISAC-Code
PHI004000 SCI075000 SOC026000 HIS054000 SCI034000
THEMA-Code
PDA PDR PDX
Erscheinungsdatum
5. Januar 2022
Themen
Wissenschaft
Adressaten
Interdisciplinary Studies, Science Studies, Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftsforschung, Wissenschaftsgeschichte sowie Praktiker*innen im Bereich interdisziplinärer Forschungsprojekte und Verbundforschung
Schlagworte
Pluralität, Wissenschaft, Wissenschaftsforschung, Verbundforschung, Interdisziplinarität, Wissenschaftskulturen, Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftsgeschichte, Universität, Philosophie

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