Post-/koloniale Erinnerungsdiskurse in der Medienkultur

Der Genozid an den Ovaherero und Nama in der deutschsprachigen Presse von 2001 bis 2016

Die Debatten um die Anerkennung des Ovaherero- und Nama-Genozids (1904-1908) im heutigen Namibia haben in den letzten beiden Jahrzehnten wachsende öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Kaya de Wolff hat die deutschsprachige Presseberichterstattung in den Jahren 2001 bis 2016 über den Umgang mit den Verbrechen deutscher Kolonialtruppen untersucht. Sie zeigt, aufgrund welcher Anlässe und auf welche Weisen medial an die historischen Ereignisse erinnert wird, welche Stimmen dabei (nicht) gehört werden und welche gesellschaftlichen Machtverhältnisse und Normen den Anerkennungskampf der Nachfahr*innen der Opfer bedingen.

55,00 € *

18. November 2021, 476 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5978-8

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Kaya de Wolff

Kaya de Wolff, Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die gegenwärtigen Auseinandersetzungen um eine offizielle Anerkennung des Genozids an den Ovaherero und Nama und eine mögliche Entschädigung bieten einen aktuellen Forschungsanlass. Sie verweisen auf eine noch ausstehende, weitaus umfassendere Reflexion der Kolonialvergangenheit und ihren Folgen, die hierzulande erst am Beginn steht. Das Thema begründet somit gleichsam ein neues gesellschaftspolitisches Problem- und interdisziplinäres Forschungsfeld, zu dem mein Buch einen kritischen Beitrag leistet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Meine Studie entwickelt eine kritische transdisziplinäre Perspektive auf Erinnerungsdiskurse als vielstimmige, kommunikative, mediatisierte und zunehmend transkulturelle Aushandlungsprozesse. Sie verbindet dabei Ansätze aus den Feldern der Memory Studies, Medien- und Kommunikationswissenschaft in der Tradition der Cultural Studies und Postcolonial Studies mit anerkennungs- und gerechtigkeitstheoretischen Überlegungen. Damit zeigt sie kritisch die gesellschaftspolitische Relevanz gegenwärtiger Auseinandersetzungen um die koloniale Vergangenheit und ihre Folgen auf verschiedenen Ebenen auf.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Genozid in Namibia und seine Langzeitfolgen wird in verschiedenen Forschungsfeldern erforscht, ebenso haben postkoloniale Studien in unterschiedlichen Disziplinen Impulse gegeben. Dabei ist die gegenwärtige Berichterstattung bisher aber nicht systematisch analysiert worden. Das Thema zeigt, dass hier interdisziplinäre Perspektiven gefordert sind, welche Einsichten der Erinnerungskulturforschung sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften mit gesellschaftstheoretischen Überlegungen zu Anerkennung und Gerechtigkeit verknüpft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Auf Seiten der Rezeption interessiert mich besonders die Einschätzung von Vertreter*innen der Ovaherero und Nama in Namibia und der Diaspora. Generell würde ich in Gruppendiskussionen aber auch gerne über die Wissensvorräte innerhalb verschiedener Öffentlichkeiten sprechen. Auf Seiten der Produktion reizt es mich, meine Analyse-Befunde gerne in Workshops mit Journalist*innen zu diskutieren, in Hinblick auf die (kolonialen) Quellen und teils stereotype Repräsentationsmuster in der Berichterstattung sowie deren Überwindung.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Berichterstattung bietet kritische Potenziale zur Transformation von Erinnerungsdiskursen, sie reproduziert jedoch auch post-/koloniale Wissensarchive und Anerkennungsordnungen.

Autor_in(nen)
Kaya de Wolff
Buchtitel
Post-/koloniale Erinnerungsdiskurse in der Medienkultur Der Genozid an den Ovaherero und Nama in der deutschsprachigen Presse von 2001 bis 2016
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
476
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 2 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5978-8
DOI
10.14361/9783839459782
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD HBTR JFC
BISAC-Code
SOC052000 POL045000 SOC022000
THEMA-Code
JBCT NHTR JBCC
Erscheinungsdatum
18. November 2021
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Medien, Erinnerungskultur
Adressaten
Medienwissenshcaft, Kommunikationswissenschaft, Postcolonial Studies, Memory Studies, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Postkoloniale Studien, Deutsche Kolonialgeschichte, Ovaherero, Herero, Nama, Genozid, Namibia, Medien, Presseberichterstattung, Erinnerung, Anerkennung, Postkolonialismus, Erinnerungskultur, Medienästhetik, Medienwissenschaft
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