Formen kollektiver Intentionalität

Eine interdisziplinäre Typologie

In der Debatte der kollektiven Intentionalität lassen sich drei Hauptströmungen ausmachen: Phänomenologie, Sprachanalytik und evolutionäre Verhaltensforschung. Claudia Schroth strebt eine methodologische und terminologische Gegenüberstellung an, etwa hinsichtlich der Verwendung der Begriffe »Intentionalität«, »Kollektiv«, »shared« und »joint«. Strömungsübergreifend gilt: Für eine tiefgreifende Gemeinschaft müssen die Beteiligten auf ein und dasselbe Objekt in ein und derselben Weise bezogen sein, sodass ein spezifisches »Subjekt« – ein Team – entstehen kann.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Vorwort

    Seiten 7 - 12
  4. Einleitung

    Eine Typologie der Intentionalität

    Seiten 13 - 25
  5. Die Problemgeschichte und Forschungssituation

    Seiten 25 - 36
  6. 1. Intentionalität: Drei Ansätze

    Einleitung

    Seiten 37 - 41
  7. 1.1 Der Ansatz der Phänomenologie: Intentionalität als Bewusstsein von etwas

    Seiten 41 - 47
  8. 1.2 Der Ansatz der Sprachanalytik: Intentionalität als Bewusstsein einer Absicht

    Seiten 47 - 60
  9. 1.3 Der Ansatz der evolutionären Verhaltensforschung: Intentionalität als Bewusstsein eines Handlungsvollzugs

    Seiten 60 - 62
  10. 1.4 Zwischenfazit zu Kapitel 1

    Seiten 63 - 64
  11. 2. Geteiltheit, Gemeinsamkeit und Kollektivität: Zwei Voraussetzungsebenen

    Einleitung

    Seiten 65 - 67
  12. 2.1 Die kognitiven Fähigkeiten der Beteiligten

    Seiten 67 - 93
  13. 2.2 Der ontologische Status der Beteiligten: Gehirn im Tank und Robinson Crusoe

    Seiten 93 - 140
  14. 3. Intentionalitätsformen: Drei Konzepte

    Einleitung

    Seiten 141 - 144
  15. 3.1 Der Ansatz der Phänomenologie: Die Intentionalitätsformen als ein–, gegen- und wechselseitige Bezugnahmen

    Seiten 144 - 192
  16. 3.2 Der Ansatz der Sprachanalytik: Die Intentionalitätsformen als Koordination und Kooperation

    Seiten 193 - 296
  17. 3.3 Der Ansatz der evolutionären Verhaltensforschung: Die Intentionalitätsformen als differentia specifica zwischen Tier und Mensch

    Seiten 296 - 385
  18. 3.4 Zwischenfazit zu Kapitel 3

    Seiten 385 - 396
  19. 4. Die Intentionalitätsmomente der Geteiltheit, Gemeinsamkeit und Kollektivität

    Einleitung

    Seiten 397 - 402
  20. 4.1 Identität des Intentionalitätsobjektes: Carsharing und Wohngemeinschaft

    Seiten 402 - 406
  21. 4.2 Identität des Intentionalitätsobjektes sowie des Intentionalitätsmodus: Gemeinsames Auto und trauernde Eltern

    Seiten 406 - 408
  22. 4.3 Identität des Intentionalitätsobjektes, des Intentionalitätsmodus sowie des Intentionalitätssubjektes: Familienauto und Fußballmannschaft

    Seiten 408 - 416
  23. 4.4 Zwischenfazit zu Kapitel 4

    Seiten 417 - 418
  24. Gesamtfazit

    Zusammenfassung der Debatte

    Seiten 419 - 439
  25. Das Erleben des identischen Objektes als Form der kollektiven Intentionalität

    Seiten 439 - 444
  26. Tabellenverzeichnis

    Seiten 445 - 446
  27. Literaturverzeichnis

    Seiten 447 - 476
  28. Index

    Seiten 477 - 488
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25. April 2022, 488 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5987-0

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Claudia Schroth

Claudia Schroth, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der Begriff ›collective intentionality‹ wurde erstmals 1990 verwendet und spätestens seitdem besteht ein ziemliches Begriffswirrwarr, wie unter anderem: ›collective‹, ›shared‹, ›joint‹, ›social‹ und ›intersubjective intentionality‹. Aber welches Phänomen kann berechtigterweise wie bezeichnet werden? Es gehen beispielsweise bereits die Positionen darin stark auseinander, was unter ›Kollektiv- und Intentionalität‹ zu verstehen ist – genau deshalb betreibe ich zunächst klassische Begriffsarbeit.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Meine Dissertation beinhaltet erstens die notwendige Begriffsarbeit hinsichtlich der drei Hauptströmungen: Phänomenologie, Sprachanalytik und evolutionäre Verhaltensforschung. Sie basiert zweitens auf dem aktuellsten Forschungsstand, schildert drittens ausdrücklich die kognitiven und ontologischen Voraussetzungen dieser Intentionalitätsformen und macht sich viertens für eine neue Bezeichnungsverwendung stark. Intentionalitätsformen, -momente, -stufen und -konzepte als dies wird differenziert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Kollektive Intentionalität ist – je nach Auslegung – die soziale wechselseitige Bezugnahme, die sich in einer spezifischen Leiblichkeit manifestiert, die Konstitution von sozialen und institutionellen Tatsachen oder die differentia specifica zwischen dem Tier und dem Menschen. In all diesen Ansätzen ist es jedoch stets die Bezeichnung für die tiefgreifendste Bezugnahme die Beteiligte miteinander eingehen können und ist somit essentiell für sämtliche Debatte um die Gemeinschaft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Hätte ich eine Zeitmaschine, so würde ich am liebsten – ob nun über mein Buch oder eine andere Thematik – mit Edmund Husserl, Max Scheler und Roger Willemsen sprechen. Die beiden ersten sind Leitfiguren meines gesamten Studiums, wobei sie unter anderem zahlreiche Gedanken der Debatte um die kollektive Intentionalität vorwegnahmen. Roger Willemsen konnte Erlebnisse begrifflich unheimlich präzise beschreiben und war damit so etwas wie ein moderner Phänomenologe. Diese drei würden mich sehr reizen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Miteinander denken, handeln und fühlen heißt, auf identische Weise auf ein identisches Objekt gerichtet zu sein, also ein Pluralsubjekt zu sein.

Autor*in(nen)
Claudia Schroth
Buchtitel
Formen kollektiver Intentionalität Eine interdisziplinäre Typologie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
488
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5987-0
DOI
10.14361/9783839459874
Warengruppe
1722
BIC-Code
JHBA HPS
BISAC-Code
SOC026000 PHI034000
THEMA-Code
JHBA QDTS
Erscheinungsdatum
25. April 2022
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Sprache
Adressaten
Philosophie, Verhaltensforschung, Anthropologie, Kollektivwissenschaft
Schlagworte
Kollektive Intentionalität, Intersubjektivität, Reziprozität, Wir-Modus, Differentia Specifica, Phänomenologie, Sprachanalytik, Verhaltensforschung, Evolution, Gesellschaft, Soziologische Theorie, Sozialphilosophie, Philosophie, Soziologie

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