Narco-Rap

Eine kulturwissenschaftliche Perspektive auf die Grenzstadtperipherie und das organisierte Verbrechen in Mexiko

Der mexikanische Narco-Rap entstand im Jahr 2008 innerhalb des Drogenkriegs in den Städten entlang der US-amerikanischen Grenze. Er dokumentiert die bewaffneten Auseinandersetzungen, welche die Grenzstädte fast täglich erschüttern. Gleichzeitig wird er vom organisierten Verbrechen zu Propagandazwecken instrumentalisiert, wodurch er sich von anderen Rap-Genres abhebt. Christiane M. Goßen zeigt, wie durch diese Instrumentalisierung im Narco-Rap aus einer ungewöhnlichen Perspektive soziale und existenzielle Räume, Imaginarien und urbane Identitäten inklusive bestimmter Rollenerfüllungen (re-)präsentiert werden. Damit bietet ihre Studie einen Einblick in die Bedeutung der Drogenkriminalität für das Leben in den Grenzstädten Mexikos.

45,00 € *

1. Oktober 2021, 276 Seiten
ISBN: 978-3-8376-6037-1

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Christiane M. Goßen

Christian M. Goßen, Universität Duisburg-Essen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der Narco-Rap funktioniert als Bindeglied zwischen der Grenzstadtperipherie und dem Drogenkrieg, hat aber bis jetzt wenig akademische Aufmerksamkeit erhalten. Dieses Buch beschäftigt sich aus dem Blickwinkel der Musik mit dem Leben derjenigen Menschen, die aufgrund ihrer benachteiligten Stellung in der mexikanischen Gesellschaft an der Grenzstadtperipherie leben und deren Alltag besonders stark vom Drogenkrieg betroffen ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In diesem Buch steht das Studienobjekt, der Narco-Rap, im Mittelpunkt und spricht selbst über Armut, Kriminalität, Geschlechterrollen und Glaubenssätze. Durch die detaillierte Analyse der Songtexte, Musik und Performance wird eine alternative Kartierung der Grenzstädte gezeichnet, die das Leben an der Grenzstadtperipherie und das Verhältnis zum organisierten Verbrechen begreifbar macht. Zusätzlich sorgen die Kommentare und Erläuterungen der Rapper für einen besonderen Realitätsbezug.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Erforschung des Rap seit den 1980er Jahren konzentriert sich in der Regel auf sein Potenzial, soziale Missstände zu kritisieren. Oft werden Projekte von Regierungen und Nicht-Regierungs-Organisationen, die den Rap für wohltätige Zwecke nutzen, thematisiert. Dieses Buch untersucht hingegen seine Instrumentalisierung durch einen Antagonisten des Staates – das organisierte Verbrechen. Der Narco-Rap versteht sich eher als Propagandamusik und knüpft somit an die Tradition der ›Narcocorridos‹ an.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich würde »Narco-Rap« gleichermaßen gern mit nationalen und internationalen Forschenden und Studierenden zu den Themen Rap, musikalische und künstlerische Subkulturen sowie kriminelle Strukturen diskutieren. Generell möchte ich aber auch mit einem breiteren Publikum, also mit allen Menschen, die sich für urbane Musik, die Stadtperipherie und die US-mexikanische Grenze interessieren, in Dialog treten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Narco-Rap« bietet über den Zugang der Musik einen unkonventionellen Einblick in den Drogenkrieg und die mexikanische Grenzstadtperipherie.

O-Ton: »Wie ein Pakt mit dem Teufel« – Christiane Großen im Interview bei Deutschlandfunk – Tonart am 20.10.2021.
Deutschlandfunk – Tonart
Autor_in(nen)
Christiane M. Goßen
Buchtitel
Narco-Rap Eine kulturwissenschaftliche Perspektive auf die Grenzstadtperipherie und das organisierte Verbrechen in Mexiko
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
276
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 2 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-6037-1
DOI
10.14361/9783839460375
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC AVA AVGP JHB RGC
BISAC-Code
SOC022000 MUS020000 SOC026000
THEMA-Code
JBCC AVA AVLP JHB RGC
Erscheinungsdatum
1. Oktober 2021
Auflage
1
Themen
Stadt, Musik, Popkultur, Raum
Adressaten
Kulturwissenschaft, Anthropologie, Lateinamerikanistik, Musikwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Rap, Musik, Kultur, Mexiko, Grenze, Drogenkrieg, Organisiertes Verbrechen, Kriminalität, Armut, Popkultur, Raum, Cultural Studies, Popmusik, Lateinamerika, Kulturwissenschaft

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