Der Geist der Potentiale

Zur Genealogie der Begabung als pädagogisches Leistungsmotiv

In der geschäftigen modernen Welt ist der Mensch zunehmend auf der Suche nach dem, was noch möglich ist: Welche Chancen bieten sich noch? Welche verborgenen Fähigkeiten wollen geweckt werden? Die Suche nach dem ungelebten Leben, nach den »Potentialen« ist symptomatisch für unsere Zeit. Florian Heßdörfer hinterfragt mit seiner genealogischen Rekonstruktion dieses Narrativ und seine Geschichte. Dabei wird deutlich, wie sich die Figur des individuellen Potentials als pädagogisches Leitmotiv etabliert, das die Verschiedenheit der Menschen thematisiert und ihre leistungsorientierte Integration in produktive Gemeinschaften organisiert.

34,99 € *

3. Dezember 2021, ca. 244 Seiten
ISBN: 978-3-8394-6051-1
Dateigröße: ca. 4.88 MB

als Sofortdownload verfügbar

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer.

Weiterempfehlen

Florian Heßdörfer

Florian Heßdorf, Universität Leipzig, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mir scheint, dass das Nachdenken und Reden über Potentiale ein Leitmotiv der Gegenwart darstellt – nicht nur im engeren Sinne von Begabungen und Talenten, sondern ganz allgemein im Hinblick auf das, was man aus seinem Leben alles machen zu können glaubt. Gleichzeitig gehe ich davon aus, dass man dieses Motiv besser versteht, wenn man seine Entstehung vor ungefähr 100 Jahren ins Auge fasst.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich versuche zu zeigen, wie dieses Motiv des möglichen Lebens eine mehr und mehr individualistische Lesart annimmt; dahingehend, dass die Frage nach den Spielräumen des ungelebten Lebens nicht mehr als kollektiv zu beantwortende und zu gestaltende erscheint, sondern in Form individueller Lebensprojekte der Einzelnen. Bei diesem Prozess spielen pädagogische und psychologische Denkformen eine wesentliche Rolle.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema der Potentiale taucht überall dort auf, wo es um die Veränderbarkeit der Gegenwart und der Zukunft geht. Und um die Blockade, die sich hierbei im Denken, Handeln und Vorstellen auftut, ein wenig zu lösen, halte ich es für notwendig, den Sinn für das Mögliche zu schärfen. Ein Werkzeug dafür liegt in der Rekonstruktion der eingeübten Formen, in denen wir diesen Sinn historisch auf eben jene Weise ausgeprägt haben, die uns nun begleitet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Gerne mit drei unterschiedlichen Arten von Gesprächspartner:innen: Einmal mit denen, die mein grundlegendes Interesse teilen, aber von dort aus zu ganz anderen Beobachtungen und Fragen kommen; ebenso gerne mit denen, die sich zwar mit demselben historischen Material auseinandersetzen, aber von einer anderen Richtung darauf blicken; und nicht zuletzt auch mit denen, die einfach über den einen oder anderen Satz stolpern und von dort aus gerne weiterdenken wollen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Versuch, die Idee des möglichen und ungelebten Lebens genealogisch zu rekonstruieren – und das auf dem Feld pädagogischer Denkformen.

Autor_in(nen)
Florian Heßdörfer
Buchtitel
Der Geist der Potentiale Zur Genealogie der Begabung als pädagogisches Leistungsmotiv
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 244
Ausstattung
10 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-6051-1
Warengruppe
1571
BIC-Code
JNA
BISAC-Code
EDU016000 EDU040000
THEMA-Code
JNB JNA
Erscheinungsdatum
3. Dezember 2021
Themen
Bildung
Adressaten
Erziehungswissenschaft, Soziologie, Geschichte, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Potential, Suche, Bildung, Individualisierung, Begabung, Moderne, Leistung, Chancen, Bildungsgeschichte, Bildungstheorie, Bildungsforschung, Pädagogik

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung