Ermächtigung durch Sichtbarkeit?

Filmprojekte mit fluchterfahrenen Jugendlichen in Deutschland

Im Kontext partizipativer Filmprojekte für fluchterfahrene Jugendliche wird Sichtbarkeit oft mit Ermächtigung gleichgesetzt. Gerhard Schönhofer hinterfragt diese Logik, indem er Prozesse des Sichtbarmachens, wie sie in Workshop-Formaten geschehen, ethnografisch beschreibt. Durch die Nähe zum Forschungsfeld wird somit nicht nur ein präzises Bild des Selbstverständnisses, sondern auch der Anspruchshaltungen der Projektleitenden gezeichnet, die bisweilen im Spannungsfeld zu den Motivationen der teilnehmenden Jugendlichen stehen.

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14. Februar 2022, 352 Seiten
ISBN: 978-3-8376-6061-6

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Gerhard Schönhofer

Gerhard Schönhofer, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Anhand der ethnografischer Erforschung von Praktiken des Sichtbarmachens migrantisierter Akteur*innen im Rahmen kollaborativer Medienproduktionen vermag dieses Buch einen kulturanthropologischen Beitrag zur differenzierteren Beschreibung humanitaristischer Diskurse rund um Flucht in Migration beizutragen. Es beschreibt die Beweggründe für Akte des Sichtbarmachens aus der Perspektive derer, die als Ermächtigende und Teilhabe Offerierende auftreten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Basierend auf teilnehmender Beobachtung bei Filmprojekten für fluchterfahrene Jugendliche und qualitativen Interviews sowohl mit den Koordinierenden als auch mit den Teilnehmenden konzentriert sich dieses Buch auf die Motivationen derer, die fluchterfahrene Menschen medial sichtbar(er) machen wollen. Es wird deutlich, dass Akteur*innen oftmals von prekären Projektsituationen, machtvoller Einflussnahme Dritter und gesetzten Verwertungslogiken ihrer Arbeit signifikant eingeschränkt sind.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zu bestehenden, diskurs- und medienanalytischen Vorarbeiten zu Repräsentationsstrategien der ›fremden Anderen‹ in medialen Diskursen ergänzt dieses Buch relevante Perspektiven der Koordinierenden und Teilnehmenden selbst. Neben der Auseinandersetzung mit den in den Projektformaten entstandenen Kurzfilmen bezieht es auch Prozesse der Produktion und Rezeption – etwa bei Premieren- oder Abschlussfeiern – mit ein, die der Autor dicht beschreibt und interpretiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Eine Diskussion dieses Buches wäre methodisch für mich neben Vertreter*innen der ethnografisch arbeitenden Disziplinen besonders unter inhaltlichen Aspekten mit Praktizierenden und Lehrenden aus pädagogisch arbeitenden Disziplinen interessant. Auch Projektträger, Financiers und Schirmherr*innen von Ermächtigungsprojekten für marginalisierte Gruppen empfände ich als interessante Diskussionpartner*innen, am besten gemeinsam mit Teilnehmenden und Durchführenden untersuchter Projektformate.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Ermächtigung durch Sichtbarkeit?« hinterfragt kritisch die Logik der Gleichsetzung von erhöhter Sichtbarkeit qua erhöhter Teilhabe marginalisierter Gruppen.

Besprochen in:
www.hhprinzler.de, 11.05.2022, Hans Helmut Prinzler
Autor*in(nen)
Gerhard Schönhofer
Buchtitel
Ermächtigung durch Sichtbarkeit? Filmprojekte mit fluchterfahrenen Jugendlichen in Deutschland
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
352
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-6061-6
DOI
10.14361/9783839460610
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFN JFFD JFD APFA
BISAC-Code
SOC007000 SOC052000 PER004030
THEMA-Code
JBFH JBFG JBCT ATF
Erscheinungsdatum
14. Februar 2022
Auflage
1
Themen
Flucht, Film
Adressaten
Soziologe, Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft, Migrationsforschung, Medienpädagogik, Filmwissenschaft
Schlagworte
Flucht, Migration, Film, Repräsentation, Partizipation, Ermächtigung, Sichtbarkeit, Flüchtlingsforschung, Sozialarbeit

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