Ästhetische Geschichtserkenntnis

Historische Erinnerung im filmischen Werk Andres Veiels

Mit seinen preisgekrönten Filmen dringt Andres Veiel immer wieder zu den Hintergründen deutscher Geschichte vor. Kennzeichnend für seinen Ansatz sind die ästhetischen Verfahrensweisen, durch die er einen originären Beitrag in der langen Tradition der Auseinandersetzung zwischen wissenschaftlicher und künstlerischer Aneignung von Geschichte leistet. Andre Bartoniczek arbeitet die Signaturen dieser Tradition auf, zeichnet die Entwicklung des Dokumentarfilms nach und liefert als erste umfangreiche Untersuchung Veiels geschichtlicher Filme eine Werkanalyse, die letztlich der Frage nachgeht: Was ist und wie gelingt historische Erinnerung? Dabei kommt auch der Filmemacher selbst zu Wort.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. I. Einleitung

    Vorwort

    Seiten 7 - 18
  4. II. Die Tradition des künstlerischen Arguments

    II.1. Die Goethezeit

    Seiten 19 - 29
  5. II.2. Der kritizistische Einwand: Niebuhr und Büchner

    Seiten 29 - 38
  6. II.3. Geschichtswissenschaft im 19. Jahrhundert – Aporien und ein ästhetisches Zugeständnis

    Seiten 38 - 42
  7. III. Geschichte im Dokumentarfilm

    III.1. Filmhistorische Voraussetzungen

    Seiten 43 - 61
  8. III.2. Geschichte als Gegenstand des Dokumentarfilms

    Seiten 61 - 146
  9. IV. Andres Veiel

    IV.1. Biographische Aspekte

    Seiten 147 - 165
  10. IV.2.1. Der Entstehungsprozess

    Vorwort

    Seiten 165 - 169
  11. IV.2.2. Analyse

    IV.2.2.1. Der Titel

    Seiten 169 - 171
  12. IV.2.2.2. Die Exposition

    Seiten 171 - 178
  13. IV.2.2.3. Personalisierung: Geschichte als Biographie

    Seiten 179 - 194
  14. IV.2.2.4. Die Gesamtkomposition

    Seiten 194 - 204
  15. IV.2.2.5. Bilder

    Seiten 204 - 241
  16. IV.2.2.6. Reenactment

    Seiten 241 - 255
  17. IV.2.2.7. Interviews

    Seiten 255 - 271
  18. IV.2.2.8. Zeit

    Seiten 271 - 278
  19. IV.3.1. Der Entstehungsprozess

    Vorwort

    Seiten 278 - 282
  20. IV.3.2. Analyse

    IV.3.2.1. Interviews

    Seiten 282 - 285
  21. IV.3.2.2. Verfremdung

    Seiten 285 - 294
  22. IV.3.2.3. Zeit

    Seiten 294 - 301
  23. IV.3.2.4. Der Umgang mit den Dokumenten

    Seiten 301 - 322
  24. IV.3.2.5. Der Titel

    Seiten 322 - 324
  25. IV.3.2.6. Exkurs: Uckermark von Volker Koepp und Zur falschen Zeit am falschen Ort von Tamara Milosevic

    Seiten 324 - 335
  26. IV.4. Wer wenn nicht wir (2011)

    Vorwort

    Seiten 335 - 344
  27. IV.5. Perspektivische Wendung: Beuys und Let them eat money. Welche Zukunft?!

    Vorwort

    Seiten 344 - 352
  28. V. Schluss

    Vorwort

    Seiten 353 - 386
  29. VI. Literatur

    Vorwort

    Seiten 387 - 410
  30. VII. Filmographie

    Vorwort

    Seiten 411 - 414
  31. VIII. Anhang: Interviews mit Andres Veiel

    VIII.1. Interview, Berlin, 27. Januar 2018

    Seiten 415 - 433
  32. VIII.2. Interview: Berlin, 1. Juni 2018

    Seiten 433 - 454
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55,99 € *

3. Februar 2022, 454 Seiten
ISBN: 978-3-8394-6063-4
Dateigröße: 2.96 MB

als Sofortdownload verfügbar

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer.

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Andre Bartoniczek

Andre Bartoniczek, Historiker, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Eine produktive Gestaltung aktueller gesellschaftlicher Verhältnisse setzt geschichtliche Einsicht voraus: Sie bildet die Grundlage biographischer und politischer Orientierung. Zugleich steht zur Debatte, wie ein tragfähiger Zugang zur Geschichte überhaupt aussehen kann: Immer wieder insistieren Künstler – insbesondere auch Andres Veiel – auf die Bedeutung ästhetischer Ansätze, durch die sich historische Erkenntnis maßgeblich vertieft bzw. überhaupt erst möglich wird.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

An den Filmen Andres Veiels wird nachvollziehbar, inwieweit künstlerische Verfahrensweisen die geschichtliche Analyse nicht nur im Sinne ästhetischer Darstellung ›verpacken‹ oder illustrieren, sondern den Erkenntnisprozess selbst vertiefen. Das Buch beschreibt, wie der reflektierende Zugang zur Geschichte als solcher zu erweitern ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die historische Erinnerungsforschung erfährt eine Beleuchtung durch die Analyse erinnerungspsychologischer Prozesse. Dabei wird die vieldiskutierte Bedeutung des Bildes für die Aneignung von Geschichte aufgearbeitet und im Kontext der aktuellen filmischen Darstellungsformen (vom Essayfilm bis zum Dokudrama) das spannungsreiche Verhältnis von Dokumentation und Fiktion, positivistischer Wissenschaft und ›history goes pop‹ ausgeleuchtet, das gerade beim Film paradigmatisch auftritt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen geschichtsinteressierten Menschen, Historikern und Künstlern.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Werk Andres Veiels und die Genese des historischen Dokumentarfilms: Zugänge zur Wirklichkeit des Geschichtlichen.

»Ein Basiswerk zum Dokumentarfilm und zu Andres Veiel.«
Hans Helmut Prinzler, www.hhprinzler.de, 22.03.2022
Autor*in(nen)
Andre Bartoniczek
Buchtitel
Ästhetische Geschichtserkenntnis Historische Erinnerung im filmischen Werk Andres Veiels
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
454
Ausstattung
1 Farbabbildung
ISBN
978-3-8394-6063-4
DOI
10.14361/9783839460634
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFD APFA HBJD
BISAC-Code
HIS054000 SOC052000 PER004030 HIS014000
THEMA-Code
NHTB JBCT ATF NHD
Erscheinungsdatum
3. Februar 2022
Themen
Kulturgeschichte, Film
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Filmwissenschaft, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Andres Veiel, Deutsche Geschichte, Erinnerung, BRD, Film, Dokumentarfilm, Medienästhetik, Ästhetik, Kulturgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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