Mit Geld spielt man nicht!

Glücksspiel und »Glücksspielsucht« im parlamentarischen Diskurs

Es geht um sehr viel Geld. Mehr als 16 Milliarden Euro haben die Menschen in Deutschland im Jahr 2019 beim Glücksspiel verloren. Nach jahrzehntelangem Ringen hat sich die Politik jetzt dazu entschlossen, den Glücksspielmarkt im Internet zu legalisieren – die Suchtexpert*innen sind alarmiert. Vor diesem Hintergrund untersucht Gerd Möll den Glücksspieldiskurs in verschiedenen Landesparlamenten und im Bundestag. Seine Analyse zeigt, dass »Glücksspielsucht« einerseits als medizinischer Sachverhalt präsentiert wird, andererseits aber auf moralischen Wirklichkeitsvorstellungen beruht. Das Problemmuster »Glücksspielsucht« wird dabei für unterschiedliche gesellschaftliche Interessen instrumentalisiert und legitimiert darüber hinaus ein neues Kontrollregime.

45,00 € *

13. Oktober 2021, 254 Seiten
ISBN: 978-3-8376-6071-5

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Gerd Möll

Gerd Möll, Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das kommerzielle Glücksspiel erlebt seit vielen Jahren einen weltweiten Boom und damit auch der Diskurs über das Glücksspiel. Insbesondere die deutschsprachige Soziologie hat sich bislang kaum einmal für dieses Phänomen interessiert, sondern das Feld Psychologen, Medizinern, Juristen und Ökonomen überlassen. Entsprechend eingeschränkt ist das vorherrschende Verständnis des Glücksspielverhaltens.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Studie zeigt, dass im parlamentarischen Diskurs zum Glücksspiel das Verhältnis zwischen privater Freiheit und sozialer Kontrolle der Spielenden seit jeher ambivalent ist. Bemerkenswert ist nun, dass sich gegenwärtig ausgerechnet unter dem Banner der Liberalisierung des Glücksspiels dieses Verhältnis massiv zu Gunsten von Kontrolle verschiebt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Glücksspieldiskurse und ihre gesellschaftlichen Implikationen sind zwar im Rahmen der internationalen Forschung bereits vereinzelt analysiert worden. Glücksspieldiskurse in Deutschland und ihre Auswirkungen sind dagegen bislang ein weitgehend unbekanntes Gelände.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die die zunehmende Überwachung der Privatsphäre vorantreiben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der parlamentarische Glücksspieldiskurs beruht auf einer Fiktion (›natürlicher (Glücks-)Spieltrieb‹), mit der weitreichende Kontrollinteressen legitimiert werden.

Autor_in(nen)
Gerd Möll
Buchtitel
Mit Geld spielt man nicht! Glücksspiel und »Glücksspielsucht« im parlamentarischen Diskurs
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
254
Ausstattung
kart., Klebebindung, 5 SW-Abbildungen, 1 Farbabbildung
ISBN
978-3-8376-6071-5
DOI
10.14361/9783839460719
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFH MBS JHB JFC
BISAC-Code
SOC057000 POL010000 SOC026000 SOC022000
THEMA-Code
JBFN MBS JHB JBCC
Erscheinungsdatum
13. Oktober 2021
Auflage
1
Themen
Medizin, Politik
Adressaten
Glücksspielforschung, Soziologie, Diskursanalyse, Kultursoziologie, Politikwissenschaft
Schlagworte
Glücksspiel, Sucht, Soziale Kontrolle, Parlamentsdiskurs, Medizin, Politik, Medizinsoziologie, Politische Soziologie, Kultursoziologie, Politikwissenschaft, Soziologie

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