Zwischen Internationalismus und Sachpolitik

Die trotzkistische Bewegung in der Schweiz, 1945-1968

Der Schweizer Trotzkismus in der Nachkriegszeit bestand aus kleinen, aber beständigen politischen Gruppierungen. Diese schafften es trotz ihrer geringen Größe und entgegen dem antikommunistischen Klima der geistigen Landesverteidigung, für sie zentrale Themen in breiteren gesellschaftlichen Kreisen ins Gespräch zu bringen. So etwa den Widerstand gegen die atomare Bewaffnung der Schweizer Armee, die Solidarität mit der algerischen Bevölkerung während des Algerienkrieges oder Forderungen nach einem allgemeingültigen Mindestlohn. Lucas Federer untersucht das Wirken und die politischen Konzeptionen dieser einzigartigen Strömung der Arbeiter*innenbewegung und fragt nach ihrem Einfluss auf die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Schweiz im Kalten Krieg.

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14. März 2022, 362 Seiten
ISBN: 978-3-7328-6144-6
Dateigröße: 16 MB

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Lucas Federer

Lucas Federer, Universität Zürich, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mit einem Blick auf die trotzkistischen Organisationen zwischen dem 2. Weltkrieg und 1968 werden nicht nur diese selbst besser verständlich, es lässt sich auch einiges über das Wesen und den Zustand der Schweiz im Kalten Krieg, über ihre Gesellschaft und die zu jener Zeit zentralen politischen Entwicklungen erkennen. Der Trotzkismus ist zwar nur eine kleine Strömung der politischen Linken, aber er hat ein einzigartiges theoretisches Fundament und eine spannende internationale politische Praxis.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bislang wurde die Geschichte des Trotzkismus zumeist als politische Rechtfertigung einer oder mehrerer seiner Strömungen geschrieben. Das vorliegende Buch hingegen öffnet diesen Blick und nimmt die trotzkistischen Organisationen als Produkt ihrer Zeit und im Kontext der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den Blick.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Schweiz im Kalten Krieg, der in ihr vorherrschende Antikommunismus und die Positionierung des Landes im Ost-West-Konflikt wurden in den letzten Jahren immer wieder historisch beleuchtet. Der Fokus auf eine kleine politische Strömung, die sowohl dem (post-)stalinistischen Kommunismus als auch dem kapitalistischen Westen ablehnend gegenüberstand, lässt viele der Mechanismen, der politischen Vorstellungen und der staatlichen Praxen deutlich erkennen, die für die Schweiz zwischen Zweitem Weltkrieg und 1968 prägend waren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Es wäre natürlich besonders spannend, dieses Buch mit den darin vorkommenden Personen zu besprechen und zu sehen was der im Geheimen politisch engagierte Kühlschrankfabrikant, die in der Schweiz gesuchten algerischen Widerstandskämpfer oder der bis in die trotzkistischen Führungsriegen vorgedrungene ostdeutsche Spitzel zu den Darstellungen zu sagen hätten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch bietet einen Blick auf die Kleinstorganisationen des Schweizer Trotzkismus und durch diese hindurch auf eine politisch und kulturell einengende Schweiz zwischen dem Zweiten Weltkrieg und 1968.

Besprochen in:
https://sozialismus.ch, 12.04.2022
Autor*in(nen)
Lucas Federer
Buchtitel
Zwischen Internationalismus und Sachpolitik Die trotzkistische Bewegung in der Schweiz, 1945-1968
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
362
Ausstattung
16 SW-Abbildungen, 17 Farbabbildungen
ISBN
978-3-7328-6144-6
DOI
10.14361/9783839461440
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBTB HBLW3
BISAC-Code
HIS010000 HIS054000 HIS037070
THEMA-Code
NHD NHTB
Erscheinungsdatum
14. März 2022
Themen
Globalisierung, Gesellschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft
Schlagworte
Trotzkismus, Kommunismus, Kalter Krieg, Schweiz, Algeriensolidarität, Anti-Atomwaffen-Bewegung, Soziale Bewegung, Gesellschaft, Globalisierung, Kulturgeschichte, Europäische Geschichte, Zeitgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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