Trauma im Computerspiel

Mediale Repräsentationen mentaler Extremerfahrungen

Über das Medium Computerspiel findet zunehmend eine Auseinandersetzung mit psychologischen Traumata statt. Posttraumatische Belastungsstörung, Krankheit und Tod sowie Depressionen und Phobien sind hierbei vorherrschende Themen und Motive. Thomas Spies zeigt in einem historischen Überblick und in vergleichenden Analysen Tendenzen der kulturellen Repräsentation auf. Die Beschäftigung mit Titeln wie »Papers, Please«, »Hellblade: Senua's Sacrifice« und »Disco Elysium« lässt deutlich werden, wie Computerspiele zunehmend medienspezifische Möglichkeiten finden, die Vielfalt und Komplexität traumatischer Erfahrungen zu vermitteln.

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20. April 2022, 324 Seiten
ISBN: 978-3-7328-6152-1
Dateigröße: 11.54 MB

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Thomas Spies

Thomas Spies, Universität zu Köln, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Medium Computerspiel hat nicht nur ökonomisch die historisch älteren audiovisuellen Medien längst abgehängt, sondern wird auch als Kunstform zunehmend vielseitiger und eigenständiger. Gerade Darstellungen innerer Vorgänge, wie eben die Prozesse einer traumatisierten Psyche, werden in Spieletiteln genreübergreifend auf viele Weisen eingebunden. Es ist für mich ein großer Anreiz gewesen, die Möglichkeiten (und Grenzen) dieser Repräsentationen von Trauma zu untersuchen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Darstellung von Trauma wurde, vor allem im deutschsprachigen Raum, von den Game Studies noch wenig erforscht. Das Buch sammelt, nach einer theoretischen Annäherung an Trauma und traumatisierte Körper, die bisherigen Erkenntnisse und erweitert sie um eine historische Einordnung und Kategorisierung. Im Zuge dessen werden Trauma repräsentierende Spieletitel beispielhaft analysiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mediale Repräsentationen als ein Spiegel gesellschaftlicher Zustände und Wandlungen verraten viel darüber, wie über bestimmte Themen und Sachverhalte gedacht wird. Was wird beispielsweise als ›psychisch krank‹ bezeichnet? Das Buch trägt dazu bei, die psychosoziale Dimension von Trauma näher zu beleuchten, indem es seine Ursprünge nicht nur auf einer individuellen, sondern auch auf einer strukturellen Ebene sucht und dabei die Perspektive Betroffener mit einbezieht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Albert Camus. Denn für eine meiner Analysen im Buch, nämlich die zum Computerspiel ›Disco Elysium‹, liefert er mit seiner Neuinterpretation der Sisyphos-Erzählung ein theoretisches Fundament, um Trauma als eine existenzielle Wunde zu betrachten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein interdisziplinärer Blick auf das Phänomen Trauma, geworfen durch die Brille der Analyse komplexer Trauma-Repräsentationen im Medium Computerspiel.

Autor*in(nen)
Thomas Spies
Buchtitel
Trauma im Computerspiel Mediale Repräsentationen mentaler Extremerfahrungen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
324
Ausstattung
7 SW-Abbildungen, 40 Farbabbildungen
ISBN
978-3-7328-6152-1
DOI
10.14361/9783839461525
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JHB JFCA
BISAC-Code
SOC052000 SOC022000
THEMA-Code
JBCT1 JHB JBCC1
Erscheinungsdatum
20. April 2022
Themen
Medizin, Popkultur, Medien, Körper
Adressaten
Medienwissenschaft, Game Studies, Kulturwissenschaft, Psychologie
Schlagworte
Medien, Computerspiel, Videospiel, Trauma, Psychologie, Repräsentation, Kultur, Popkultur, Körper, Computerspiele, Medizin, Medienwissenschaft
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