Die Materialität der Märkte

Qualität, Bewertung und Organisation im deutschen Obst- und Gemüsehandel

Wie funktioniert der Handel für Obst und Gemüse und welche Rolle spielt dabei die Materialität? Linda Hering beschreibt die Entwicklung und spezifische Formung des Obst- und Gemüsemarktes in Deutschland. Dabei geht sie auf die Rolle von konfligierenden Qualitätskonventionen ein und zeigt, wie materielle Formen Bewertungspraktiken stabilisieren. Die Konzeption von Obst und Gemüse als Biofakte ermöglicht dabei neue Einsichten in die Organisation des Handels. So werden unterschiedliche Erwartungen verschiedener Kontexte in die Waren eingeschrieben, am Ort des Verkaufs jedoch nur selektiv sichtbar gemacht.

48,00 € *

15. März 2022, 308 Seiten
ISBN: 978-3-8376-6153-8

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Linda Hering

Linda Hering, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wie wir uns ernähren ist sowohl aus individuellen und sozialen Aspekten für uns selbst relevant, hat aber gleichsam auch Auswirkungen auf globale gesellschaftliche Zusammenhänge und die Umwelt. Um beispielsweise negative Effekte, die mit einer imperialen Konsumweise zusammenhängen, mindern zu können, ist es zunächst wichtig zu verstehen, wie der Handel funktioniert, welche Mechanismen zusammen spielen und welche Effekte dies hat.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Obst- und Gemüseerzeugnisse sind als Waren zu begreifen, die aufgrund ihrer Materialität an der Organisation von Märkten mitwirken. Sie fordern uns Menschen z.T. dazu auf, Handlungen durchzuführen, damit sie bspw. nicht frühzeitig verderben. Zudem sind sie durch unterschiedliche soziale Ansprüche und Erwartungen im Rahmen technologischer Möglichkeiten gestaltet. Wie und wonach sie gestaltet sind, hat wiederum Auswirkungen darauf, was als Qualitätsmerkmal überhaupt wahrgenommen wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In Bezug auf die Debatte um die Bedeutung der Herstellung von (Un)Sichtbarkeit bei Bewertungsprozessen belegt die Arbeit, dass bei der Bewerbung von Waren typische Muster greifen, indem einige Aspekte sichtbar gemacht werden, während andere im Verborgenen bleiben. Die historische Perspektive verdeutlicht zudem, dass in einem Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Prozesse spezifische Obst- und Gemüsesorten auf dem deutschen Lebensmittelmarkt dominant geworden, z.B. die Cavendish-Banane.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit denjenigen, die sich für Ernährung und den Handel mit frischen Produkten interessieren. Es ist zudem ein gutes Beispiel dafür, wie eng Sozialität und Materialität miteinander verwoben sind. Spannend wäre es, vergleichend zu diskutieren, wie in anderen Zusammenhängen materielle Formen gestaltet werden bzw. wie sie auf soziale Kontexte zurückwirken.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein soziologischer Blick auf den Lebensmitteleinzelhandel, der neue Perspektiven eröffnet, die Mensch-Technik-Umwelt-Beziehung zu fassen.

Autor*in(nen)
Linda Hering
Buchtitel
Die Materialität der Märkte Qualität, Bewertung und Organisation im deutschen Obst- und Gemüsehandel
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
308
Ausstattung
kart., Klebebindung, 24 SW-Abbildungen, 40 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-6153-8
DOI
10.14361/9783839461532
Warengruppe
1724
BIC-Code
JHB JFCV RGC
BISAC-Code
SOC026000 SOC022000
THEMA-Code
JHB JBCC4 RGC
Erscheinungsdatum
15. März 2022
Auflage
1
Themen
Esskultur, Wirtschaft, Raum
Adressaten
Agro-Food Studies, Soziologie, Ökonomie sowie Praktiker*innen im Bereich der Lebensmittelbranche
Schlagworte
Lebensmittelhandel, Obst, Gemüse, Einzelhandel, Mensch-Umwelt-Verhältnis, Biofakt, Lebendigkeit, Gestaltung, Bewertung, Sichtbarkeit, Unsichtbarkeit, Konsum, Esskultur, Wirtschaft, Raum, Wirtschaftssoziologie, Techniksoziologie, Soziologie

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