Die Colonia Dignidad zwischen Erinnern und Vergessen

Zur Erinnerungskultur in der ehemaligen Siedlungsgemeinschaft

Die Colonia Dignidad erlangte wegen zahlreicher bis heute unaufgeklärter Menschenrechtsverbrechen internationale Bekanntheit. Dass einstige Mitglieder der deutschen Gruppe das historische Siedlungsgelände in Chile unter dem Namen »Villa Baviera« (deutsch: bayerisches Dorf) schrittweise zu einem touristischen Freizeitort umfunktioniert haben, sorgt angesichts der mangelnden Aufarbeitung für anhaltende Kritik. Meike Dreckmann-Nielen untersucht, wie sich einstige Mitglieder der Gruppe heute an ihre eigene Vergangenheit erinnern. In ihrer Studie ermöglicht sie einen intimen Einblick in komplexe erinnerungskulturelle Dynamiken im Mikrokosmos der ehemaligen Siedlungsgemeinschaft.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Dank

    Seiten 7 - 8
  4. 1. Einleitung

    Einleitung

    Seiten 9 - 13
  5. 1.1 Forschungsinteresse und erste Fragestellungen

    Seiten 13 - 15
  6. 1.2 Zur Verwendung einzelner Begriffe in der Studie

    Seiten 15 - 25
  7. 1.3 Forschungsstand

    Seiten 25 - 32
  8. 1.4 Theoretische Vorüberlegungen

    Seiten 33 - 46
  9. 2. Kurzer historischer Überblick und Gegenwart

    2.1 Colonia Dignidad (1961-2005)

    Seiten 47 - 63
  10. 2.2 Colonia Dignidad (2005-2019/20)

    Seiten 63 - 68
  11. 2.3 Facetten des Umgangs mit der Geschichte

    Seiten 68 - 88
  12. 3. Forschungsdesign

    3.1 Public History und Empirische Geschichtskulturforschung

    Seiten 89 - 92
  13. 3.2 (Reflexive) Grounded Theory-Methodologie

    Seiten 93 - 132
  14. 4. Mikrokosmos Villa Baviera: Zugang zum Forschungsfeld und Verlauf der Feldforschung

    Einleitung

    Seiten 133 - 143
  15. 4.1 Phase 0: Überlegungen zu verantwortungsvollem Vorgehen in der Feldforschung

    Seiten 143 - 148
  16. 4.2 Phase 1: Erster Kontakt zum Untersuchungsgegenstand 2016

    Seiten 148 - 151
  17. 4.3 Phase 2: Aufenthalt in der Villa Baviera 2016 und Bewegung im Feld in Deutschland 2017/18

    Seiten 151 - 161
  18. 4.4 Phase 3: Vorbereitung und Durchführung des Forschungsaufenthaltes in Chile 2018/19

    Seiten 161 - 171
  19. 4.5 Phase 4: »Colonitis« – Reflexion über die Herausforderungen im Feld und ein besonderes Phänomen

    Seiten 171 - 176
  20. 4.6 Das Kernstück der Untersuchung: Forschungsgespräche mit Zeitzeug:innen

    Seiten 176 - 194
  21. 5. Erinnerungskulturelle Dynamiken in der ehemaligen Colonia Dignidad

    Einleitung

    Seiten 195 - 205
  22. 5.1 »Und vergib uns unsere Schuld …« – die Vergebungsmaxime

    Seiten 205 - 221
  23. 5.2 Historische Feindbilder und andauernde Konflikte

    Seiten 221 - 289
  24. 5.3 Geschlechtsspezifische Facetten in Geschichte und Erinnerungsdiskurs

    Seiten 289 - 302
  25. 6. Einbettung in den Stand der Forschung und (selbst-)kritische Diskussion

    Seiten 303 - 312
  26. 7. Fazit und Ausblick

    Seiten 313 - 320
  27. Literatur- und Quellenverzeichnis

    Seiten 321 - 334
  28. Abbildungsverzeichnis

    Seiten 335 - 338
Mehr
29,00 € *

21. März 2022, 338 Seiten
ISBN: 978-3-8376-6213-9

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Meike Dreckmann-Nielen

Meike Dreckmann-Nielen, Freie Universität Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Zeit der Colonia Dignidad zählt zu den dunkelsten Kapiteln deutsch-chilenischer Geschichte. Da die Aufarbeitung der dort begangenen Verbrechen bis heute nur schleppend vorangeht, ist sie allerdings längst nicht nur ein historisches Kapitel, sondern für viele Opfer bittere Gegenwart. Dieses Buch möchte nun einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten, indem es aufzeigt, wie die eigene Vergangenheit im Mikrokosmos der ehemaligen Colonia Dignidad heute verhandelt wird und welche Konsequenzen dies hat.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch blickt erstmals dezidiert mit einer erinnerungskulturellen Fragestellung auf die Colonia Dignidad. Es untersucht den Umgang der einstigen Mitglieder der Colonia Dignidad mit ihrer eigenen Vergangenheit an dem Ort der historischen Menschenrechtsverbrechen, dem heutigen Tourismusort ›Villa Baviera‹. Das Buch spürt gruppeninternen Narrativen und Geschichtsbildern nach, um schließlich Wirkmechanismen erinnerungskultureller Dynamiken aufzuzeigen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Forschungsstand zum Thema Colonia Dignidad ist bisher sehr dünn. Eine ganze Monographie zum erinnerungskulturellen Erbe der Siedlungsgemeinschaft hat es bisher noch nicht gegeben. Das Buch knüpft damit vor allem an bisherige Grundlagenstudien zur Verbrechensgeschichte an und spannt einen Bogen in die Gegenwart, indem es die Bedeutung komplexer Aushandlungsprozesse von Vergangenem in der Gegenwart einer spezifischen Siedlungsgemeinschaft analysiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich wünsche mir noch einmal die Gelegenheit, persönlich mit den Betroffenen über meine Erkenntnisse aus der Forschungsarbeit zu sprechen. Leider kam die Pandemie dazwischen, sodass noch kein neues Treffen stattfinden konnte. Aktuell freue ich mich darauf, bei der Buchpräsentation im März 2022 mit Renate Künast und Elke Gryglewski über meine Ergebnisse zu diskutieren und ihre spezifischen Sichtweisen dazu zu hören.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch beleuchtet, wie die ehemaligen Mitglieder der Colonia Dignidad heute am historischen Ort der Siedlung mit der eigenen Geschichte umgehen.

Besprochen in:
https://colonia-dignidad.com, 29.03.2022
Lateinamerika Nachrichten, 576 (2022), Ute Löhning
Autor*in(nen)
Meike Dreckmann-Nielen
Buchtitel
Die Colonia Dignidad zwischen Erinnern und Vergessen Zur Erinnerungskultur in der ehemaligen Siedlungsgemeinschaft
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
338
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 1 SW-Abbildung, 6 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-6213-9
DOI
10.14361/9783839462133
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJK HBLW3 JFC
BISAC-Code
HIS036000 HIS037070 SOC022000
THEMA-Code
NHK JBCC
Erscheinungsdatum
21. März 2022
Auflage
1
Themen
Gewalt, Kulturgeschichte, Erinnerungskultur, Amerika
Adressaten
Public History, Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft sowie Praktiker*innen in der Gedenkstättenarbeit
Schlagworte
Colonia Dignidad, Public History, Chile, Erinnerungskultur, Geschichtskultur, Menschenrechte, Vergessen, Amerika, Gewalt, Amerikanische Geschichte, Zeitgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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