Die Entdeckung der Gestaltbarkeit

Gesellschaftstheorien bei Alexis de Tocqueville, Karl Marx und Max Weber

Ein Bewusstsein von Gestaltungsfreiheiten gesellschaftlichen Fortschritts – das ist auch in der Zeit nach der Französischen Revolution im langen 19. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit. Felix Baumert zieht Alexis de Tocqueville, Karl Marx und Max Weber erstmals gemeinsam heran, um aus ihren verschiedenen Perspektiven zu zeigen, wie sich auch in der modernen Welt einschränkende Möglichkeitsräume oder gar die Erstarrung von Gestaltungsfreiheiten ergeben können. Damit zeigt er die fundamentale Bedeutung von Politik in der Moderne auf, und zwar als notwendiges Instrument der Bewusstwerdung sowie der Absicherung von Gestaltungsfreiheiten.

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19. Mai 2022, 392 Seiten
ISBN: 978-3-7328-6215-3
Dateigröße: 0.73 MB

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Felix Baumert

Felix Baumert, Universität Erfurt, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil Politik sich als Gestaltungsinstrument gesellschaftlicher Entwicklung, als Ort des gesellschaftlichen Selbstbewusstseins, die eigene Entwicklung frei gestalten zu können, gerade in der Anfangszeit der Moderne besonders offenbart. Tocqueville, Marx und Weber zeigen wunderbar und auf unterschiedliche Weise die zentrale Bedeutung von Politik als Ort von Kontingenz und damit als Ort tatsächlich freier gesellschaftlicher Entwicklung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wurde zwar das Politikverständnis bei Tocqueville, Marx und Weber jeweils für sich schon vielfach analysiert, zeigt gerade die Gesamtschau auf die drei Heroen der Gesellschaftswissenschaften, dass sie sich schon mit der Kontingenz gesellschaftlicher Entwicklung und der sich daraus ableitenden Bedeutung von Politik befassen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Gerade angesichts der multiplen Krisen, die die Welt im Jahr 2022 erlebt – Klimakrise, Krieg in der Ukraine, globale Pandemie – muss das gesellschaftliche wie individuelle Bewusstsein über die Kontingenz der gesellschaftlichen Entwicklung viel stärker betont werden. Vermeintliche Sachzwänge und Pfadabhängigkeiten bestehen nur, weil das Bewusstsein von Gestaltbarkeit schwindet. Tocqueville, Marx und Weber bekommen angesichts aktueller Krisen damit eine neue Relevanz.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Angela Merkel, von der das Bonmot ›alternativlose Politik‹ stammt. Ich würde gerne mit ihr über den Hintergrund dieser Aussage und auch über die Gefahr, die darin für gesellschaftliche Gestaltungs- vor allem aber Entwicklungsprozesse in der Moderne liegt, sprechen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Tocqueville, Marx und Weber zeigen: In der Politik liegt das Bewusstsein für Gestaltungsfreiheit. Sie geben der Politik damit die größte Bedeutung.

Autor*in(nen)
Felix Baumert
Buchtitel
Die Entdeckung der Gestaltbarkeit Gesellschaftstheorien bei Alexis de Tocqueville, Karl Marx und Max Weber
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
392
ISBN
978-3-7328-6215-3
DOI
10.14361/9783839462157
Warengruppe
1733
BIC-Code
JPA JPHV JPHC
BISAC-Code
POL010000 POL007000
THEMA-Code
JPA JPHV JPHC
Erscheinungsdatum
19. Mai 2022
Themen
Gesellschaft, Politik, Wissenschaft
Adressaten
Staatswissenschaft, Gesellschaftswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Politische Ideengeschichte, Kontingenz, 19. Jahrhundert, Freiheit, Alexis De Tocqueville, Karl Marx, Max Weber, Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Politische Theorie, Demokratie, Staat, Soziologische Theorie, Politikwissenschaft

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