Die Entdeckung der Gestaltbarkeit

Gesellschaftstheorien bei Alexis de Tocqueville, Karl Marx und Max Weber

Ein Bewusstsein von Gestaltungsfreiheiten gesellschaftlichen Fortschritts – das ist auch in der Zeit nach der Französischen Revolution im langen 19. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit. Felix Baumert zieht Alexis de Tocqueville, Karl Marx und Max Weber erstmals gemeinsam heran, um aus ihren verschiedenen Perspektiven zu zeigen, wie sich auch in der modernen Welt einschränkende Möglichkeitsräume oder gar die Erstarrung von Gestaltungsfreiheiten ergeben können. Damit zeigt er die fundamentale Bedeutung von Politik in der Moderne auf, und zwar als notwendiges Instrument der Bewusstwerdung sowie der Absicherung von Gestaltungsfreiheiten.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 10
  3. 1. Einleitung

    Seiten 11 - 26
  4. 2. Historischer Kontext

    Seiten 27 - 36
  5. 3. Demokratische Revolution

    3.1 Demokratische Revolution als historische Entwicklung

    Seiten 37 - 46
  6. 3.2 Die verschiedenen Erfahrungen mit der Demokratisierung

    3.2.1 Macht der Mehrheit

    Seiten 46 - 53
  7. 3.2.2 Tyrannei der Mehrheit

    Seiten 53 - 56
  8. 3.2.3 Gesellschaftliche Mobilität, Individualismus und Materialismus

    Seiten 56 - 64
  9. 4. Die bürgerliche Mittelstandsgesellschaft als despotisme démocratique

    4.1 Ökonomische Dynamik und politische Erstarrung

    Seiten 65 - 73
  10. 4.2 Die despotisme démocratique

    Seiten 73 - 82
  11. 5.1 Verschiedene Erfahrungsräume von Politik

    Einleitung

    Seiten 83 - 88
  12. 5.1.1 Politische Vereinigungen

    Seiten 88 - 90
  13. 5.1.2 Dezentrale Verwaltungsstruktur

    Seiten 90 - 96
  14. 5.1.3 Bürgerliche Vereinigungen

    Seiten 96 - 98
  15. 5.1.4 Freiheit des Ausdrucks

    Seiten 98 - 101
  16. 5.1.5 Geschworenengerichte

    Seiten 102 - 104
  17. 5.1.6 Der allgemeine Rechtsgedanke

    Seiten 104 - 105
  18. 5.1.7 Religion

    Seiten 105 - 110
  19. 5.2 Die politische Bürgergesellschaft als Ausdruck des individuellen Interesses

    Einleitung

    Seiten 110 - 122
  20. 5.2.1 Über die Freiheit in der politischen Bürgergesellschaft

    Seiten 122 - 125
  21. 5.2.2 Die neue politische Wissenschaft

    Seiten 125 - 130
  22. 6. Historischer Gegensatz und historische Entwicklung

    6.1 Die Grundlagen der Produktion

    Seiten 131 - 134
  23. 6.2 Die Produktion von Mehrwert

    Seiten 134 - 139
  24. 6.3 Die kapitalistische Produktion als historisches Ergebnis

    Seiten 139 - 143
  25. 6.4 Die Strukturprinzipien der bürgerlichen Gesellschaft als historische Zwangsläufigkeit

    6.4.1 Reproduktion der kapitalistischen Verhältnisse

    Seiten 143 - 145
  26. 6.4.2 Die produzierte Entfremdung

    Seiten 145 - 153
  27. 6.4.3 Isolation eigentlich sozialer Wesen

    Seiten 153 - 154
  28. 6.4.4 Die Entwicklung von Reichtum und Elend

    Seiten 154 - 155
  29. 6.4.5 Der kapitalistische Wachstumszwang

    Seiten 155 - 158
  30. 6.4.6 Geld und Privateigentum

    Seiten 158 - 162
  31. 7. Bürgerliche Gesellschaft und Despotie des Kapitals

    7.1 Die bürgerliche Klassengesellschaft

    Seiten 163 - 167
  32. 7.2 Der Überbau der kapitalistischen Verhältnisse

    Seiten 167 - 176
  33. 7.3 Charaktermasken und Individualität

    Seiten 176 - 183
  34. 7.4 Despotie des Kapitals

    Seiten 184 - 188
  35. 8. Radikal-revolutionäre Politik

    8.1 Die Zuspitzung des Gegensatzes als Möglichkeit und Notwendigkeit

    Seiten 189 - 197
  36. 8.2 Das Proletariat als politischer Akteur

    Seiten 198 - 206
  37. 8.3 Ein zwangsläufiges Ziel

    Seiten 207 - 222
  38. 8.4 Radikal-revolutionäre Politik und die Folgen

    Seiten 222 - 228
  39. 9. Historische Entwicklung der Rationalisierung

    9.1 Prädestination und Beruf

    Seiten 229 - 238
  40. 9.2 Rationalisierung und Wertepluralismus

    Seiten 238 - 241
  41. 9.3 Methodisch-rationale Lebensführung

    Seiten 241 - 245
  42. 9.4 Der neue Geist des Kapitalismus

    Seiten 245 - 251
  43. 9.5 Der rationale Betriebskapitalismus

    Seiten 252 - 258
  44. 9.6 Bürokratische Herrschaft als Ausdruck rationaler Lebensführung

    Seiten 258 - 267
  45. 9.7 Die okzidentale Stadt

    Seiten 267 - 270
  46. 10. Die moderne bürgerliche Gesellschaft als stählernes Gehäuse

    10.1 Der moderne bürokratische Staat

    Seiten 271 - 273
  47. 10.2 Die Bürokratisierung der Politik

    Seiten 274 - 280
  48. 10.3 Das stählerne Gehäuse

    Seiten 280 - 290
  49. 11. Elitäre Politik

    11.1 Die institutionelle Ertüchtigung der Politik

    Seiten 291 - 300
  50. 11.2 Die elitäre Erweckung der Politik

    Seiten 300 - 314
  51. 11.3 Elitäre Politik in der plebiszitären Führerdemokratie

    Seiten 314 - 326
  52. 12. Schluss

    Seiten 327 - 342
  53. Danksagung

    Seiten 343 - 344
  54. Literatur

    Seiten 345 - 392
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49,00 € *

19. Mai 2022, 392 Seiten
ISBN: 978-3-8376-6215-3

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Felix Baumert

Felix Baumert, Universität Erfurt, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil Politik sich als Gestaltungsinstrument gesellschaftlicher Entwicklung, als Ort des gesellschaftlichen Selbstbewusstseins, die eigene Entwicklung frei gestalten zu können, gerade in der Anfangszeit der Moderne besonders offenbart. Tocqueville, Marx und Weber zeigen wunderbar und auf unterschiedliche Weise die zentrale Bedeutung von Politik als Ort von Kontingenz und damit als Ort tatsächlich freier gesellschaftlicher Entwicklung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wurde zwar das Politikverständnis bei Tocqueville, Marx und Weber jeweils für sich schon vielfach analysiert, zeigt gerade die Gesamtschau auf die drei Heroen der Gesellschaftswissenschaften, dass sie sich schon mit der Kontingenz gesellschaftlicher Entwicklung und der sich daraus ableitenden Bedeutung von Politik befassen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Gerade angesichts der multiplen Krisen, die die Welt im Jahr 2022 erlebt – Klimakrise, Krieg in der Ukraine, globale Pandemie – muss das gesellschaftliche wie individuelle Bewusstsein über die Kontingenz der gesellschaftlichen Entwicklung viel stärker betont werden. Vermeintliche Sachzwänge und Pfadabhängigkeiten bestehen nur, weil das Bewusstsein von Gestaltbarkeit schwindet. Tocqueville, Marx und Weber bekommen angesichts aktueller Krisen damit eine neue Relevanz.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Angela Merkel, von der das Bonmot ›alternativlose Politik‹ stammt. Ich würde gerne mit ihr über den Hintergrund dieser Aussage und auch über die Gefahr, die darin für gesellschaftliche Gestaltungs- vor allem aber Entwicklungsprozesse in der Moderne liegt, sprechen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Tocqueville, Marx und Weber zeigen: In der Politik liegt das Bewusstsein für Gestaltungsfreiheit. Sie geben der Politik damit die größte Bedeutung.

Autor*in(nen)
Felix Baumert
Buchtitel
Die Entdeckung der Gestaltbarkeit Gesellschaftstheorien bei Alexis de Tocqueville, Karl Marx und Max Weber
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
392
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-6215-3
DOI
10.14361/9783839462157
Warengruppe
1733
BIC-Code
JPA JPHV JPHC
BISAC-Code
POL010000 POL007000
THEMA-Code
JPA JPHV JPHC
Erscheinungsdatum
19. Mai 2022
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Politik, Wissenschaft
Adressaten
Staatswissenschaft, Gesellschaftswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Politische Ideengeschichte, Kontingenz, 19. Jahrhundert, Freiheit, Alexis De Tocqueville, Karl Marx, Max Weber, Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Politische Theorie, Demokratie, Staat, Soziologische Theorie, Politikwissenschaft

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