Tanzen als Widerstand

»One Billion Rising« und choreographische Interventionen im öffentlichen Raum

»Strike. Dance. Rise!« lautet der Appell und das Versprechen der feministischen Kampagne »One Billion Rising«. Zum ersten Mal in der Geschichte der Demokratien stehen weibliche Körper und die ästhetische Bewegungspraxis Tanz als Mittel und Botschaft im Zentrum eines transnationalen zivilgesellschaftlichen Protests.

Kristina Stein-Hinrichsen erforscht in ihrer kulturvergleichenden Studie, ob und unter welchen Bedingungen Tanz ein wirksames Medium der Demonstration sein kann. Dabei folgt sie einem performativen Verständnis von Öffentlichkeit, Geschlecht und Choreographie und erweitert die Forschung zu den globalen sozialen Bewegungen um die körperliche Dimension von Protest.

38,99 € *

4. April 2022, 356 Seiten
ISBN: 978-3-8394-6291-1
Dateigröße: 3.39 MB

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Kristina Stein-Hinrichsen

Kristina Stein-Hinrichsen, Universität Hamburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Tanzen verbindet man im Allgemeinen eher mit dem Ästhetischen als mit dem Politischen.

Seit 2013 demonstrieren nun zivilgesellschaftliche Akteur*innen weltweit am 14. Februar gegen Gewalt an Frauen. Dabei wird auch eine kollektive politische Handlungskraft tanzender Frauen ›in-Szene-gesetzt‹. Tanz ist erstmalig Mittel und Botschaft einer globalen Bewegung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Analyse des Diskursfeldes zu ›One Billion Rising‹ zeigt, dass erfolgreicher feministischer Protest aus einem gelungenen Zusammenspiel der Produktion und Verhandlung von Öffentlichkeit, Raum, Geschlecht und Choreographie resultiert.

Dabei bedarf eine globale Kampagne und ihr Heldinnenepos, der den Tanz in den Mittelpunkt politischen Handelns stellt, auch nationaler und lokaler kultureller Verortungen. Die getanzten Flashmobs in deutschen, indischen und südafrikanischen Städten sind dabei unterschiedlich medial verhandelt worden.

3.Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Forschungen über soziale Bewegungen vernachlässigen die körperliche Dimension von Protest. Körpersoziologische Arbeiten thematisieren den Körper zwar als Medium des Protests, reflektieren aber nicht Tanz als politische Botschaft. In den Diskursen der politischen Soziologie und Philosophie wiederum spielen politische Praktiken der Körper kaum eine Rolle.

Dabei fordern getanzte (Gegen-)Öffentlichkeiten hegemoniale Konzepte von Öffentlichkeit im Kontext von Mediengesellschaften geradezu heraus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die über die politische Handlungskraft von Tanz diskutieren möchten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch fragt danach, ob und wie Tanz eine mögliche Protestform für ein globales frauenrechtsbewegtes Anliegen sein kann.

Buchtitel
Tanzen als Widerstand »One Billion Rising« und choreographische Interventionen im öffentlichen Raum
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
356
Ausstattung
2 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-6291-1
DOI
10.14361/9783839462911
Warengruppe
1586
BIC-Code
ASD
BISAC-Code
PER003000
THEMA-Code
ATQ
Erscheinungsdatum
4. April 2022
Themen
Gesellschaft, Raum, Tanz
Adressaten
Tanzwissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie, Gender Studies, Performance Studies, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Öffentlichkeit, One Billion Rising, Choreographie, Tanz, Performance, Transnationale Zivilgesellschaft, Frauenrechte, Transkulturalität, Protest, Flashmob, Geschlecht, Deutschland, Indien, Südafrika, Populärer Tanz, Soziale Bewegung

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