Engagement im Wandel – Wandel durch Engagement

Eine Ethnografie der Geflüchtetenhilfe in Leipzig 2015/2016

Die »Flüchtlingskrise« und ihre »Willkommenskultur« 2015 haben auch in Sachsen für viel Improvisation und Spontanität gesorgt. Migration und Integration als Lernfelder für Gesellschaft und Politik haben dabei eine Fülle an Engagementformen hervorgebracht. Aber was geschieht langfristig mit ihnen? Wo sind die Grenzen und Möglichkeitsräume von Engagement? Stefanie Adamitz beleuchtet in ihrer ethnografischen Studie zum Engagement in Leipzig den dynamischen Wandel in Zivilgesellschaft und Asylpolitik als Wechselwirkung. Sie hinterfragt gängige Beschreibungen politischer Handlungen und Felder und wirft einen detaillierten Blick auf die Beziehungen von Zivilgesellschaft und Staat.

48,00 € *

20. Juni 2022, 296 Seiten
ISBN: 978-3-8376-6336-5

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Stefanie Adamitz

Stefanie Adamitz, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Meine Feldforschung 2015/16 liegt schon ein paar Jahre zurück, und doch zeigt sich immer wieder in neuen Entwicklungen, z.B. im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg oder der Klimakrise, wie wichtig es ist, auf die Beziehungen von staatlichen und nichtstaatlichen Strukturen zu schauen. ›Wer ist wofür verantwortlich?‹ ist eine zentrale gesellschaftliche Frage, die die Grenzen von ›politisch und ›gesellschaftlich‹, von ›privat‹ und ›strukturell‹, beständig herausfordert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wenn es um Engagement geht, wird häufig danach gefragt, warum Menschen sich engagieren und wie man dies fördern oder fordern kann. Als Ethnologin habe ich mich darauf konzentriert, welche Bedeutung das Engagement für die Einzelnen und für die ›Struktur‹ hatte. Ich hinterfrage gängige Kategorisierungen, wie die von Zivilgesellschaft vs. Staat oder von politischer Partizipation. Dies ermöglicht es, Engagement komplexer zu beschreiben und seine Einbettung in Gesellschaft und Politik zu verstehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Blickt man auf die Forderungen engagierter Menschen, so wird deutlich, dass viele klassische Definitionen nicht mehr passend sind, um aktuelle gesellschaftliche Prozesse zu beschreiben. Der ethnographische Blick auf die sogenannte ›eigene‹ Gesellschaft ist dafür essenziell. Dabei ist z.B. deutlich geworden, dass zu wenig qualitative Forschung zum Engagement im Osten existiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Als Ethnologin interessiert mich der Vergleich mit anderen gelebten Entwürfen von Engagement, seien es individuelle oder staatliche. Ich fände es spannend, noch mehr ostdeutsche Perspektiven kennenzulernen, jede Stadt und jedes Bundesland ist da ja unterschiedlich. Außerdem möchte ich mich natürlich mit Engagierten und Hauptamtlichen, mit kommunalen Entscheidungsträger*innen und allen weiteren Interessierten austauschen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Plädoyer für die Heterogenität und Ambivalenz des Engagements, eine aktuelle Perspektive für seine Analyse und eine Hommage an alle Engagierten.

Autor*in(nen)
Stefanie Adamitz
Buchtitel
Engagement im Wandel – Wandel durch Engagement Eine Ethnografie der Geflüchtetenhilfe in Leipzig 2015/2016
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
296
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 8 SW-Abbildungen, 10 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-6336-5
DOI
10.14361/9783839463369
Warengruppe
1731
BIC-Code
JPW JFFD JPWF
BISAC-Code
POL003000 SOC007000
THEMA-Code
JPW JBFG JPWG
Erscheinungsdatum
20. Juni 2022
Auflage
1
Themen
Flucht, Migration, Zivilgesellschaft
Adressaten
Sozial- und Kulturanthropologie, Fluchtforschung, Kritische Migrationsforschung, Soziologie, Politikwissenschaft, Humangeografie, Soziale Arbeit, Öffentliche Verwaltung sowie Praktiker*innen im Bereich Zivilgesellschaft und Bürger*innenengagement
Schlagworte
Zivilgesellschaft, Flüchtlingshilfe, Asylpolitik, Engagement, DDR, Humanitäre Hilfe, Politische Partizipation, Fluchtforschung, Migration, Integration, Sachsen, Leipzig, Flucht, Flüchtlingsforschung, Soziale Bewegungen, Kulturanthropologie

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