Literarische Gendertheorie

Eros und Gesellschaft bei Proust und Colette

Dieser Band lässt sich auf das Paradox ein, von einer literarischen Gendertheorie zu sprechen. Proust wie auch die zwei Jahre jüngere Colette, die sich als seine literarische Zwillingsschwester sah und in Deutschland noch wiederzuentdecken ist, möchten die Literatur nicht mit dem »Preisetikett« der Theorie und Ideologie belasten. In Wirklichkeit aber wird dieses Theorieverbot von den literarischen Œuvres selbst unaufhörlich unterlaufen. Die Fülle der Detailwahrnehmung momentaner kinetischer, mimischer, gestischer, vokaler Eigenarten und ihrer Metamorphosen ist stets mit einem Reichtum an Reflexionen individuellen wie sozialen Verhaltens verknüpft. Der Band ist konsequent auf diesen originellen Thesaurus einer impliziten Theorie von Eros und Sexualität, Gesellschaft und Geschlecht fokussiert.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. INHALT

    Seiten 5 - 8
  3. Einleitung

    Seiten 9 - 14
  4. Colette, Beauvoir und Kristeva: Gender und Genie

    Seiten 17 - 32
  5. Literatur und die Überwindung der Dichotomien. Zum Verhältnis von Lebenswelt, Men's Studies, Gender Studies und savoir littéraire

    Seiten 33 - 56
  6. Proust, Colette/Treue, Freiheit/Weiblich, Männlich

    Seiten 59 - 74
  7. Emanzipation der/durch Sprache: Subversion von Genderdiskursen bei Colette

    Seiten 75 - 94
  8. Verkehrung der Zeichen, Gerechtigkeit aus Licht

    Seiten 95 - 108
  9. Die Destabilisierung der Geschlechter bei Colette

    Seiten 109 - 126
  10. Proust et le troisième sens. Die Visualität des »Dritten« zwischen Ornament und Bildwiderstand

    Seiten 127 - 148
  11. Die Figur des unsichtbaren Dritten im Rollenspiel der Geschlechter. Anmerkungen zu den Voyeurszenen der Recherche

    Seiten 149 - 164
  12. In der Kammer. Die Verortung der Homosexualität bei Proust

    Seiten 167 - 176
  13. Der bewegte Mann. Proust und die Ästhetik des verschwindenden Körpers

    Seiten 177 - 198
  14. Was Sie schon immer über den Masochismus wissen wollten, Proust aber nie zu fragen wagten

    Seiten 199 - 214
  15. Ein verliebtes Frauenpaar ?Ancien Régime? - Colette und das Rätsel der Ladies of Llangollen

    Seiten 215 - 234
  16. Codierungen des Eros: Zur Fraktalität der Gender- und Sehdispositive bei Marcel Proust

    Seiten 237 - 244
  17. Unschärfe: Unbestimmtheit und Nuance bei Colette und Proust

    Seiten 245 - 260
  18. Einige Objekte der Recherche, auf denen man die Markierung des Geschlechts hinterlassen hat

    Seiten 261 - 274
  19. Anhang

    Seiten 275 - 278
  20. Die AutorInnen

    Seiten 279 - 285
  21. Backmatter

    Seiten 286 - 288
Mehr
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2006-10-27, 288 Seiten
ISBN: 978-3-89942-557-4

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Ursula Link-Heer

Ursula Link-Heer, Bergische Universität Wuppertal, Deutschland

Ursula Hennigfeld

Ursula Hennigfeld, Universität Freiburg, Deutschland

Fernand Hörner

Fernand Hörner, Hochschule Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

»Insgesamt gesehen ist der Band eine gewinnbringende Lektüre und zeigt, dass die Literatur [...] auch alle theoretischen und philosophischen Grundfragen integrieren kann und dabei Anstoß für weitere Theoriebildung gibt.«
Jörg Theis, Jahrbuch des Frankreichzentrums der Universität Saarbrücken, 8 (2008)
»Bei Proust steht [...] die Figur des schwulen Dandys Charlus im Mittelpunkt, während bei Colette vorrangig 'Die Ladies of Llangollen' behandelt werden. In beiden Fällen wird die Inszenierung von (Homo-)Sexualität verdeutlicht, wobei sich viele SchreiberInnen bewundernswert hartnäckig in kleine Textpassagen verbeißen. Dadurch gelingt es, die Bedeutung der beiden AutorInnen für die Dekonstruktion tradierter Männer- und Frauenbilder freizulegen und einen Beitrag für die Gender-, Men's und Queer Studies zu leisten.«
Martin Weber, LAMBDA-Nachrichten, 2 (2007)
Buchtitel
Literarische Gendertheorie Eros und Gesellschaft bei Proust und Colette
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
288
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-557-4
DOI
Warengruppe
1566
BIC-Code
DSB JFSJ
BISAC-Code
LIT004150 SOC032000
THEMA-Code
DSB JBSF
Erscheinungsdatum
2006-10-27
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Gay and Lesbian Studies, Semiotik, Psychoanalyse, Soziologie
Schlagworte
Proust, Colette, Roman, Frankreich, Literarische Moderne, Gender, Hetero-/Homosexualität, Geschlecht, Literatur, Französische Literatur, Romanistik, Gender Studies, Literaturtheorie, Literaturwissenschaft

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