Die Kunst des Essens

Eine Ästhetik des kulinarischen Geschmacks

Schon vor dem spanischen Starkoch Ferran Adrià ruft die avantgardistische Künstlergruppe der italienischen Futuristen eine Revolution der Kochkunst aus und setzt damit eine neue Kunstrichtung in Gang: die Eat Art. Seitdem nimmt die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Essen und dem ganzen Spektrum der Nahrungskette auf vielfältige Weise zu. Dieses Buch behandelt einschlägige Positionen dieser Kunst des Essens und eröffnet damit der philosophischen Theorie der Gegenwartskunst ein ebenso aktuelles wie facettenreiches Forschungsfeld. Darüber hinaus dient der Entwurf einer gastrosophischen Ästhetik der programmatischen Absicht, zentrale Grundannahmen der traditionellen Ästhetik zu revidieren, indem erstmals das kulinarische Geschmacksurteil als ein philosophisches Erkenntnisvermögen gedacht wird. Alles in allem wird eine »Essthetik« kreiert, die wesentliche Zutaten der Ethik und Politik eines besseren Welt-Essens auftischt.

20,80 € *

2007-09-27, 220 Seiten
ISBN: 978-3-89942-686-1

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Harald Lemke

Harald Lemke, Internationales Forum Gastrosophie (Saalfelden am Steinernen Meer), Österreich

... mit Harald Lemke

1. Warum richtet sich das allgemeine gesellschaftliche Interesse gerade jetzt verstärkt auf dieses Thema?

Die gesellschaftlichen Probleme, die von unser ›westlichen‹ Ernährungsweise ausgehen, werden schlicht von Tag zu Tag offensichtlicher. Bei der Massentierhaltung beispielsweise werden neben tierethischen Bedenken auch die negativen Effekte auf die Umwelt und den Klimaschutz spürbar. Immer mehr Menschen durchschauen die globalen Zusammenhänge und entschließen sich, da nicht länger mitzumachen. Im Bereich des Essens gibt es für jeden viele Möglichkeiten, sich öfter mal ethisch zu verhalten.

2. In Ihrem Buch kreieren Sie eine ›Essthetik‹ aus ästhetischen, künstlerischen und philosophischen ›Zutaten‹ – welche neuen Perspektiven werden damit eröffnet?

Mir ging es darum, die philosophische Reflexion unserer Esskultur nicht nur unter ethischen Gesichtspunkten voranzubringen, sondern auch unter ästhetischen. Viele zeitgenössische Künstler arbeiten zur Essensthematik und diese künstlerische Auseinandersetzung bietet eine gute Möglichkeit, um unser vorherrschendes Nahrungsdispositiv kritisch oder kreativ zu befragen. Außerdem spielt der Begriff des Geschmacks in der philosophischen Ästhetik eine zentrale Rolle, aber über Fragen des eigentlichen, kulinarischen Geschmacks wurde nie wirklich nachgedacht.

3. Welche Bedeutung kommt Ihrem Ansatz in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der philosophische Diskurs zu dem facettenreichen Thema ›Essen‹ steht noch ganz in seinen Anfängen. Insofern betreibe ich sicherlich Pionierarbeit. Meines Erachtens besteht kein Zweifel daran, dass auch das neuartige Gebiet der ›Food Studies‹ bzw. der ›Gastrosophie‹ oder ›Kulinaristik‹ – die Begriffe werden sich sortieren – in Zukunft an wissenschaftlichem Profil gewinnen wird. Forschungspolitisch braucht es jetzt auch hierzulande Universitäten, die das große Potenzial dieser aktuellen transdisziplinären Wissenschaften vom Essen erkennen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Sehr gerne würde ich mit Joseph Beuys diskutieren. Klar, das geht nicht. Doch ich hätte gerne gewusst, was er davon hält, den erweiterten Kunstbegriff auch anhand seiner Eat Art zu diskutieren. Denn kaum jemand weiß, dass Beuys seine bekannte Formel ›Jeder Mensch ein Künstler‹ auch auf das Essenmachen bezog und seine sozialökologische Revolution auch auf eine vernünftige Landwirtschaft.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Art künstlicher Geschmacksverstärker für den täglichen Gebrauch – aus rein philosophischer Essthetik und ohne ethisch bedenkliche Nebenwirkungen.

»So ist das Buch nicht nur interessant und spannend für ein boß wissenschaftlich-philologisch interessiertes Publikum, sondern gerade auch als Werk zu lesen, das die Chancen interkultureller Begegnung stets im Blick hat und das die Zusammenführung ›nutritiver Narrative‹ als Möglichkeit des Verstehens sieht und deutet.«
Harald Gschwandtner, www.epikur-journal.de, 9 (2009)
»Danke für diese Erweiterung des Horizonts.«
Jadwiga Adamiak, WIDERSPRUCH, 49 (2009)
Besprochen in:
www.literatur-report.de
Autor_in(nen)
Harald Lemke
Buchtitel
Die Kunst des Essens Eine Ästhetik des kulinarischen Geschmacks
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
220
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-686-1
DOI
Warengruppe
1521
BIC-Code
HPN ABA JFCV
BISAC-Code
PHI001000 ART009000 SOC022000
THEMA-Code
QDTN ABA JBCC4
Erscheinungsdatum
2007-09-27
Auflage
1
Themen
Ästhetik, Esskultur, Kunst
Adressaten
Kulturtheorie, Philosophie, Kunst
Schlagworte
Philosophische Ästhetik, Kunst, Geschmack, Eat Art, Essen, Ästhetik, Kunsttheorie, Esskultur, Kunstwissenschaft, Philosophie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung