McLuhan neu lesen

Kritische Analysen zu Medien und Kultur im 21. Jahrhundert

Dieser international und interdisziplinär besetzte Band nimmt eine kritische Re-Lektüre von Marshall McLuhans Medientheorie vor und setzt sich so mit der zeitgenössischen Medienlandschaft auseinander.

Die medien- und kulturwissenschaftlichen Beiträge, die um künstlerische Stellungnahmen ergänzt sind, bieten eine umfassende und einmalige Sammlung von Perspektiven auf das Werk McLuhans, neue Erkenntnisse zu Genese und Implikationen seines Denkens sowie zu Umsetzungen in der Medienkunst. Das Ergebnis ist ein so noch nicht da gewesener Einblick in den aktuellen Stand der Medien- und Kulturwissenschaften.

Dem Band ist eine DVD beigefügt, die neben Kurzinterviews mit den Autoren und Autorinnen auch vielfältiges medienkünstlerisches Material bietet.

39,80 € *

2008-04-27, 514 Seiten
ISBN: 978-3-89942-762-2

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Derrick de Kerckhove

Derrick de Kerckhove, McLuhan-Programm für Kultur und Technologie Toronto, Kanada

Martina Leeker

Martina Leeker, Leuphana University Lüneburg, Germany

Kerstin Schmidt

Kerstin Schmidt, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

... mit Martina Leeker

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Unbrauchbar wäre ein Buch, das McLuhans Medien-Metaphern umstandslos auf die aktuelle Medienlandschaft bezöge oder aber ihn schlicht für überholt hielte. Mit »McLuhan neu lesen« werden dagegen 1. McLuhans bestehende Bedeutungen für die zeitgenössische Medienwissenschaft herausgestellt, 2. kritisch Genesen seines Denkens, z. B. in okkulten Denktraditionen, präsentiert und 3. seine Verkennungen des Computers deutlich gekennzeichnet, die die Analyse digitaler Technologien mit McLuhan erschweren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Deutlich wird, dass und wieso McLuhan gerade durch seine Metaphern wie global village und Medien als Kommunikationsmitteln für die Entwicklung des Computers und damit auch für zeitgenössische Medienkultur entscheidend ist. Diese Metaphern haben amerikanische Counterculture, Hacker und künftige Betriebssystem-Giganten in den 1960er Jahren im PC umgesetzt. Die ›kulturelle Programmierung‹ des Computers und seine Geschichte als Medium wurden in der deutschen Medienwissenschaft bislang zu wenig beachtet.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Fokussierung auf eine Mathematik- und Technik- statt auf eine Mediengeschichte des Computers kann mit ein Grund dafür sein, dass hierzulande Medien- und Kulturwissenschaft kaum Stellung nehmen zu den radikalen Umwälzungen durch die umfassende Digitalisierung (Web 2.0, Netz der Dinge). Über eine differenzierte Re-Lektüre McLuhans können diese Umwälzungen aber in den Blick kommen (z. B. Auflösung der Massenmedien und Selbstmach-Kultur von Wikipedia bis zum selbstorganisierten Kreditwesen) und Medien- und Kulturwissenschaft auf neue Formen der Ausbildung umgestellt werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Marshall McLuhan! Mit ihm etwa über das Web 2.0 zu diskutieren wäre sicherlich absolut inspirierend, nicht zuletzt wegen seiner quirligen Intellektualität.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Durch die Re-Lektüre McLuhans revidiert dieser Band die Blickschranken zeitgenössischer Medien- und Kulturwissenschaft und bringt sie auf den Weg zu digital gestützter Kultur.

»[E]s gilt, Mc Luhan neu zu lesen. Das tut dieser voluminöse Band in unterschiedlichsten Facetten und entwickelt vom Blick zurück auf McLuhan tatsächlich einen Blick nach vorn auf Medien und Kultur im 21. Jahrhundert.«
Thomas Bernhard, www.lehrerbibliothek.de, 29.01.2008
»Die medien- und kulturwissenschaftlichen Beiträge, die um künstlerische Stellungnahmen ergänzt sind, bieten eine umfassende Sammlung von Perspektiven auf das Werk McLuhans, neue Erkenntnisse zu Genese und Implikationen seines Denkens sowie zur Umsetzung in der Medienkunst.«
GMK-News, 5 (2008)
»Es ist [...] eine durchaus bemerkenswerte Zusammenstellung konkreter Medien- und Kulturanalysen wichtiger Autoren und Wissenschaftler.«
Caspar C. Mierau, www.berlinergazette.de, 03.07.2008
Besprochen in:
Zeitschrift für Medienwissenschaften (zfm), 4/1 (2011), Sven Grampp
Buchtitel
McLuhan neu lesen Kritische Analysen zu Medien und Kultur im 21. Jahrhundert
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
514
Ausstattung
kart., zahlr. Abb., inkl. Begleit-DVD
ISBN
978-3-89942-762-2
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JFC
BISAC-Code
SOC052000 SOC022000
THEMA-Code
JBCT JBCC
Erscheinungsdatum
2008-04-27
Auflage
1
Themen
Kultur, Medien
Adressaten
Medienwissenschaft, Literatur- und Kulturwissenschaft, Amerikanistik, Soziologie
Schlagworte
Digitale Medien, Medientheorie, Computer, Marshall McLuhan, Medien, Kultur, Kulturtheorie, Mediensoziologie, Medienwissenschaft

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