Der archäologische Zirkel

Zur Ontologie der Sprache in Michel Foucaults Geschichte des Wissens

Foucaults »archäologisch« genannte Schriften sind mehr als nur historiographische Methode. Sie bilden einen Diskurs, der den historischen Prozess seiner eigenen Konstitution als Diskurs beschreibt und betreibt. Der performativen Dimension von Foucaults archäologischem Diskurs wohnt damit eine spezifische Reflexionsfigur inne, die in der vorliegenden Studie als der »archäologische Zirkel« freigelegt wird. Ferner leistet diese Freilegung eine neuartige Auslotung des Foucault'schen Diskursbegriffs und, im Ausgang von Descartes, Kant und Nietzsche, eine Neueinbettung der Philosophie in eine diskontinuierliche Diskursgeschichte.

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2008-10-27, 598 Seiten
ISBN: 978-3-89942-847-6

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Pravu Mazumdar

Pravu Mazumdar, freier Autor und Dozent, Deutschland

... mit Pravu Mazumdar

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Kleine Gegenfrage: Wer ist »Welt«?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der sprachontologische Ansatz wurde von Foucault selbst immer wieder betont, fand aber in der Foucaultrezeption bisher kaum Beachtung. Dieser Ansatz ist in der Lage, einen performativen Zirkel in Foucaults Archäologie freizulegen, der darin besteht, dass der archäologische Diskurs genau das hervorruft, was er feststellt: den »Tod des Menschen«. Damit wird Foucaults Diskurs nicht nur in seiner epistemischen Zusammensetzung, sondern auch von seiner Wirkung her beleuchtet.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Fruchtbarkeit einer sprachontologischen Foucaultlektüre zeigt sich an deren Ergebnissen, etwa den dadurch entdeckten archäologischen Motiven des »ontologischen Raums der Sprache« oder der »nichtpositiven Affirmation«. Die Figur der »nichtpositiven Affirmation« zum Beispiel hat für die archäologische Geschichtsschreibung einen ähnlichen Stellenwert wie die »bestimmte Negation« bei Hegel. Derlei dürfte in der gegenwärtigen Diskursforschung noch Neuland sein.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Samuel Huntington – zur Vorführung eines Blickwinkels, der, anstelle von Kulturen in Bruchlinienkriegen, Diskurse und ihre Machtverhältnisse vor Augen führt. Aber Spaß beiseite: Das Buch dürfte alle diejenigen interessieren, die die Philosophie als »Diskurs« wahrnehmen möchten und die philosophiegeschichtliche Bauart von Foucaults Archäologie kennen lernen wollen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Während hier Foucaults Wissensgeschichte einer archäologischen Lektüre unterzogen wird, treten die archäologischen Schichtungen des Foucault'schen Diskursbegriffs hervor.

Autor_in(nen)
Pravu Mazumdar
Buchtitel
Der archäologische Zirkel Zur Ontologie der Sprache in Michel Foucaults Geschichte des Wissens
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
598
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-847-6
DOI
10.14361/9783839408476
Warengruppe
1526
BIC-Code
HBCF7 CFA HPC
BISAC-Code
PHI043000 PHI038000 PHI009000
THEMA-Code
QDHR7 CFA
Erscheinungsdatum
2008-10-27
Auflage
1
Themen
Sprache
Adressaten
Philosophie, Wissenschaftstheorie, Literaturwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Foucault, Descartes, Kant, Nietzsche, Philosophiegeschichte, Diskurstheorie, Reflexionstheorie, Sprache, Poststrukturalismus, Sprachphilosophie, Philosophie

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