Konsum und Multikulturalität im Stadtteil

Eine sozialgeographische Analyse migrantengeführter Lebensmittelgeschäfte

Die alltägliche Begegnung mit dem Fremden wird oft als eine Quelle der Verunsicherung gesehen – und als eine der Ursachen für Fremdenfeindlichkeit. Was aber, wenn das Gegenteil der Fall ist? Abseits der Diskussionen um Minaretthöhen stellt diese Studie anhand des konkreten Beispiels kleiner migrantengeführter Lebensmittelgeschäfte die Integrationsfrage dort, wo das Zusammenleben mit dem Fremden tagtäglich erprobt wird. Dabei wird von alltagspraktischem Wirtschaftshandeln auf lokaler Ebene ausgegangen und mittels ethnographischer Methoden schrittweise ein praktisches und theoretisches Verständnis der eigentlichen Problematik gewonnen. Diese zeigt sich hier weniger in kultureller Differenz als in der Aushandlung sozialer Rollen vor dem Hintergrund alltäglicher Praktiken des Einkaufs.

24,80 € *

2008-08-27, 240 Seiten
ISBN: 978-3-89942-866-7

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Jonathan Everts

Jonathan Everts, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland

... mit Jonathan Everts

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Fachbücher werden in der Regel von Wissenschaftlern gelesen. Das ist schade, denn vieles von dem, was diese Bücher enthalten, ist auch für viele Menschen außerhalb der Universitäten interessant. Bewusst habe ich daher mein Buch auch von Leuten Korrekturlesen lassen, die keine ›Insider«‹sind. Herausgekommen ist ein tatsächlich ›lesbares‹ Buch, d.h., man kann auf Seite 1 anfangen und es am Stück durchlesen. Trotzdem genügt es allen wissenschaftlichen Gütekriterien. Probieren Sie es selbst aus.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Integration von Immigranten ist eines der ganz großen Themen, mit dem sich viele sozialwissenschaftliche Arbeiten befassen. Mir war aber wichtig, aus dem Genre der ›Migrantenliteratur‹ auszubrechen, indem ich nicht das Migrant-Sein, sondern das Mensch-Sein in den Vordergrund gestellt habe. So war es möglich, verschiedene Menschen und ihr Miteinander aufgrund ihres alltäglichen Tuns zu analysieren und die Bedeutung von Migrationshintergründen im Alltag etwas zu relativieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Nach dem ›Migrationsboom‹ kommt nun der ›Konsumboom‹ in den Sozialwissenschaften. Ich habe mit meinem Buch versucht eine Überleitung zu schaffen, indem beide Themenbereiche miteinander verknüpft, und die gemeinsamen Anschlussstellen auf beiden Seiten ausgelotet werden. Auf diese Weise wird auch gezeigt, welche interessanten Schlussfolgerungen eine konsumwissenschaftliche Perspektive auf das altbekannte Thema der Ethnischen Ökonomien zulässt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mein Buch richtet sich nicht speziell an politische und ökonomische Führungskräfte, auch wenn es sie interessieren sollte. Stattdessen schreibe ich über den Alltag »normaler« Menschen, von kleinen Lebensmittelgeschäften, den Händlern und ihren Kunden, und davon, dass ein Geschäft zu führen eine ebenso komplizierte Tätigkeit ist, wie dort einzukaufen. Am liebsten würde ich daher meine Ergebnisse mit denjenigen diskutieren, über die ich schreibe, deren Alltag ich behaupte verstanden zu haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die multikulturelle Gesellschaft wird aus der Perspektive alltäglicher Konsumpraktiken analysiert.

»Es bleibt fraglich, ob eine Aussage zum Wandel der Multikulturalität Deutschlands allein durch die Analyse der sozialen Mikrologiken des Alltags ökonomischer Austauschbeziehungen möglich ist. Diese sozioökonomischen Mikrologiken zu untersuchen, das beweist das vorliegende Buch, verhilft jedoch in jedem Fall zu erstaunlichen Einsichten in vermeintlich ethnisch konnotierte Verhaltensweisen.«
Tim Elrick, Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie, 59/2 (2015)
»[Everts appelliert] sowohl an die Wissenschaft als auch an die Kommunalpolitik, sich verstärkt mit der Thematik kleiner migrantengeführter Lebensmittelgeschäfte zu befassen und deren Bedeutung für ›das soziale Funktionieren von Stadt und Gesellschaft‹ nicht zu unterschätzen. Nach der Lektüre der differenzierten und präzisen Untersuchung, deren Autor wesentliche neue und relevante Erkenntnisse präsentiert, ist zu hoffen, dass dieser Appell gehört und umgesetzt wird.«
Katharina Pfannkuch, DAVO, 31 (2010)
Autor_in(nen)
Jonathan Everts
Buchtitel
Konsum und Multikulturalität im Stadtteil Eine sozialgeographische Analyse migrantengeführter Lebensmittelgeschäfte
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
240
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-866-7
DOI
Warengruppe
1662
BIC-Code
RGC JFFN JFSG
BISAC-Code
SOC015000 SOC007000 SOC026030
THEMA-Code
RGC JBFH JBSD
Erscheinungsdatum
2008-08-27
Auflage
1
Themen
Migration, Stadt
Adressaten
Geographie, Soziologie, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Migration, Einzelhandel, Konsum, Kultur, Geographie, Stadt, Sozialgeographie, Urban Studies, Interkulturalität

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