Das Versprechen mobiler Freiheit

Zur Kultur- und Technikgeschichte von Kofferradio, Walkman und Handy

Am Beginn des 21. Jahrhunderts fungieren MP3-Player, Handy oder Laptop als stete Begleiter des Menschen. Jedoch fanden bereits zuvor zahlreiche elektronische Geräte als »Portables« ihren mobilen Platz in Transport- und Kleidungstaschen oder direkt am Körper. Ihr ortsunabhängiger Gebrauch veränderte Vorstellungen von »privat« und »öffentlich«, von Körper, Technik und Identität. Anhand der Produktkultur und Aneignungsgeschichte von Kofferradio, Kassettenrekorder und Walkman sowie dem Handy analysiert dieses Buch die mit Portables eingeübten neuen Formen des Technikgebrauchs, des sozialen Miteinanders und der Mobilität und stellt damit die aktuelle Debatte um eine »mobile Revolution« erstmals in eine historische Perspektive.

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2008-10-27, 368 Seiten
ISBN: 978-3-89942-871-1

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Heike Weber

Heike Weber, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe, Deutschland

... mit Heike Weber

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Angeblich befinden wir uns derzeit inmitten einer ›drahtlosen‹, ›mobilen‹ Revolution und werden durch Laptop oder Handy zu ›postmodernen Nomaden‹. Was in der aktuellen Debatte fehlt, ist der Blick zurück: Drahtlosgeräte wie das Kofferradio oder der Kassettenrekorder prägten bereits in den vergangenen fünf, sechs Jahrzehnten neue Freizeit- und Sozialformen und mit dem Walkman wurde es sogar normal, sich im Öffentlichen per Kopfhörer einen abgekapselten Privatraum zu kreieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Über diese Debatte zur ›mobilen Revolution‹ hinaus zeigt das Buch, dass es nicht einseitig die Technik ist, die unser Leben verändert. Vielmehr partizipieren wir selbst als Konsumenten und Techniknutzer am technischen Wandel. Denn indem wir z. B. iPod oder Handy in unseren mobilen wie häuslichen Alltag integrieren, entstehen neue Praxen und Bedeutungen, von denen die Produzenten oft nichts geahnt haben. Technikentwicklung geschieht im Zusammenspiel von Produktion und Konsumtion.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Von der Handynutzung aufgerüttelt, entwickeln Soziologen derzeit neue Gesellschaftstheorien. Getrennt davon arbeiten Innovations- und Technikforscher an Konzepten zum ›aktiven‹, die Technik mitformenden Nutzer. Das Buch verbindet diese Debatten. Es arbeitet die Ähnlichkeiten, Kontinuitäten und Unterschiede zwischen der mobilen Musikhör- und der Mobilfunkkultur heraus. Zugleich zeigt es, dass nicht etwa Transistor oder Digitalfunk den technischen Wandel bestimmten, sondern Nutzervorstellungen und Nutzungen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit sämtlichen Technikpropheten, die davon ausgehen, dass wir uns ›jederzeit und überall‹ per Technik vernetzen und mobil konsumieren wollen. Und die dabei zumeist verdrängen, dass die angeblich ›mobile Freiheit‹, die ein solcher Technikeinsatz verspricht, zugleich mit Zuständen höchster Unfreiheit, Starrheit und Immobilität einhergeht, worauf Paul Virilio bereits mit dem Begriff des ›rasenden Stillstands‹ verwies.

»Heike Weber zeigt in ihrer Publikation, was Sachkulturforschung in unserem von technischen Medien geprägten Alltag meinen kann und wie viel Potenzial die Geschichte der altvertrauten Kommunikationsmedien Radio und Telefon birgt. Mit einem überzeugenden Analysekonzept untersucht sie das Verhältnis von Mensch und Technik.«
Lioba Nägele, Zeitschrift für Volkskunde, 106/2 (2010)
»›The Promise of Mobile Freedom‹ is an intriguing cultural history of portable technologies, and readers will profit both from the empirical case studies and from the theoretical reflections of user de-signs.«
Stefan Krebs, Technology and Culture, 51/7 (2010)
»Alles in allem bietet das Buch eine interessante Herangehensweise und einen tiefgehenden Einblick in die Kultur- und Technikgeschichte mobiler Konsumtechnik.«
Cornelia Fabian, H-Soz-u-Kult, 25.06.2010
»Das Buch stellt einen lesenswerten Beitrag zur Aufarbeitung der Technik-, Konsum- und Mediengeschichte des letzten Jahrhunderts dar.«
Matthias Kuzina, MEDIENwissenschaft, 3 (2010)
»Technikgeschichte ist mithin immer Kulturgeschichte. Dieser informative Band erläutert das am Beispiel der tragbaren Geräte [...], die die zweite Hälfte des 20. Jhdts. geprägt haben.«
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de, 10.02.2009
»Originell und zukunftsweisend ist der theoretische Ansatz der Arbeit [...].
Das Buch liefert ausgesprochen sachkundig eine große Fülle Detailinformationen [...].«
Nicola Döring, M & K, 1 (2009)
Besprochen in:
Technikgeschichte, 76/2 (2009), Monika Röther
Universitas, 752 (2009), Karlheinz Geißler
Soziologische Revue, 33 (2010)
NTM, 4 (2010), Alexander Badenoch
Radio-Kurier, 4 (2012), Marcel Goerke
Autor_in(nen)
Heike Weber
Buchtitel
Das Versprechen mobiler Freiheit Zur Kultur- und Technikgeschichte von Kofferradio, Walkman und Handy
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
368
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-89942-871-1
DOI
Warengruppe
1557
BIC-Code
TBX JFD HBLW
BISAC-Code
TEC056000 SOC052000 HIS054000 HIS037070
THEMA-Code
TBX JBCT
Erscheinungsdatum
2008-10-27
Auflage
1
Themen
Medien, Technik, Kulturgeschichte
Adressaten
Technik-, Konsum- und Kulturgeschichte, Soziologie, Kultur- und Medienwissenschaften
Schlagworte
Konsum, Technik, Medien, Mobilität, Kultur, Kulturgeschichte, Technikgeschichte, Mediengeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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