Aggressive Medien

Zur Geschichte des Wissens über Mediengewalt

Mediengewalt ist immer wieder ein Thema öffentlicher Debatten. Insbesondere nach spektakulären Amokläufen taucht regelmäßig die Frage auf, ob Medien ihre Nutzer zu Gewalttätern programmiert und so die Tat verursacht haben. Dabei ist der kausale Zusammenhang alles andere als geklärt: Obwohl die empirische Mediengewaltforschung mit großem Aufwand betrieben wird, hat sie bis heute keine konsensfähige Antwort gefunden.

Diese Studie sucht keine weitere Lösung, sondern fragt, wie sich die Kausalformel »Mediengewalt« historisch herausgebildet hat und welcher Gewinn darin liegt, die Mediengewalt-Debatte beständig mit ungeklärtem Wissen zu versorgen.

29,80 € *

2008-04-27, 340 Seiten
ISBN: 978-3-89942-883-4

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Isabell Otto

Isabell Otto, University of Konstanz, Germany

... mit Isabell Otto

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

In meiner Studie verfolge ich eine neue Annäherung an die vieldiskutierte Frage, ob Medien ihre Nutzer zu Gewalttaten anreizen. Dies geschieht, indem die historischen Voraussetzungen für diese Fragestellung beleuchtet werden. Ich untersuche, wie sich die Möglichkeiten des wissenschaftlichen Sprechens über Mediengewalt formieren. Das Buch liefert keine weitere der zahlreichen Antworten auf die Mediengewalt-Frage. Es veranschaulicht vielmehr, warum diese Frage immer wieder gestellt wird.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Geschichte der Mediengewaltdebatte ist häufig als eine immer wiederkehrende Entrüstung von Eltern, Pädagogen und Politikern erzählt worden, die nicht aus wissenschaftlich-rationalen Überlegungen resultiert. Die neue Betrachtungsweise meines Buchs richtet sich dagegen auf die empirische Mediengewaltforschung: Inwiefern tragen die Verfahren des Messens und der Verdatung von Mediengewalt dazu bei, diese als Problem in der Öffentlichkeit präsent zu halten?

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Nach wie vor ist die Mediengewaltforschung auf der Suche nach den besseren Methoden zur Messung von Mediengewalt. Sie kann jedoch die grundlegende Frage nicht klären: Ist Gewalt in den Medien nun gefährlich oder nicht? Zu jeder Untersuchung gibt es sofort ein Experiment, das die gegenteilige Beweisführung antritt. Die Frage der Mediengewalt ist also nach wie vor virulent und keineswegs ad acta gelegt. Es lohnt sich daher ein Blick auf die ›Forschungskulturen‹ von Mediengewalt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

»Aggressive Medien« wirft einen kulturwissenschaftlichen Blick auf einen sozialwissenschaftlichen Forschungsbereich und stellt dabei u. a. folgende Fragen: Welche epistemologischen Gesichtspunkte prägen die Forschung in ihrer Frühzeit und noch heute? Welche Theorien und Konzepte finden Eingang in die Lehrbücher der Mediengewaltforschung und welche nicht? Eine Diskussion des Buchs mit Sozialwissenschaftlern und Wissenschaftshistorikern wäre deshalb besonders interessant.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Aggressive Medien« untersucht, wie die Kausalformel Mediengewalt in Forschungspraktiken entsteht und Eingang in Debatten über Gewalt und Medien findet.

»Gerade diejenigen Stimmen, die in der aktuellen Debatte ein staatliches Verbot von Killerspielen nicht zielführend finden, begründen ihr Urteil damit, dass man mit einem Verbot die Nutzer weniger gut kontrollieren könne als durch anhaltende und dauernde Aufmerksamkeit den Kindern gegenüber. Gezeigt zu haben, dass in einer solchen Ablehnung des staatlichen Zugriffs auf die Mediennutzer deren subtilste Kontrolle zu sehen ist, ist das Verdienst von Ottos innovativem Blick auf ein vermeintlich altes Thema.«
Nicolas Pethes, H-Soz-u-Kult, 20.10.2008
Besprochen in:

IASL online.de, 13.09.2008, Achim Barsch
Archiv für Sozialgeschichte, 51 (2011)
Autor_in(nen)
Isabell Otto
Buchtitel
Aggressive Medien Zur Geschichte des Wissens über Mediengewalt
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
340
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-883-4
DOI
10.14361/9783839408834
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JFFE
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000 SOC051000
THEMA-Code
JBCT JBFK
Erscheinungsdatum
2008-04-27
Auflage
1
Themen
Medien, Gewalt
Adressaten
Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft
Schlagworte
Mediengewalt, Wissenschaftsgeschichte, Diskursgeschichte, Medien, Gewalt, Mediengeschichte, Medienwissenschaft

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