Die Modernität der Gemeinschaft

Soziologische Beobachtungen zur Oderflut 1997

Gemeinschaft gilt seit Tönnies' Gegenüberstellung mit dem Gesellschaftsbegriff als Prinzip der Vormoderne und weckt als solches Sehnsüchte oder Abwehr. Anhand einer Diskussion aktueller Beiträge gewinnt der Autor Anhaltspunkte für eine Untersuchung des Phänomens des Gemeinschaftsbezuges, wie dieser während des Hochwassers der Oder 1997 zu beobachten war.

Wie sich zeigt, lässt sich die Frage nach dem Sinn, der Funktion und dem Funktionieren von Gemeinschaftsbezügen vom Individuum her beantworten. Die Gemeinschaft erscheint dann als ein nachgerade modernes Phänomen, das Voraussetzung für die Selbstbeschreibung von Individuen ist: Gemeinschaft ist unvermeidbar.

29,80 € *

2008-03-27, 308 Seiten
ISBN: 978-3-89942-886-5

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

René John

René John, Universität Hohenheim, Deutschland

... mit René John

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Will man sich dem allgegenwärtigen Phänomen der Gemeinschaftsbindungen nähern, finden sich allenthalben Warnhinweise oder dubiose Einladungen. Weder aber sind Gemeinschaften Relikte repressiver Vorzeit noch der Kit für die hyperkomplexe Moderne. Entgegen dieser Überspannungen zeigt die Studie theoretisch fundiert und empirisch anschaulich, dass Gemeinschaftsbezüge als Lösung des Problems individueller Selbstbeschreibung entstehen, die Individuen auf die Gesellschaft verpflichtet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Gemeinschaftsbindungen sind allgegenwärtig, doch gelten sie oft als antimodernes Refugium rückwärtiger Sehnsüchte im komplexen Gefüge der modernen Gesellschaft. Mit der Untersuchung wird theoretisch umfassend und empirisch anschaulich gezeigt, dass Gemeinschaftsbindungen temporär flüchtige, sozial variable und sachlich flexible Bezüge zu imaginierten Kollektiven sind, die der Möglichkeit individueller Selbstbestimmung dienen. Sie sind ein genuin modernes, unvermeidliches Phänomen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Frage nach dem Zusammenhalt der Gesellschaft ist ein medial stark beachtetes und darum hochaktuelles Thema, denn kontrafaktisch wird dieser trotz des sich weltweit immer enger verknüpften Kommunikationsnetzes als problematisch empfunden. Anhand der Analyse reichhaltigen Materials aus dem Kontext der Oderflut von 1997 kann aber die Dynamik solcher Gemeinschaftsbindungen verdeutlicht werden, hängt sie doch unmittelbar mit den Selbstbeschreibungsmöglichkeiten moderner Individuen zusammen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Diskutieren würde der Autor das Buch zunächst mit den Sozialwissenschaftlern, von denen er am meisten lernen konnte: der Anthropologe Anthony P. Cohen, der Philosoph Uwe Tietz, der Psychologen Heiner Keupp sowie mit einer Reihe von lebenden und toten Soziologen, wie Hans Joas, Niklas Luhmann oder Nobert Elias. Aber auch mit Politikern wollte der Autor das Gespräch suchen, die nicht davon lassen können, Gemeinschaften für die Zwecke der Politik in Anspruch zu nehmen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Gemeinschaft ist eine Antwort auf das Problem individueller Selbstbeschreibung in der multikontextuellen Gesellschaft – ein genuin modernes Phänomen.

Autor_in(nen)
René John
Buchtitel
Die Modernität der Gemeinschaft Soziologische Beobachtungen zur Oderflut 1997
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
308
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-886-5
DOI
Warengruppe
1722
BIC-Code
JHBA
BISAC-Code
SOC026000 POL010000
THEMA-Code
JHBA
Erscheinungsdatum
2008-03-27
Auflage
1
Themen
Gesellschaft
Adressaten
Soziologie, Anthropologie, Ethnologie
Schlagworte
Gemeinschaft, Identität, Individuum, Moderne, Gesellschaft, Soziologische Theorie, Politische Soziologie, Soziologie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung