Postkoloniale Soziologie

Empirische Befunde, theoretische Anschlüsse, politische Intervention

Dieser Band steht für ein Programm, das die Relevanz postkolonialer Theorien für die Soziologie aufzeigt. Er bringt die aktuellen Diskussionen zum Thema aus Kultur-, Migrations- und Geschlechtersoziologie mit dem Ziel zusammen, nicht nur die Grundbegriffe und zentralen Theorien im disziplinären Kontext, sondern auch ihre gesellschaftspolitischen Implikationen vor dem Hintergrund einer postkolonialen Perspektive zu überdenken. Die vorwiegend aus dem Fach stammenden Beiträge gehen dabei sowohl theorie-systematisch wie empirisch vor, um die postkoloniale Perspektive in der Soziologie nachhaltig zu verankern.

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2009-11-27, 338 Seiten
ISBN: 978-3-89942-906-0

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Julia Reuter

Julia Reuter, Universität Trier, Deutschland

Paula-Irene Villa

Paula-Irene Villa, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

... mit Julia Reuter

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Postkoloniale Perspektiven in der Soziologie sind bislang eher marginal bzw. die Diskussion darum findet größtenteils noch isoliert in einzelnen, eher speziellen Soziologien statt. Der Band versteht sich hier zum einen als ›Bestandsaufnahme‹, der die aktuellen Diskussionen um die Parallelen, blinden Flecken und fruchtbare Erweiterung von Postkolonialismus und Soziologie zusammenbringt. Zum anderen wurden die Beiträge so gewählt, dass sie einerseits ein breites Spektrum der Soziologie abdecken, andererseits die programmatische Rahmung des Bandes ernst nehmen, der nicht nur eine weitere Perspektive für die soziologische Analyse eröffnen, sondern bestenfalls auch die Art und Weise, Soziologie zu betreiben, verändern will.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die postkoloniale Perspektive will im Wesentlichen eine hinterfragende, de-essentialisierende, dekonstruktive Sicht auf oft implizite und darum umso wirkmächtigere Grundannahmen des Sozialen bieten: Das kann die Einsicht sein, dass Wurzellosigkeit nicht zwangsläufig ein Wesensmerkmal von ethnischen Gruppen ist, genauso wenig wie ethnische Gruppen nur wegen ihrer ›offensichtlichen‹ ethnischen Differenz diskriminiert werden. Hier haben soziologische wie postkoloniale Theorien und Modelle wechselseitigen Reflexionsbedarf.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In kulturwissenschaftlichen Debatten um Globalisierung, Identität und Geschlecht, insbesondere im internationalen Kontext, zählen postkoloniale Theorien und Modelle schon seit Längerem zu den zentralen Analysewerkzeugen. In deutschsprachigen soziologischen Forschungsdebatten ist dies (leider) noch nicht der Normalfall.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Sicherlich zunächst einmal mit deutschen Soziologen/-innen, da sich eine wesentliche Kritik der Beiträge im Buch ja an die eigene Zunft richtet. Darüber hinausgehend bietet der Band aber auch für Politikwissenschaftler/-innen, Kulturwissenschaftler/-innen, Pädagogen/-innen usw. wertvolle Einsichten auf gemeinsame Forschungsgegenstände wie transnationale Biographien, Anerkennungspolitiken von Minderheiten oder globale Transformation lokaler Ungleichheiten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Band bilanziert die aktuellen Befunde und Fragestellungen einer postkolonialen ›Befremdung‹ der Soziologie und eröffnet damit nicht nur neue Einblicke auf die ›eigene‹ Gesellschaft, sondern auch auf das Fach.

»Angesichts der traditionell großen Bedeutung der Soziologie als Leitwissenschaft, beispielsweise für die Historiographie, sowie dem zunehmenden Interesse an transnationalen und globalen Fragestellungen ist die Lektüre [...] nicht nur für ein soziologisches, sondern auch für ein interdisziplinäres Fachpublikum lohnend.«
Eva Bischoff, H-Soz-u-Kult, 07.09.2012
»Ihrer Einschätzung [der Hg.], dass die Soziologie einer postkolonialen Reflexion und die postkoloniale Kritik soziologischer Ansätze bedarf, ist unbedingt zuzustimmen.«
Floris Biskamp, KULT_online, 31 (2012)
»Der Band ist anregend und gelungen und wird sicher eine Referenz der deutschsprachigen Debatte um postkoloniale Studien in den Sozialwissenschaften werden.«
Aram Ziai, PERIPHERIE, 121 (2011)
»Nicht nur die äußerst informiert wirkende Einführung der Herausgeberinnen profiliert den Band, sondern auch die angemessen ›internationale‹ Auswahl der Beiträgerinnen und Beiträger.«
www.literaturkritik.de, 12 (2009)
»Nicht nur die äußerst informiert wirkende Einführung der Herausgeberinnen [...] profiliert den Band, sondern auch die angemessen ›internationale‹ Auswahl der Beiträgerinnen und Beiträger.«
www.literaturkritik.de, 12 (2009)
Besprochen in:

IDA-NRW, 3/2010
geschichte.transnational/H-Soz-u-Kult, 9 (2012), Eva Bischoff
Autor_in(nen)
Julia Reuter / Paula-Irene Villa (Hg.)
Buchtitel
Postkoloniale Soziologie Empirische Befunde, theoretische Anschlüsse, politische Intervention
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
338
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-906-0
DOI
10.14361/9783839409060
Warengruppe
1510
BIC-Code
HBTR JHBA JFC
BISAC-Code
POL045000 SOC026000 SOC022000
THEMA-Code
NHTR JHBA JBCC
Erscheinungsdatum
2009-11-27
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus
Adressaten
Soziologie, Ethnologie, Politikwissenschaft, Gender Studies
Schlagworte
Postkolonialismus, Globalisierung, Kultur, Migration, Gender, Soziologische Theorie, Kultursoziologie, Soziologie, Kulturwissenschaft

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