Kisten, Krypten, Labyrinthe

Raumfigurationen in der Gegenwartsliteratur: W.G. Sebald, Anne Duden, Herta Müller

Obgleich die Raumdebatte in den Kulturwissenschaften Konjunktur hat, wird selten darüber nachgedacht, wie sich deren Ergebnisse für die analytische Lektüre literarischer Texte nutzbar machen lassen.

Anhand ausgewählter Gegenwartsprosa (von W.G. Sebald, Anne Duden und Herta Müller) will dieses Buch die Zusammenhänge zwischen literarisch artikulierten Raummodellen und texttheoretischen Fragestellungen erhellen. Dabei wird eine Erweiterung der klassischen Positionen zu topologischen und poetologischen Aspekten literarischer Texte ausgearbeitet, die die neueren Entwicklungen in der Raumtheorie konzeptuell aufnimmt.

26,80 € *

2008-03-27, 240 Seiten
ISBN: 978-3-89942-908-4

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Anja K. Johannsen

Anja K. Johannsen, Universität Paderborn, Deutschland

... mit Anja K. Johannsen

»Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das trifft auf mein Buch wahrscheinlich ebenso zu wie auf ganz viele andere literaturwissenschaftliche Bücher. Wenn Canetti sich fragt, »ob es unter denen, die ihr gemächliches, sicheres, schnurgerades akademisches Leben auf das eines Dichters bauen, der in Elend und Verzweiflung gelebt hat, einen gibt, der sich schämt«, kann man ja nur dagegen halten, die Scham sei aber begleitet von der Ahnung, im Grunde derselben Sache dienen zu wollen.

Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch führt ein paar Theorien eng (ästhetische Theorien und Raumtheorien) und vergleicht dreierlei Literaturen, die bislang nicht zusammen gelesen wurden. Im besten Fall ist es durch diese Neukombinationen geglückt, neue Perspektiven auf diese Literaturen und darauf, was die Literaturwissenschaft mit dem ›Raumboom‹ in der Theorie anfangen könnte, zu eröffnen.

Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die aktuellen Raumtheorien werden für die Literaturwissenschaft nutzbar gemacht durch die Verknüpfung von topologischen und poetologischen Fragen, und das am Beispiel von Sebald, Duden und Müller. In die anhaltende Sebald-Debatte will ich vor allem eingreifen, indem ich Sebald als einen Gegenwartsautor unter anderen lese und somit diese Sonderstellung hinterfrage, in die ihn die Germanistik hineinbugsiert hat.

Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Anne Duden.

Ihr Buch in einem Satz:

Viele Kisten und Kästchen, aber, wenn's gelungen ist, nicht so viele Schubladen.

»I admire her highly intelligent readings, which should make for produktive discussions in graduate seminars.«
Margaret R. McCarthy, Monatshefte, 102/4 (2010)
Besprochen in:

Modern Austria Literature, 42/2 (2009), Mark R. McCulloh
Autor_in(nen)
Anja K. Johannsen
Buchtitel
Kisten, Krypten, Labyrinthe Raumfigurationen in der Gegenwartsliteratur: W.G. Sebald, Anne Duden, Herta Müller
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
240
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-908-4
DOI
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB
BISAC-Code
LIT004170 LIT000000
THEMA-Code
DSB
Erscheinungsdatum
2008-03-27
Auflage
1
Themen
Raum, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Raumtheorien, Kulturwissenschaften, Philosophie
Schlagworte
Literatur, Raum, Raumtheorie, Poetologie, W.G. Sebald, Anne Duden, Herta Müller, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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