IMMER FESTE TANZEN

ein feierabend!

Feierabend! Das deutsche Wort weiß noch, was man nach der Arbeit macht: Feste feiern. Über Jahrhunderte waren die Feste in der Hand der Kirche und des Adels – Bühnentanz und Theater fanden nur für eine kleine Elite statt. Kaum fing der Bürger an, für sich zu tanzen und zu spielen, hagelte es Tanzverbote und Theaterzensur.

Heute ist das Theater ein Freiraum, in den der Tanz unterkroch. Dort verkümmert seine Kraft, mit dem Körper die Zeit und die Angst aus den Angeln zu heben. Ein Keil ist getrieben zwischen zwei, die einst zusammengehörten: Tanz und Fest. Weil Tanz das Schlimmste ist, was der Arbeit passieren kann: Er ist ihr Gegengift.

9,80 € *

2008-02-27, 96 Seiten
ISBN: 978-3-89942-911-4

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Arnd Wesemann

Arnd Wesemann, Redakteur »ballet-tanz«, Deutschland

... mit Arnd Wesemann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

»Immer Feste Tanzen« ist kurz und bündig genug, um durch den Mainstream der endlosen Argumente einmal kurz durchtauchen zu können: Wer feste Feste feiert, will nicht wissen, warum er feiert, sondern warum es so schwer ist, Menschen zu finden, mit denen man feiern kann. Die Antwort steht schon auf Seite 8.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

»Immer Feste Tanzen« macht Schluss mit der Trennung, die säuberlich den ordentlichen Bürger ins Theater setzt und alle anderen als Karneval oder sonstwas feiernde ›Proletarier‹ und ›Traditionalisten‹ beschimpft, deren Feste gleich als ›Ballermann‹ bezeichnet werden. Woher kommt diese Trennung überhaupt? Wer hat sie gemacht? Wozu ist sie gut?

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

»Immer Feste Tanzen« sollte auf dem Nachttisch direkt neben Barbara Ehrenreichs ›Dancing in the Streets‹ liegen. Ehrenreich zeigt, wie erschrocken der Bürger vor einem Rave ist – und zieht die Linie rückwärts bis zu den christlichen Missionaren, die in Afrika ›schreckliche Tänze‹ gesehen haben. Der Schrecken vor dem Körper und seiner Verausgabung im Tanz sitzt offenbar tief. Und führt dazu, dass wir den Körper überbehüten. Sogar die Wissenschaft ist dagegen, aber ihre Symposien gestaltet sie immer noch wie einen rituellen Kirchgang – in »Immer Feste Tanzen« wird ein Symposion als Fest begangen. Viele Leser sagten, dieses Kapitel ist der Hammer: Nie wieder Forschung ohne Fest!

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

»Immer Feste Tanzen« will ich gern mit jedem diskutieren, der Odo Marquards These, ›Mein Fest ist, wenn ich träume‹, für so idiotisch hält, wie die Behauptung, Spiele wie ›World of WarCraft‹ seien interaktives Theater. Und natürlich mit allen, die keine Angst vor Mitmachtheater haben – weil diese Angst die zivile Deformation des gehorsamen Bürgers schlechthin bezeichnet.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ich tanze nicht, ich lasse tanzen.

»Der schmale Band von Arnd Wesemann bietet eine (auch sprachlich) vergnügliche wie schonungslose Reise durch die Welt der choreographierten Feiern.«
Christine Wingert, Kulturpolitische Mitteilungen, 124/I (2009)
Autor_in(nen)
Arnd Wesemann
Buchtitel
IMMER FESTE TANZEN ein feierabend!
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
96
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-911-4
Warengruppe
1586
BIC-Code
ASD HBTB AN
BISAC-Code
PER003000 HIS054000 PER011020
THEMA-Code
ATQ NHTB ATD
Erscheinungsdatum
2008-02-27
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Tanz
Adressaten
Tanzwissenschaft, Cultural Studies, Studium Generale
Schlagworte
Tanz, Fest, Theater, Religion, Kultur, Kulturgeschichte, Theaterwissenschaft

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