Die Individualität der Dinge

Kultur-, wissenschafts- und technikphilosophische Perspektiven auf die Bestimmung eines Unbestimmbaren

Personen bezeichnen wir durch Eigennamen, Dinge durch Klassenbegriffe. Unser Leben gestalten wir jedoch mit Einzeldingen. Individuelle Kleidung, eigenes Auto, Möbel oder Schmuck machen uns erst als individuelle Personen kenntlich.

Diese Studie zeigt, wie ein Ding durch kommunikative Akte individuiert wird und dadurch seine Geschichte und Identität erhält – und wie sich das sprachlich, im Recht oder in der Kunst äußert. Aber mit den Produktionstechniken und dem Konsumverhalten ändern sich die Individuationsbedingungen. In Physik und Nanotechnologie stoßen wir auf Objekte, die sich dauerhafter Individuation entziehen. Bedeutet dies das Ende der individuellen Dinge?

32,80 € *

2008-07-27, 362 Seiten
ISBN: 978-3-89942-951-0

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Heinwig Lang

Heinwig Lang, Deutschland

... mit Heinwig Lang

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil ich das Buch gebraucht habe. Ich wollte mir beim Schreiben darüber klar werden, warum Dinge für uns eine Rolle spielen, die weder mit ihren physischen Eigenschaften noch mit ihren Funktionen zu erklären sind. Warum ist die Echtheit eines Gemäldes so wichtig, warum wurden Kriege um Reliquien geführt, und weshalb lege ich Wert darauf, dass dies mein Schirm ist, auch wenn ein gleichartiger daneben liegt? Individuelle Dinge machen uns als individuelle Person sichtbar und unterscheidbar.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Individualität ist kein Wesensmerkmal einer bestimmten Klasse von Gegenständen. Dinge werden in Handlungs- und Kommunikationszusammenhängen individuiert und spielen dann in persönlichen und kollektiven Geschichten die Rolle von Zeugnissen und Spuren, durch die wir uns in Raum und Zeit orientieren. Als Individuen entziehen sie sich vollständiger Klassifizierbarkeit und Verfügbarkeit, aber gleichzeitig bietet diese Widerständigkeit und Unberechenbarkeit eine Quelle der Kreativität und der Freiheit.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Moderne Technologien wie die Nanotechnologie erzeugen und versprechen Dinge eines neuen Typs, die nicht mehr altern, aber schnell veralten. Sie werden nicht mehr gepflegt und repariert, sondern durch neuere und leistungsfähigere Produkte ersetzt. Das erschwert ihre Individuation. Verfügbarkeit erfordert aber Eingriffsmöglichkeit und damit Individualität. Die Strategien, durch die modernes Produkt-Design auf diese Herausforderung antwortet, werden in der Technikphilosophie bisher noch nicht hinreichend analysiert und reflektiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen interessierten und kritischen Lesern.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Personen brauchen individuelle Dinge, um als Individuen mit eigener Identität sichtbar zu werden, und Dinge werden Individuen durch ihre Verbindung mit individuellen Personen.

Autor_in(nen)
Heinwig Lang
Buchtitel
Die Individualität der Dinge Kultur-, wissenschafts- und technikphilosophische Perspektiven auf die Bestimmung eines Unbestimmbaren
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
362
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-89942-951-0
DOI
10.14361/9783839409510
Warengruppe
1521
BIC-Code
PDA HP HPJ
BISAC-Code
PHI004000 SCI075000 PHI000000 PHI013000
THEMA-Code
PDA QDT QDTJ
Erscheinungsdatum
2008-07-27
Auflage
1
Themen
Technik, Wissenschaft
Adressaten
Philosophie, Phänomenologie, Kunstgeschichte, Physik, Technologie
Schlagworte
Individualität, Kontingenz, Narrativität, Nanotechnologie, Wissenschaft, Technik, Wissenschaftsphilosophie, Technikphilosophie, Naturphilosophie, Kulturphilosophie, Philosophie

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