Details zu 10.14361/9783839437230-004

Anke Wischmann
»Ich möchte nur ein Gesicht haben«.
»Tauben fliegen auf« gelesen als bildungsbiografische Gegenerzählung
DOI: 10.14361/9783839437230-004
 
In dem Beitrag wird der Roman "Tauben fliegen auf" von M. Nadj Abonji aus einer bildungstheoretischen Perspektive als eine Gegenerzählung zu hegemonialen Bildungsidealen, die sich etwa an den Arbeiten Humboldts und Hegels orientieren, gelesen. Theoretisch-methodologisch wird Bezug genommen auf rassismuskritische Forschung, die die Gegenerzählung (counter-story) als Möglichkeit versteht, durch Rassismus marginalisierte Positionen stärker hör- und sichtbar werden zu lassen. In dem Roman zeigt sich, dass Bildung nicht nur und nicht im Fall der Protagonistin Ildiko als Transformation eines bestehenden Welt-Selbstverhältnisses verstanden werden kann, sondern vielmehr als eine widerständige Praxis gegen diskriminierende Zuschreibungen.
 
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