Details zu 10.14361/9783839437490-008

Marisa Siguan
Max Aub, Herta Müller: Literatur und Autofiktion als utopische Projektionsräume
DOI: 10.14361/9783839437490-008
 
Marisa Siguan nimmt sich in ihrem Beitrag zwei Autoren vor, die zunächst einmal bis auf den Umstand der Exilerfahrung wenig zu verbinden scheint: den spanischen Republikaner Max Aub und die aus dem rumänischen Banat stammende Herta Müller. Im Weiteren zeigt sie anhand genauer Textanalysen, dass gerade die literarische Wahl der Autofiktion beiden erlaubt, in völlig unterschiedlichen Exilen »utopische Projektionsräume« zu gestalten. Im Falle Aubs geschieht dies mittels der nah an der Wirklichkeit verlaufenden und doch in entscheidenden Punkten von ihr abweichenden Imagination einer Alternativgeschichte, eines »Was hätte sein können«. Es sind Texte, die sich wiederum dem Anspruch Blochs annähern, das Unabgegoltene der Vergangenheit zu bergen. In Herta Müllers mit Autofiktion arbeitenden Romanen und Essays rücken dagegen Gegenstände in den Mittelpunkt, scheinbar unbedeutende Dinge, die mit Sedimenten historischer und autobiographischer Zeit aufgeladen werden und dadurch utopisch über sich selbst hinausweisen.
 
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