Details zu 10.14361/9783839437490-014

Anna Montané Forasté
Verspätete Vergangenheit
Spuren des Utopischen in W.G. Sebalds Austerlitz
DOI: 10.14361/9783839437490-014
 
Anna Montané Forasté schließt den Band mit einem Gegenwartsautor, der sein Werk zuvorderst der Suche nach einer adäquaten Erinnerung von Geschichte, von Holocaust und Exil gewidmet hat. Dieses bestimmende Thema im Werk W.G. Sebalds, dem sich die Texte häufig im Modus einer diffusen Trauer nähern, lässt wenig Raum für Utopisches. Es sind daher eher »Randutopien«, die Montané ausmacht, und die auf eine verlustig gegangene Vergangenheit abzielen. Im Mittelpunkt ihres Beitrags steht denn auch eine »verspätete Vergangenheit« in Sebalds Roman »Austerlitz«. Ihre Ausführungen nehmen Walter Benjamins Gedanken auf, die klärendes Licht auf das Paradox einer noch ungeschehenen Vergangenheit in Austerlitz werfen. In der Erinnerung, die nicht zuletzt die Unabschließbarkeit der vergangenen Zeit belegt, erkennt Montané einen verhaltenen utopischen Gestus, der möglicherweise auch der historischen Distanz zu eigen ist, die uns von der Vergangenheit trennt und zugleich einen offenen Blick auf sie erlaubt.
 
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