Details zu 10.14361/9783839440216-017

Hanne Seitz
Nichttun als Gabe?
DOI: 10.14361/9783839440216-017
 
Am Beispiel von Inszenierungen und Performances von Xavier le Roy, Tino Sehgal und Marina Abramovic wird die »Gabe des Nichttuns« als Korrektiv einer ausschließlich auf das aktive Handeln konzentrierten Sichtweise beschrieben. Die künstlerischen Arbeiten rücken die Passivität und damit verbunden die Verschränkung von Lassen und Tun ins Zentrum der Aufmerksamkeit; sie geben Zeit, was zuletzt auch als Absage an eine durch Beschleunigung beherrschte Gesellschaft verstanden werden kann. Nichttun heißt keinesfalls, nichts zu tun, sondern von sich abzusehen. Eine Ästhetik des Unterlassens, die der Unverfügbarkeit der Gabe Rechnung trägt, kommt am Ende nicht umhin, nach den Grenzen des Menschlichen zu fragen.
 
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