Details zu 10.14361/9783839440216-019

Anton Rey
Geben und Vergeben. Der Avatar als Palimpsest des Selbst Begegnungen mit der Installation The Art is Present
DOI: 10.14361/9783839440216-019
 
Anton Reys Beitrag »Geben und Vergeben. Der Avatar als Palimpsest des Selbst« reflektiert den Bielefelder Beichtstuhl »The Art Is Present«. Das kleinstmögliche Theater ist hier nicht ein Theater ohne Zuschauer, ohne Akteure oder ohne Raum, sondern eines, in dem der Zuschauer sich als Akteur wahrnimmt, sich selbst als sein eigener Spieler konfrontiert. So wurde am Zentrum für interdisziplinäre Forschung ein interaktiver Beichtstuhl aufgestellt, in dem die Besucher statt eines Priesters ihrem je eigenen Avatar begegnen konnten. Als Test für die eine Erfahrung, in der es keine greifbare Reziprozität, keine Form von Gegenseitigkeit gibt, in der aber stets eine Außenerfahrung existiert, von der wir uns nur schwer lösen können. Was verhindert, dass wir uns selbst als einem anderen zuschauen mögen? Was gäben wir preis in Momenten der Selbstbeobachtung? »The Art is present« bricht mit den Konventionen der wissenschaftlichen Tagung und fordert auf zu Kontemplation und Selbst-Begegnung. Das künstlerische Experiment macht den Faktor Zeit bewusst - Zeit die augenscheinlich fehlt, um die Gabe des Avatars in Empfang zu nehmen. Zeit, die gegeben, aber selten genommen wird.
 
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