Details zu 10.14361/9783839441480-018

Anne Hemkendreis
Ausbalanciert. Der Traum vom Fliegen in den Zirkusbildern Edgar Degas' und James Tissots
DOI: 10.14361/9783839441480-018
 
Der Artikel untersucht den Einfluss von Zirkusperformances als moderne Unterhaltungsform industrieller Metropolen auf Pariser Künstler des 19. Jahrhunderts. Insbesondere Vorstellungen von LuftartistInnen ermöglichten Malern die scheinbare Erfahrung von Schwerelosigkeit, die zu einer Reformulierung des Verhältnisses von Figur und Grund führte und das Verständnis von Malerei als ein von der Schwerkraft befreites Medium etablierte. Der Rückgriff auf ikonographische Formeln aus der barocken Illusionsmalerei in Kombination mit einer aus künstlichen Milieus wie dem Aquarium entlehnten naturhaften Ästhetik führte zu einer hybriden Darstellungsweise der weiblichen Artistinnen zwischen Transzendenz und Animalismus. Der Zirkus wurde damit zu einer Metapher für die moderne Malerei als Ort der technischen Visualisierung eines unauflöslichen Amalgams aus Realem und Fiktivem.
 
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