Details zu 10.14361/9783839441961-003

Reinhard Blänkner
Heinz Dieter Kittsteiners Historismus
Geschichte zwischen Unverfügbarkeit und Reflexivität
DOI: 10.14361/9783839441961-003
 
Reinhard Blänkner widmet sich in diesem Beitrag der Frage nach dem Konzept von »Geschichte« in Heinz Dieter Kittsteiners Forschungsprogramm einer von »geschichtsphilosophischen Fragestellungen angeleiteten Kulturgeschichte«. Im Mittelpunkt stehen dabei Kittsteiners Theoreme von der »Unverfügbarkeit der Geschichte« und die Möglichkeit, sich in der Geschichte mithilfe von »Geschichtszeichen« zu orientieren. Herausgearbeitet wird die nicht hinreichend reflektierte Unterscheidung zwischen Geschichte als Geschehen und als historisch spezifische Wissensform des Geschehens. Der Blick auf die Historizität der Geschichte als symbolische Form der Welterschliessung zeigt, dass beide Theoreme für den historischen Denkraum des Historismus Plausibilität besitzen, nicht aber für die Fortuna-Diskurse und die eschatologischen Kosmologien der frühen Neuzeit sowie für das Verständnis der komplexen Geschehenszusammenhänge der »Globalisierungsmoderne«, in der die Vorstellung von der »Einheit der Geschichte« durch Kontinuitätsbrüche im 20. Jahrhundert und postkoloniale Fragestellungen herausgefordert wird. »Unverfügbarkeit« und »Orientierung« sind als grundsätzliche Probleme damit nicht erledigt. Sie bleiben Leitfragen auch für eine nach-historistische Historie.
 
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