Details zu 10.14361/9783839442524-026

Gottfried Wagner
Vom Dilemma der (außen-)kulturpolitischen Keuschheit: Zwischen Autonomie und Interessen
DOI: 10.14361/9783839442524-026
 
Gottfried Wagner stellt in diesem Diskussionspapier die Frage, ob die vorzügliche deutsche Außenkulturpolitik es über ihrem Credo der Autonomie der kulturellen Akteur*innen, für das nicht zuletzt das Goethe-Institut steht, verabsäumt hat, die dahinterliegende Interessenlage des Staates (auch als demokratisch legitimierter Geldgeber), Europas und der Gesellschaft offen zu diskutieren und neu zu bestimmen. Diese Debatte kann angesichts globaler Krisen (Nachhaltigkeit, Sicherheit, Gerechtigkeit, Chancen, Migration, Menschenrechte etc.) und angesichts nicht nur der Interessen des »globalen Nordens«, sondern vor allem der Interessen aller Menschen auf dieser Erde bitter nötig werden. Im Kontext der EU kann es zur Rolle Deutschlands gehören, punktgenaue (und komplementäre) »Europäisierung« der Außenkulturpolitik zu fördern, »auf Augenhöhe« mit den Drittstaatenpartnern. Ein Paradigmenwechsel dieser Art strebte gemeinsame Analyse, Ko-Kreation und Ko-produktion mit verantwortungsbewußten Kreativen und der kulturellen Zivilgesellschaft in Europa und in den Drittstaaten an, auf der Suche nach dem »gemeinsamen Gut«, globalen gemeinsamen Interessen und der Rolle von Kunst und Kultur dabei. Praktisch hieße das: Pilotprojekte, um eine neue »kosmopolitische« Kulturpolitik auszuprobieren, experimentell und innovativ zunächst am Beispiel brisanter Themen, Regionen und neuer Managements.
 
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