Details zu 10.14361/9783839442524-034

Raphaela Henze
»Kultur mit allen« statt »Kultur für alle«. Demokratisierung von Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert
DOI: 10.14361/9783839442524-034
 
Raphaela Henze rüttelt erstmals nach 40 Jahren an den Grundfesten der Forderung »Kultur für alle«. Sie tut dies in der Überzeugung, dass dieser Forderung vielfach ein Paternalismus innewohnt, der es nur Expertinnen und Experten erlaubt, qualitativ hochwertige Inhalte zu produzieren. Neben der Homogenität des kulturellen Sektors, der so nur schwer in der Lage ist, Vielfalt zu erzeugen und Konzepten zur Besucherentwicklung, die sich zu lange und wenig erfolgreich an der Ansprache von in ihrer Zusammensetzung problematischen Zielgruppen wie etwa Migrantinnen und Migranten abgearbeitet haben, ist es genau dieser Paternalismus, der Teilhabe und insbesondere »Teil sein« oftmals verhindert. Gerade in Zeiten des zunehmenden Populismus und der damit einhergehenden Bedrohung von kulturellen Rechten ist es geboten, elitäre Privilegien aufzugeben, einen Paradigmenwechsel einzuleiten und einen neuen Ruf erschallen zu lassen: »Kultur mit allen«. In ihrem Beitrag beleuchtet Raphaela Henze internationale Projekte, denen die Einbindung vieler und in vielerlei Hinsicht unterschiedlicher Menschen gelingt. Anhand dieser Beispiele entwickelt sie Ideen, die in unterschiedlichen geografischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen funktionieren können. Durch die Einbindung der Beteiligten in den künstlerischen Prozess unterscheiden sich die im Text vorgestellten Vorhaben deutlich von einer Vielzahl partizipativer Projekte, die insbesondere in Deutschland in den vergangenen Jahren große Aufmerksamkeit erfahren haben, im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit und Strategie aber durchaus kritisch zu hinterfragen sind.
 
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