Details zu 10.14361/9783839443002-008

Holger Ihle, Jörg-Uwe Nieland
Die Tour de France und die Medien - Annäherung an den Sportjournalismus im Zeitalter der Medialisierung
DOI: 10.14361/9783839443002-008
 
In diesem Beitrag wird das Verhältnis des Sportjournalismus zum medialisierten Sportevent »Tour de France« definiert. Die Tour ist hierfür ein geeigneter Anwendungsfall, da sie historisch als genuines Medienereignis ihren Anfang nahm - veranstaltet von einer Sportzeitung. Die öffentliche Wahrnehmung der Tour ist auch durch zahlreiche Skandale, insbesondere Dopingvergehen und deren Vertuschung, geprägt. Nicht nur die Tour, auch der Sportjournalismus hat ein angekratztes Image. Denn ihm werden häufig mangelnde Distanz zum Gegenstand, zu unterhaltsame und vor allem zu unkritische Berichterstattung vorgeworfen. Da auch andere Sportevents zunehmend medialisiert werden, sind sowohl der Journalismus als auch die Sportkommunikationsforschung zur Standortbestimmung herausgefordert. Differenzierungstheoretisch lässt sich Sportjournalismus als Teil der Sportkommunikation bestimmen. Daraus folgt, dass eine Reihe von Vorwürfen, die den Sportredaktionen in der öffentlichen Debatte gemacht werden, ins Leere laufen. Die eigentliche Funktion des Sportjournalismus bezieht sich auf die Kommunikation von fair erbrachter Leistung. Dieser Beitrag zeigt, dass es einerseits sehr wohl Aufgabe des Sportjournalismus ist, mögliche Dopingvergehen zu thematisieren. Es wird aber auch deutlich, warum der Sportjournalismus für die politische Debatte um die hohen Kosten für das Ausrichten des Grand Départ 2017 in Düsseldorf blind ist.
 
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